Leseprobe aus Der Verrat der FeuergildeKampf um Daresh, Band 1

Leseprobe aus
Der Verrat der Feuer-Gilde

Aus dem 1. Kapitel Die Burg

Rena saß auf dem Kutschbock des Karrens, der sie gleich in die Felsenburg der Regentin bringen würde, und versuchte ruhig zu bleiben. Sie zupfte die helle Leinentunika glatt, die sie sich für den Anlass geliehen hatte, und polierte ihr Gildenamulett mit der Handfläche. Ihr Onkel flüsterte ihr ins Ohr: „Ganz locker bleiben. Das schlimmste, was passieren kann, ist, dass sie uns nicht reinlassen, weil du dabei bist.“

„Und was machen wir dann?“

Ihr Onkel zuckte nur die Schultern. Sie spürte, dass er selbst nervös war.

Rena hob den Kopf. Vor ihnen ragte die Burg in den bleigrauen Himmel. Sie schien aus der Flanke des Alestair-Berges herauszuwachsen. Ihre Wände waren glatter, unverfugter Fels. Die gewaltigen Haupttore standen noch offen, vor ihnen war eine Gruppe von Leuten der Feuer-Gilde eingelassen worden. Drohend starrten einige der Feuerleute zu ihnen herüber. Vielleicht können wir einfach hinter ihnen durchschlüpfen, hoffte Rena.

„He, ihr da von der Erd-Gilde!“ Das galt ihnen.

Renas Onkel zügelte den Hirschmenschen, der den Karren zog, und der Halbmensch gehorchte schweigend. Sein Fell war schweißnaß vor Furcht.

Eine der Wachen in den Farben der Regentin – Grün und Grau – trat heran und musterte Rena misstrauisch. Er war so nah, dass sie muffigen Geruch alten Leders riechen konnte, den seine Uniform ausströmte. „Wer ist die Kleine, Meister Fordas? Antwortet!“ Am liebsten wäre Rena zurückgewichen, aber sie zwang sich, den Mann anzulächeln. Es hatte nicht die geringste Wirkung. Die Wache glotzte zurück, als sei Rena ein widerliches Insekt.

„Meine Nichte Rena. Sie lernt bei mir das Handwerk der Holzmeisterin.“

„Wie alt?“

„Fünfzehn.“

„Ihr verbürgt euch für sie?“

„Ich verbürge mich für sie.“

Die Wache verlor das Interesse. „Na gut, rein mit euch. Los!“

Ihr Karren ratterte über die steinerne Schwelle, und hinter ihm schlossen sich die schweren Flügel des Haupttores. Rena sackte erleichtert in sich zusammen. Die erste Hürde hatten sie genommen.

„Isch hoffe, dü neue Regentün üst nicht so knauserig wie dü letzte“, plapperte der Hirschmensch.

„Ruhe da vorne!“, knurrte der Meister. „Bei der nächsten dummen Bemerkung gibt´s fünf Wurzeln weniger!“

Beleidigt schwieg der Vierfüßler. Auf seinem glatten, menschlichen Gesicht mit der breiten Nase lag ein halb schmollender, halb gehetzter Ausdruck. Wahrscheinlich war es nur der Gedanke an die Karededa-Wurzeln, die tief unter der Erde geerntet wurden und nach denen alle Hirschmenschen verrückt waren, der ihn davon abhielt, an Ort und Stelle das Geschirr abzuwerfen und davonzustürmen.

Kaum war das Gefährt zum Stehen gekommen, da begann eine Gruppe von Iltismenschen schon damit, seine hölzerne Ladung herauszuheben und in eine der Aufbewahrungskammern zu verfrachten. Verblüfft dachte Rena: Iltismenschen! Hier? Wie hat die Regentin das bloß geschafft? Sie wußte, dass die halbmenschlichen Völker von Daresh sich gewöhnlich nicht viel um das scherten, was die Bewohner der Dörfer taten, und höchstens einige Tage in ihren Dienst traten. Die Iltismenschen, denen ohnehin niemand gerne im Dunkeln begegnete, taten nicht einmal das. Es gab nur eine Ausnahme. Rena fragte sich, wie es die Regentin fertigbrachte, dass es vom Storchen- bis zum Natternmenschen kein Wesen gab, das ihr den Gehorsam verweigerte.

Sie beobachtete, wie elegant die Helfer mit den geschmeidigen Körpern und dem braun- und cremefarbenen Pelz trotz ihrer schweren Last über die Steinfliesen glitten. Die Halbmenschen waren einen halben Kopf kleiner als Rena. Ihr Gesicht wirkte fast menschlich, obwohl es in eine kurze Schnauze auslief und die Ohren pelzige Lauscher waren. Die Vorderpfoten ähnelten schmalen daumenlosen Händen mit kurzen Fingern, so dass sie damit Dinge greifen konnten. Einer der Halbmenschen bemerkte Renas Blick und bleckte unwillig die Fangzähne. „Staarrr mich niccccht an!“

Rena zuckte zusammen und stammelte: „Tut mir Leid.“ Sie sprang vom Karren und eilte hinter der massigen Gestalt ihres Onkels her.

Sie wurden von einem menschlichen Bediensteten zu einem kleinen Saal geleitet und angewiesen, dort zu warten. Ein Mann und ein Junge der Feuer-Gilde warteten ebenfalls dort. Finster blickten sich die beiden Meister an, und der Mann der Feuer-Gilde spuckte verächtlich aus und drehte ihnen den Rücken zu. Voller Neid sah Rena, dass der Junge – er war nur wenig älter als sie und hatte glatte schwarze Haare, die ihm in den Nacken fielen – schon ein Schwert tragen durfte. Dann erkannte sie ihn, und es durchfuhr sie wie ein heißer Strom. Es war Jon, der Lehrling des Schmieds im Nachbardorf. Sie hatte ihn schon ein paarmal heimlich beobachtet, wenn er vor der schwarzen Pyramide arbeitete. Er hatte ein schmales, gut geschnittenes Gesicht mit einer geraden Nase. Hallo Jon, dachte Rena, und ihr Herz klopfte so laut, dass sie Angst bekam, es könnte sie verraten. Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich.

„Elende Brandstifter“, knurrte ihr Onkel. „Arrogant sind sie bis dorthinaus! Dabei kann keiner von ihnen mehr mit Holz anfangen, als es zu verbrennen!“

Sie sind nicht arrogant, dachte Rena. Sie sind nur stolz. Ich wäre auch stolz, wenn ich einer solchen Gilde angehören würde! Aber es ist zu spät, ich bin in die Erd-Gilde hineingeboren worden, und Onkel und Papa bekamen schon Zustände, wenn ich die Feuer-Leute nur erwähne…

Freunde waren die Gilden nie gewesen, dazu waren Eigenschaften, Glauben und Geschäfte ihrer Angehörigen zu verschieden. Doch seit ein paar Wintern wuchs die Feinschaft zwischen ihnen. Aus kleinen Anlässen wurden nun oft blutige Fehden, die noch schlimmere Rache nach sich zogen. Da manchmal Mitglieder mehrerer Gilden in einer Siedlung lebten, war das Zusammenleben schwierig geworden. Die neue Regentin unternahm nichts, um den Streit zu schlichten. Kaum zwei Winter war sie im Amt, und schon schien es schwer, etwas Gutes über sie zu sagen. Niemand wußte, warum die letzte Regentin gerade diese Frau zu ihrer Nachfolgerin bestimmt hatte. Auf Daresh hatte die Regentin zwar keine absolute Macht, da die Gilden sich selbst verwalteten und in ihren Provinzen herrschten, aber sie regelte Angelegenheiten, die alle Provinzen betrafen. Dafür erhob sie Abgaben und unterhielt ein eigenes Heer.

Um ihren Onkel von seinem Lieblingsthema, den üblen Eigenschaften der Feuer-Gilde, abzulenken, flüsterte Rena: „Meinst du, die Regentin empfängt uns?“

„Wir haben eine gute Chance. Immerhin waren wir der Hoflieferant ihrer Vorgängerin.“

„Sag mal, wer war eigentlich der Besucher gestern abend? Einer von denen?“

„Nein“, sagte ihr Onkel und sah sie plötzlich scharf an. „Hast du uns reden gehört?“

Erstaunt sah Rena ihn an. „Nur die Stimmen. Ich habe schon halb geschlafen.“

„Es war niemand, den du kennst“, sagte der Meister und verfiel wieder in brütendes Schweigen.

Ein paar Atemzüge später kehrte der Bedienstete zurück und bedeutete ihnen, ihm zu folgen. Rena und der Meister warfen sich einen frohen Blick zu. Aus dem Augenwinkel schielte Rena noch einmal zu Jon und seinen Meister herüber und hoffte, dass sie sie auf dem Rückweg noch einmal sehen würden. Dann tauchten sie ein in die Höhlen aus poliertem Stein, deren Wände Hunderte von Künstlern in eine erstarrte Bilderwelt verwandelt hatten. Eine Gruppe von Storchenmenschen im Flug. Händler der Luft-Gilde, die um Waren feilschten. Ein Schwertkampf. Die Reliefs schienen alt zu sein, uralt, es mochte hundert Generation her sein, dass jemand sie geschaffen hatte. Rena staunte. Sie hätte am liebsten die Hand ausgestreckt und die Finger darüber gleiten lassen, aber dafür war keine Zeit, sie hasteten zu schnell durch die Gänge.

Zuerst merkte Rena es kaum, dass sich ein seltsames Gefühl in ihrem Inneren immer mehr verstärkte. So etwas hatte sie noch nie gespürt – es war, als berühre eine Hand mit den Fingerspitzen ihr Bewusstsein. Rena schüttelte den Kopf, versuchte das Gefühl loszuwerden, aber es half nichts. Je weiter sie dem Diener ins Ganglabyrinth hinein folgten, desto enger schienen sich die Finger um ihren Geist zusammenzuschließen, zur Faust zu ballen. Rena preßte die Hand gegen die Stirn und versuchte den Meister einzuholen, der vor ihr ging. „Ich… mein Kopf…“

„Was ist?“

„Mein Kopf fühlt sich komisch an“, sagte Rena und ärgerte sich darüber, dass sie es nicht besser beschreiben konnte. „Irgendwas hier…“

Der Diener sah sie ungeduldig an, und ihr Onkel runzelte die Stirn. Stell dich nicht so an, sagte sein Gesichtsausdruck. „Zuhause machst du dir einen Tee aus Mitternachtsblättern, der ist gut gegen Kopfschmerzen. Still jetzt, wir sind gleich da.“

Rena hielt den Mund. War sie wirklich die einzige, die es spürte?

Sie merkte, dass ihre Muskeln starr und krampfig geworden waren und versuchte sich zu entspannen. Vielleicht half das ja… In dem Moment, in dem sie aufhörte, sich gegen das Gefühl zu wehren, veränderte es sich. Jetzt war es gar nicht mehr so unangenehm, es floß einfach durch sie hindurch. Nun spürte sie, was es wirklich war: Ein Ruf, ein Lockruf, drängend und schmerzhaft und süß zugleich. Etwas rief sie zu sich! Das Ziel schien genau in der Richtung zu liegen, in der sie gingen, denn das Gefühl wurde mit jedem Moment stärker.

Vielleicht kommt der Ruf von der Regentin selbst! dachte Rena. Vielleicht sucht sie jemanden ganz bestimmtes für ihren Hof, eine Vertraute oder eine Verwalterin. Ihr Atem ging schneller, während sie sich vorstellte, was das bedeuten konnte. Sie würde von silbernen Tellern essen, nur die zartesten Farnsprossen. Selbst die Leute der Feuer-Gilde – ja, auch Jon! – würden höflich um eine Audienz bitten. Sie würde natürlich nicht zulassen, dass Jon sich vor ihr verbeugte. Sie würde ihn auf die Burg einladen und jeden Tag mit ihm verbringen, bis sie Freunde waren und er sich auch in sie verliebt hatte. Und natürlich würde sie nie mehr tagelang wandern müssen, um essbare Blätter zu sammeln, oder verschwitzt und dreckig helfen müssen, einen toten Baum zu zerlegen und heimzuschaffen.

Vor ihnen gabelte sich der Weg. Der Ruf führte sie nach rechts. Rena lief voraus. Die werden sich wundern, woher ich den Weg kenne, grinste sie in sich hinein. Schließlich war ich noch nie hier.

„He, wo willst du denn hin?“ schrie der Meister ihr nach. Verblüfft blieb Rena stehen und merkte, dass er und der Diener den linken Gang genommen hatten. Wie konnte das sein? Dann konnte das Signal nicht von der Regentin kommen – außer, sie gingen jetzt doch nicht zu ihr!

„Komm schon! Was ist heute nur mit dir los!“

„Ja, ja, schon gut“, murmelte Rena und rannte hinter den beiden Männern her. Schon spürte sie, dass die Berührung in ihrem Geist wieder schwächer wurde, als sie sich von der Quelle des Signals wegbewegten. Enttäuscht warf Rena noch einen letzten Blick zurück. Vielleicht würde sie nun nie erfahren, was oder wer sie gerufen hatte. Über dem Gefühl hatte sie fast vergessen, weshalb sie hier waren, und dass der vielleicht wichtigste Moment ihres Leben bevorstand. Schnell prüfte sie noch einmal ihr Äußeres. Die weiße Tunika mit dem Schmuckgürtel war fleckenlos, und sie hatte ihre neuen Sandalen an, in die ihr Vater in mühevoller Arbeit mit verschiedenfarbigen Gräsern ihr Namenszeichen eingewebt hatten. Nein, sie würde ihrer Gilde keine Schande machen.

Sie sah zu ihrem Onkel auf. Er sah prächtig aus in den bestickten Zeremoniengewändern eines Gildenmeisters, die verbargen, dass sein Körper mit den Jahren immer massiger geworden war. Sein kurzes eisengraues Haar war frisch gestutzt. Er bemerkte, dass sie ihn beobachtete, und schenkte ihr ein kurzes Lächeln. Rena liebte dieses Lächeln, aber sie sah es nur selten.

Einige Atemzüge später war es dann schon soweit. Sie standen vor der Regentin, der mächtigsten Frau der Welt Daresh. Eingeschüchtert sah sich Rena um. Es war nur ein kleiner Audienzsaal, in dem sie standen, dennoch war der Raum mit schweren Möbeln aus Schmiedeeisen und wertvollem Nachtholz eingerichtet. Seine Steinwände waren mit prächtigen schwarz-silbernen Tüchern behängt, in die das Namenszeichen der Regentin eingewebt war. Auch große geschnitzte Reliefs mit den Zeichen aller vier Gilden gab es, auf jeder Wand eines, in den Himmelsrichtungen ihrer Provinzen. Die Erd-Gilde im Norden, die Feuer-Gilde im Süden, die Luft-Gilde im Osten und die Wasser-Gilde im Westen.

Rena vergaß den eigenartigen Ruf einen Moment lang und betrachtete die Frau, die nun Generation lang das Leben aller Bewohner von Daresh prägen würde. Würde sie besser regieren als die Frau vor ihr, die die vier Provinzen ausgepreßt hatte, um eine zweite Burg im Süden zu bauen?

Gleichgültig sah die Regentin ihnen entgegen. Sie war umgeben von ein paar Dienern, einem Vermittler und einem Mann in schwarzer Kutte, der ihr gerade unterwürfig etwas ins Ohr flüsterte. Rena war überrascht, wie jung sie war – höchstens ein paar Winter älter als sie selbst. Aber ihr glattes, jugendliches Gesicht war kalt und unbeweglich. Ihre Haare schimmerten im Licht der Lampen rot wie eine Flamme. Rena fragte sich, wie ihre Stimme wohl klang. Sehr wahrscheinlich würde sie sie nie hören – es war unter der Würde einer Frau wie der Regentin, mit einfachen Leuten wie ihnen zu sprechen. Dafür hatte sie ja ihre Vermittler. Dieser Vermittler, ein junger Mann, weil der Anlass so wenig wichtig war, hielt sich an der Seite der Regentin, doch als er Rena und ihren Onkel sah, ging er auf sie zu und wollte sie grüßen.

Doch dazu kam es nicht. Er stolperte über irgendetwas, eine kleine Unebenheit im Boden vielleicht, streckte eine Hand vor, um sich abzufangen – und riß dabei einen der schwarz-silbernen Wandbehänge herunter. Blass und zitternd kam der junge Mann wieder auf die Füße, blickte mit geweiteten Augen auf das Tuch zu seinen Füßen und dann auf seine Herrin. „Es war ein Versehen“, flüsterte er.

Die Regentin blickte ihn stirnrunzelnd an und gab ein Zeichen mit der Hand. Ungläubig beobachtete Rena, wie zwei der Wachen den Vermittler packten und ihn aus dem Raum schleiften. Ein anderer Mann übernahm den Part seines Vorgängers. Doch er konnte nicht verhindern, dass seine Stimme nervös klang, als er sagte: „Friede den Gilden und Wohlstand ganz Daresh.“

Renas Onkel erwiderte die Grußformel und erkundigte sich, ob die Lieferung nach ihren Vorstellungen gewesen sei. Rena musste daran denken, was wahrscheinlich mit dem Vermittler passiert war. Sie wagte kaum, sich zu bewegen, steif und gezwungen stand sie da. Hoffentlich war mit der Lieferung alles in Ordnung, hoffentlich…

Die Frau mit den kühlen Augen winkte den Mann in der schwarzen Kutte heran. Ehrerbietig beute er sich zu ihr herüber und flüsterte ihr kurz etwas zu. Ein winziges Zeichen von der Regentin, und ihr Vermittler versicherte, dass die Gegenstände zufriedenstellend gewesen seien. Rena holte tief Luft. „Zufriedenstellend“ war zwar nicht gerade ein großes Lob, aber zumindest fand ihre Arbeit Gnade vor den Augen der Regentin, mehr war ohnehin nicht zu erwarten gewesen. Sie schielte zum Meister herüber, um seine Reaktion abzuschätzen. Hatten sie es damit geschafft oder nicht?

Aber der Vermittler war noch nicht fertig. „Ihr hattet uns noch ein persönliches Geschenk in Aussicht gestellt, Meister. Was ist damit? Habt ihr euch entschieden, es mir zu geben?“

Verblüfft sah Rena ihren Onkel an. Zu ihrer Überraschung nickte der Meister langsam und holte aus einer seiner Taschen ein einfaches kleines Kästchen aus jungem Nachtholz hervor. Rena hatte es noch nie gesehen; der Meister musste es selbst gemacht haben. Es hatte nur an den Seiten eine Zierschnitzerei, eine mit winzigen Blättern versehene Ranke, die die Signatur des Meisters enthielt. Er übergab es der Regentin mit einer Verbeugung. Sein Gesicht war starr, und er erwiderte das winzige Lächeln auf dem Gesicht der Regentin nicht.

Mit dem Vermittler gab es noch einen kurzen Disput über den Preis der anderen Waren, dann gab die Regentin ein weiteres Signal, und man bedeutete ihnen, dass das Gespräch beendet sei. Bevor Rena und ihr Onkel es sich versahen, standen sie wieder im Gang. Auch der Mann in der schwarzen Kutte hatte den Audienzraum verlassen. Sein Gesicht war unter der Kapuze nicht zu erkennen. Er beachtete sie nicht und ging schnell durch einen der Gänge davon.

„Kaum zu glauben, aber sie scheint noch grausamer zu sein als die letzte Regentin“, sagte der Meister so leise, dass der Diener es nicht hören konnte. „Sie ist eine Frau aus Stein!“

„Was glaubst du werden sie mit diesem armen Vermittler machen?“

Ihr Onkel antwortete nicht und sah sie nicht an. Auch das war eine Antwort, und Rena hielt es für klüger, das Thema zu wechseln. „Was ist denn jetzt eigentlich mit uns? Sind wir jetzt weiter Hoflieferanten oder nicht?“

„Ja. Aber es kann gut sein, dass mir das noch einmal sehr Leid tun wird. Der Preis dafür ist hoch, Rena, sehr hoch.“

„Wieso, hat sie etwa Geld von dir verlangt?“

„Ich wünschte, sie hätte es.“

Rena wagte nicht weiter nachzufragen, was er damit meinte und was es mit dem Kästchen auf sich gehabt hatte. Später, dachte sie, später frage ich ihn. Sie ahnte nicht, dass es kein Später geben würde.

Als sie durch die Gänge geführt wurden, lauschte sie gespannt in sich hinein und hoffte darauf, dass sich das seltsame Gefühl noch einmal einstellen würde. Sie hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, da fühlte sie die tastenden Finger in ihrem Bewusstsein wieder. Aufgeregt versuchte sie festzustellen, aus welcher Richtung es kam. Was auch immer es war, es rief sie noch einmal! Sie hatte noch eine Chance!

Im gleichen Moment, als sie den Ruf spürte, wußte sie, dass sie herausfinden musste, woher er kam. Vielleicht würde sie nie wieder, oder erst wenn sie so alt war wie ihr Onkel, den Fuß in die Felsenburg setzen. Wenn sie jetzt nicht erfuhr, wo das Signal herkam, würde dieses Rätsel sie ihr ganzes Leben lang plagen. Aber ihr Onkel hatte sich für sie verbürgt. Konnte sie das wirklich tun, und ihn vielleicht in Schwierigkeiten bringen? Sie hatte ja gesehen, was mit dem Vermittler geschehen war!

Doch die Erinnerung verblasste schon in ihrem Bewusstsein, es war, als würde sie weggesogen. Nach ein paar Atemzügen waren sie an der Weggabelung angekommen. Stark und klar strömte der Ruf durch ihren Kopf: Komm, komm, komm. Rena entschied sich instinktiv, fast ohne Nachzudenken, fast ohne eine Wahl. Es war nicht einmal schwer, sich von der kleinen Gruppe abzusetzen – Rena blieb einfach zurück und ließ den Meister und den Bediensteten allein um die Ecke biegen. Keiner von beiden merkte, dass sie nicht mehr hinter ihnen hertrottete. Wenn sie sich beeilte, konnte sie in ein paar Atemzügen wieder zurück sein und sie einholen. Wahrscheinlich wird mir das noch einmal Leid tun, dachte Rena und schloß die Augen. Sie fühlte, wie ihr das Blut in den Ohren pochte und der Ruf ihren Geist umklammerte. Hastig zog sie ihre geflochtenen Sandalen aus, nahm sie in die Hand und schlich auf bloßen Füßen davon.

… aus dem Kapitel „Quecksilber“ etwa in der Mitte des Romans. Alix, Rena und ihr Freund Rowan sind in die Provinz der Wasser-Gilde vorgedrungen, auf der Suche nach der Residenz des Gildenrates. Dort wollen sie den Hohen Meistern der Wasserleute ihren Friedenspläne vortragen. Doch sie kommen nicht weit…

Als ihre Nerven schon fast völlig zerrüttet und sie entschlossen waren, so bald wie möglich umzukehren, hörte der Spuk genauso plötzlich auf, wie er begonnen hatte. An diesem Tag stießen sie mitten im Wald auf einen See – einen See, wie keiner von ihnen in jemals gesehen hatte, obwohl sie in den letzten Tagen mehr Wasser als Land überquert hatten. Nichts kräuselte seine Oberfläche, er war glatt und silbern wie flüssiges Metall. Man konnte nicht in ihn hineinblicken – er war ein perfekter Spiegel, der dem lilanen Himmel sein eigenes Bild zurückwarf.

„Diese Seen sind zwar ganz hübsch, aber man bekommt sie schnell über“, sagte Rowan enttäuscht. „Hoffentlich sind wir bald bei der Residenz…“

Er hob einen Stein vom Ufer auf und schleuderte ihn in den See. Der Stein ging sofort unter, ohne einen Spritzer und ohne einen einzigen Wellenring zu hinterlassen. Er wurde einfach verschluckt, es war, als habe es ihn nie gegeben. Verblüfft starrten die drei Reisegefährten ihm hinterher.

Mit einem mulmigen Gefühl beobachtete Rena den See. Einen Moment lang bildete sie sich ein, Schatten unter der quecksilbernen Oberfläche entlanghuschen zu sehen, aber ihre Augen mussten sie wohl getäuscht haben. Die Erscheinung war im selben Augenblick schon verschwunden.

„Hier ist was faul“, sagte Rowan.

Alix nickte grimmig. „Haltet euch lieber fern davon. Faß bloß nicht rein, Rena!“

„Ja, gehen wir lieber ein Stück weg“, stimmte Rena zu. Doch dann erinnerte sie sich plötzlich an den seltsamen Traum des Offiziers Okam. „Wartet“, schrie sie. „Gefangen im Silber… wie ein Stein im Schmuckstück… wie ein Fliege auf Harz… das könnte der See sein, sie könnte im See sein!“

„Wovon redest du eigentlich?“ fragte Rowan, und Rena erklärte es ihnen hastig. „Ich habe einfach das Gefühl, dass wir hier richtig sind. Es ist unsere erste Spur zu Okams Frau!“

„Eine verdammt dünne Spur“, sagte Alix grimmig. „Suchen wir lieber weiter nach der Residenz, wir haben schon viel zu viel Zeit verloren. Während wir hier beratschlagen, sind sicher schon ein Dutzend Leute in irgendeiner Gildenfehde gestorben.“

„Ich bin auch dafür, weiterzuziehen“, meinte Rowan. „Hier können wir nichts ausrichten. Wenn Cara dort unten ist, ist sie tot. Ich habe keine große Lust, mich mit Wasserleichen zu beschäftigen. Außerdem war es ja nur ein Traum.“

„Wir sollten wenigstens einen Versuch machen, herauszufinden, was es mit dem See auf sich hat!“

„Na prima. Soll das heißen, wir sollen da hineintauchen….?“ Alix schüttelte sich angewidert und verschränkte dann die Arme „Niemals. Ich gehöre zur Feuer-Gilde. Mit soviel Wasser will ich nichts zu tun haben. Außerdem gefällt mir die Art, wie dieser Stein in dem Zeug verschwunden ist, ganz und gar nicht.“

Für Alix war das eine sehr lange Rede, und Rena merkte, wie ihre Entschlossenheit wankte. Der See machte ihr genauso Angst wie den anderen. Also zogen sie weiter. Doch es war schon spät, und sie waren alle drei so erschöpft, dass sie fast im Stehen einschliefen und sich nur noch mit Mühe vorwärtsschleppten. „Wollen wir nicht allmählich mal lagern?“ schlug Rowan schließlich vor.

„Wir sind noch ziemlich nah am See, vielleicht sollten wir noch ein bisschen weiter weg von dem Ding“, wandte Alix ein.

Doch nun begann auch Rena zu gähnen. „Es wird wohl weit genug sein. Ich bin jedenfalls gräßlich müde. Endlich ein insektenfreier Ort! Bleiben wir doch einfach hier.“

Und damit war eine Entscheidung gefallen, an die sie noch lange zurückdenken würden. Nach kurzem Suchen fanden sie eine kleine Wiese und rollten darauf ihre Decken aus. Alix übernahm die Aufgabe, Feuer zu machen und für sich und Rowan das Abendessen zu jagen, während Rena im Umkreis des Lagers nachsah, ob sie essbare Pflanzen fand. Rowan war wortkarg, selbst als sie sich wie immer abends zusammenkuschelten. Doch diesmal beachtete er sie kaum und starrte nur in den Himmel. Rena versuchte vergeblich, in seinem Gesicht zu lesen. Dachte er an seine Heimat, die er verloren hatte? Sehnte er sich schon zurück?

Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. „Woran denkst du?“

„An die Wasser-Gilde“, sagte Rowan. „Ich kann mir nicht helfen, aber ich glaube, dass wir irgendwas übersehen haben. Etwas wichtiges.“

Ein Schauder überlief Rena. „Hat es was mit dem See zu tun?“

„Vielleicht. Ich weiß noch nicht. Außerdem versuche ich mich daran zu erinnern, was ich von anderen Händlern über Vanamee gehört habe…“

Als er nichts mehr sagte, überließ Rena ihn seinen Gedanken, rollte auf die Seite und dämmerte weg. Langsam, wie körperlose kleine Raubtiere, pirschten sich die Träume in ihren Schlaf. Sie träumte, dass Rowan in einer Masse geschmolzenen Silbers steckte wie eine Fliege in einem Harzklumpen. Er konnte sich nicht bewegen, und langsam überzog sich sein Gesicht mit einer Metallschicht und erstarrte. Verzweifelt rief er nach ihr, aber sie konnte nichts tun als verstört beobachten, wie er verschlungen wurde.

An dieser Stelle erwachte sie. Ihr Körper war schweißgebadet, und ihr Herz raste. Sie wollte sich nach Rowan umdrehen, ihr Gesicht an seine warme Haut drücken… aber das ging nicht.

Rowan war weg.

Verstört setzte Rena sich auf und blickte sich um. Dann entdeckte sie ein Rindenstück, das auf seiner zerknüllten Decke lag. Darauf stand:

Versuche herauszufinden, ob an meiner Idee etwas dran ist. Bin in einem Viertel Umlauf zurück. Mach dir keine Sorgen. R.

„Verfluchte Blattfäule!“ schrie Rena und stolperte zu Alix hinüber. Der Ausruf hatte die Schmiedin geweckt, sie war schon auf den Beinen. Schweigend reichte Rena ihr das Stück Rinde.

„Er muss schon eine Weile weg sein“, sagte Alix knapp. „Der dritte Mond geht schon auf.“

„Er hätte uns wecken sollen! Wieso hat er mich nicht geweckt? Der verdammte Kerl!“ Hastig streifte sich Rena ihre Sachen über, steckte sich den Dolch in den Gürtel und fuhr in ihre Sandalen. „Glaubst du, dass er in Gefahr ist?“

Alix nickte. „Ich glaube, wir sollten keine Zeit verlieren.“ Sie ließ eine ihrer Fackeln auflodern, und der Schein warf ein rötlicher Kreis auf dem Waldboden. Rena brauchte diese Hilfe nicht, ihre großen Augen, die an die Düsternis unter der Erde gewohnt waren, fingen das Restlicht der Sterne ein. Aufmerksam beugte sie sich über den Boden und nahm die Spur auf, wo Rowan ihr Lager verlassen hatte. Den Blick auf die Erde geheftet ging sie im Laufschritt voran, Alix folgte. Es war keine schwere Spur, und nach knapp hundert Atemzügen wußte Rena, wohin sie führen würde. Rowan war zum See zurückgegangen.

„Dieser Idiot!“ fluchte Alix. „Hat er dir irgendwas über seine Idee erzählt? Irgendwas? Jede Kleinigkeit ist wichtig.“

„Nur, dass er über die Wasser-Gilde nachdenkt. Aber das hilft uns ja nicht viel weiter…“

Dann standen sie im Zwielicht des dritten Mondes vor der silbernen Fläche, dem gewaltigen Spiegel mitten in der Tiefe des Waldes, und sie verstummten vor diesem Anblick. Die Stille, die sie umgab, war so dick wie Sirup. Es war kühl hier, von dem See schien eine Art Kälte auszugehen, die sich bis in die Knochen fraß – aber vielleicht war das auch nur ihre Angst. Rena ging in die Hocke und untersuchte den Boden ein paar Armlängen vom Ufer entfernt. Was sie fand, erschreckte sie. An einigen Stellen hatten sich Rowans Füße tief eingegraben, der Sand war an einem Dutzend Stellen aufgewühlt, das ganze Ufer war völlig zerstampft. Neben und über Rowans Spuren fanden sich andere Abdrücke… seltsame, breite Abdrücke, die ein bisschen an die Form von Blättern erinnerten, aber vielleicht von Pfoten stammten, die keiner von ihnen je gesehen hatte.

Voller Angst verfolgte Rena die Zeichen weiter Richtung See. Auch hier war der Boden mit Abdrücken übersät, doch dann verwandelten sie sich in Schleifspuren, als sei etwas Schweres über den Sand gezogen worden. Sie führten mitten ins quecksilbrige Wasser hinein…

Rena kauerte sich auf dem Ufer zusammen, preßte den Kopf gegen den Boden und ließ ihre Tränen in den Sand sickern. Doch eine harte Hand packte Rena an der Schulter und zerrte sie zurück, so dass sie wieder auf die Füße taumelte.

„Weg vom Wasser!“ brüllte Alix. „Rostfraß und Asche, das hätte uns gerade noch gefehlt, dass es dich auch noch erwischt…“

„Glaubst du, dass er noch lebt?“ brachte Rena irgendwie heraus. Alix untersuchte die Spuren einen Moment lang schweigend, bevor sie antwortete. „Hier ist Blut, aber es ist nicht viel, und es könnte auch von dem Ding stammen, was auch immer es war… Aber wenn es ihn in den See hineingezerrt hat, dann gibt´s nicht viel Hoffnung.“

Wütend brach Alix einen toten Ast von einem Baum in der Nähe und schleuderte ihn mit aller Kraft auf den silbernen Spiegel. Obwohl er mit Wucht auftraf, versank er sofort und ohne auch nur den kleinsten Spritzer. Doch dafür geschah etwas anderes – keine zwei Armlängen von ihnen entfernt flatterte ein verängstigter Vogel auf, wirbelte hoch wie ein kleines weißes Blatt im Sturm. Doch statt vor ihnen zu fliehen, kam das Tier auf sie zu. Es landete zu Renas Füßen und blieb dort zitternd hocken. Rena erkannte den Pfadfinder und streckte die Hand nach ihm aus. „Komm schon her, du armes Vieh… du kennst mich doch… keine Angst…“

Vertrauensvoll ließ der kleine Vogel sich von ihr hochnehmen und hockte dann mit zerzaustem Gefieder auf ihrer Schulter. Alix und Rena tauschten Blicke. Sie wußten beide, dass Rowan und sein Pfadfinder unzertrennlich waren.

Rena starrte auf die Stelle, wo das Holz verschwunden war, und umklammerte das Stück von dem Windrad in ihrer Tasche. Sie sah Rowan vor sich, sein sensibles Gesicht, sein widerspenstiges weißblondes Haar. Das konnte doch nicht sein – vor einem halben Umlauf war sie neben ihm eingeschlafen, und jetzt sollte er tot sein? Nein, solange sie seinen leblosen Körper nicht gesehen hatte, konnte sie nicht daran glauben. Was der Spiegel verschluckt hatte, das konnte er vielleicht auch wieder hergeben.

„Es sieht so aus, als gäbe es nur eine Sache, die wir tun können…“, sagte Rena.

„…weiterzureisen und ihn nie zu vergessen“, ergänzte Alix. Ihr Gesicht war angespannt und – konnte das sein? – ihre Augen hatten einen seltsamen feuchten Schimmer. „Wir haben eine Aufgabe zu erfüllen.“

Rena zog ihre Sandalen aus, ließ die weichen geflochteten Riemen aus Pflanzenfasern noch einmal durch die Hand gleiten und legte sie beiseite. Dann band sie ihre Haare, die in den letzten Monaten ein gutes Stück gewachsen waren, mit einem Stück Schlingpflanze hinten zusammen. Ihr war furchtbar kalt.

„Ja, und was zum Feuergeist wird das jetzt?“ fragte Alix.

„Ich gehe nachsehen, ob ich irgendeine Spur von ihm finde.“

Alix vertrat ihr den Weg. „Rena, hör auf damit. Was soll das? Du wirst elend ersaufen. Er gehört nicht mal zu deiner Gilde!“

„Mag sein“, sagte Rena. „Aber das ist ja schließlich nicht alles.“

„Ach, Scheiße!“ schrie Alix und hieb in hilfloser Wut mit dem Schwert auf das Ufergestrüpp ein, so dass die Splitter nur so herumwirbelten. „Du sture kleine Blattfresserin! Glaubst du etwa, ich hätte das nicht auch für ihn getan? Aber ich kann nun mal nicht schwimmen!“

„Tust du mir einen Gefallen – hältst du hier Wache, bis ich wiederkomme?“

„Drei Tage lang“, sagte Alix. „Drei Tage, und keinen Atemzug länger. Dann gehe ich davon aus, dass ihr beide ersoffen und zu euren jeweiligen Göttern gegangen seid. Ich werde verschwinden und niemand wird mich je wieder bei dem hirnrissigen Versuch ertappen, diese Hohlköpfe zum Frieden bekehren zu wollen!“

„Danke“, sagte Rena, und sie umarmten sich verlegen. „Mach´s gut, Alix.“

„Viel Glück“, knurrte Alix.

In kleinen Schritten ging Rena auf den silbernen Spiegel zu. Doch als ihre Zehen nur noch ein paar Fingerlängen davon entfernt waren, wollten ihre Füße einfach nicht weiter. Zähl bis drei, dachte sie. Dann geht´s vielleicht leichter.

Eins…

zwei…

drei…

Ihre Füße bewegten sich immer noch nicht. Dafür zitterte Rena jetzt am ganzen Körper so stark, dass ihre Zähne aufeinanderklickten. Es war ihr ein bisschen peinlich, dass Alix sie so sah. Los jetzt, sagte sie sich streng, und dann berührte ihre Haut das Silber. Das Wasser war warm wie Blut, so warm, als sei der See ein lebendes Wesen. Irgendwie beruhigte das Rena. Ganz langsam watete sie weiter hinaus.

Kurz bevor sie ganz eintauchte, drehte sie sich noch einmal um. Still wie eine Statue saß Alix im Schneidersitz am Ufer, ihr Schwert auf den Knien. Um sich zu schützen hatte sie einen Kreis aus Kaltem Feuer um sich gezogen. Ein letztes Mal trafen sich ihre Augen, dann holte Rena tief Luft und tauchte unter.