Die Daresh-Gildenamulette

Für deine Verlosung habe ich eine ganze Reihe von Gildenamuletten angefertigt. Da natürlich nur eine Handvoll von Lesern gewinnen und sie selbst sehen konnte, stelle ich hier die Fotos und Beschreibung online. Allgemein gilt: die Amulette werden um den Hals getragen (mit Lederschnur oder Kette) und haben ca. 3,5 bis 4 Zentimeter Durchmesser. Die der Wasser-Gilde können ruhig auch fünf oder sechs Zentimeter groß sein.

 

In der Feuer-Gilde bekommt man mit jedem höheren Meistergrad, den man erwirbt, ein neues Amulett aus jeweils anderem Metall (je höher die Meisterschaft, desto wertvoller natürlich, das wertvollste ist aus einem dunklen Metall mit rotgoldener Flamme). Von den Amuletten habe ich mehrere Varianten angefertigt. Rechts im Bild auf der linken Seite meine Stahl-und-Draht-Modelle, die für Lehrlinge der Feuer-Gilde angemessen sind. Links im Bild die Silber-Amulette mit Kupfer- und Messing-Elementen (Meisterschaft 1. Grades, also wie Alena eins trägt), die ich in der Schmuckwerkstatt hergestellt habe – ganz schön aufwendig, besonders das Aussägen der einzelnen Elemente, und fürs Löten mit der offenen Flamme braucht man Übung! Getragen werden die Amulette mit einer schwarzen Lederschnur.

 

In der Wasser-Gilde bekommt man als Lehrling ein kleines, aus einem Schneckengehäuse hergestelltes Amulett. Meister tragen gewöhnlich eine mit dem Gildensymbol gravierte Muschel – je dunkler, desto höher ist der Meistergrad (das auf der linken Seite ist mein eigenes). Getragen werden sie mit einer Silberkette. Manche Meister bevorzugen aber ein aus Silber oder Glas hergestelltes Amulett. Hier zwei Varianten von Wasser und Erde, bei denen ich das Symbol auf Glasanhänger auflackiert habe.

 

Die Erd-Gilde trägt Amulette aus Holz. Auch hier gilt: je nach Meistergrad ein unterschiedliches Holz, je dunkler desto höher die Meisterschaft. Die Hölzer, die ich verwendet habe, sind für das Amulett oben im Bild Kirschbaum, rechts Esche, links Ahorn. Wichtig war bei der Herstellung, das Holz möglichst präzise zu sägen und zu schleifen. Die Öse zur Aufhängung fehlt diesen Modellen noch… man kann sie zum Beispiel mit einer Lederschnur oder einer Holzperlenkette kombinieren.

 

Die Luft-Gilde trägt in Daresh am häufigsten aus Elfenbein (genauer gesagt Dhatla-Zähnen) geschnitzte Gildenzeichen, manche Meister bevorzugen aber auch Amulette aus graviertem Glas. Elfenbein kam nicht in Frage (zu teuer und außerdem seit ein paar Jahren illegal!), also blieb Glas übrig. Das Gravieren konnte ich daheim machen, aber das In-Silber-Fassen musste ich mich wieder in die Schmuck-Werkstatt begeben.

Das Amulett der Luft-Gilde ist übrigens das einzige, das von zwei Seiten getragen werden kann. So herum wie abgebildet bedeutet es „Ich bin offen für Handelsangebote“, herumgedreht (Flügel des Vogelsymbols zeigt nach unten) heißt es „Ich bin gerade nicht an Handelsangeboten interessiert“.

 

Hier noch ein paar Varianten und Experimente, die es nicht bis in meine persönliche Endauswahl geschafft haben – zum Beispiel unglasierter Ton für die Luft-Amulette (mit Glasuren zu experimentieren habe ich zeitlich nicht mehr geschafft), Granitsand-Werkstoff für die Erd-Zeichen oder auf Muscheln lackierte Symbole für die Wasser-Gilde…

Solche Amulette kann man nicht kaufen – aber es macht richtig Spaß, sich selber eins zu machen! Viel Glück. Hier sind noch ein paar Selbermach-Tipps.

 

Selbermach-Tipps

Ihr könnt natürlich die Amulette nachbauen, wie sie auf der Homepage zu finden sind. Aber experimentiert ruhig auch selbst und schafft eure eigenen Varianten aus anderen Materialien oder mit anderen Herstellungstechniken. Alles, was das richtige Gildensymbol zeigt, zählt als Amulett (Die Symbole findet ihr auf meiner Hompage unter dem Stichwort „Daresh – Die Welt“ -> Die vier Gilden, oder auf dem Cover der Feuerblüte-Bücher.)

Wichtig ist, dass ihr das Ergebnis schön findet und ihr es gerne tragt. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Fotos von euren Amuletten mailt!

Hier ein paar Tipps zum Nachbauen „meiner“ Modelle:

Feuer-Amulette:
Stahl-und-Draht: Sie bestehen aus Edelstahl-Ringen – gibt´s im Baumarkt – und gefärbtem Draht, bekommt man im Bastelshop. Das richtige Biegen mit Fingern und Zange ist trickreich, ich habe ziemlich viele Versuche gebraucht. Um die Öse zu befestigen, muss man in den Ring oben ein Loch bohren.
Silber-Kupfer-Messing: Man muss den äußeren Ring und die silberne Flamme aus ca. 2 mm dickem Silberblech aussägen, danach das ganze Schleifen, bis es halbwegs rund aussieht. Dann sägt man die Kuper- und Messing-Elemente der Flamme aus, bearbeitet sie und lötet sie auf das Silber auf. Zum Schluss wird aus ca. 1,3 mm dickem Silberdraht mit einer Zange die Öse gedreht und aufgelötet. Das klingt vielleicht einfach, aber ich habe drei Tage und eine voll ausgestattete Goldschmiede (www.hei-online.de) dafür gebraucht!

Wasser:
Geht deutlich einfacher. Hübsche Muschel kaufen oder suchen, oben ein Loch reinbohren, mit der Zange eine Öse aus Silberdraht biegen und befestigen (Achtung, der obere Teil der Muschel geht leicht kaputt!). Dann mit einem Bohrer mit Gravierspitze das mit Bleistift vorgezeichnete Symbol ausgravieren (am besten die Muschel dabei immer wieder nassmachen). Zum Schluss mit ganz wenig Klarlack zum Glänzen bringen.

Erde:
In einer Schreinerei habe ich erst ein paar Fichtenholz-Plättchen besorgt, die stellten sich aber als viel zu dick heraus, um sie leicht zu verarbeiten. Besser ging es mit einem schönen kleinen Block Kirschholz, den ich im Haus der Eigenarbeit (www.hei-online.de) aus einem Resteholz-Stapel gefischt hatte, und mit der vier Millimeter dicken Ahorn-Planke, die ich in der Schreinerei gekauft hatte. Erst hatte ich nach Hölzern mit einer schönen Maserung gesucht, aber beim Esche-Holz lenkt die Maserung nur vom Symbol ab, finde ich. Vom Kirschholz-Block ließ ich mir in der Schreinerei fünf Millimeter dicke Plättchen herunterschneiden, aus denen ich dann das mit Bleistift (Zirkel!) vorgezeichnete Symbol heraussägen konnte. Um das Amulett fertigzustellen, braucht man Schleifpapier in unterschiedlichen Körnungen, einen Satz Schlüsselfeilen und etwas Geduld. Zum Schluss habe ich die Amulette mit Holzwachs noch etwas nachpoliert. Um die Ösen zu befestigen, muss man etwas Silberdraht in die richtige Form biegen und ein Loch in den oberen Teil des Amuletts bohren, damit man die Öse darin festkleben kann.

Luft:
In einer Glaserei (-> Adressen findet man z.B. in den Gelben Seiten) habe ich mir Glaskreise bestellt – erst etwas größere mit 3 mm Dicke und 4 cm Durchmesser, später kleinere mit 3,5 cm und 4 mm, die sind noch etwas hübscher zu tragen. Dann brauchte ich nur noch mit Permanent-Marker (läßt sich mit Wasser, Spüli und grobem Schwamm gut wieder runterkriegen) die Symbole vorzuzeichnen und dann auf der anderen Seite des Glaskreises einzugravieren. Dazu braucht man einen kleinen Handbohrer (z.B. Dremel) und eine grobe sowie eine feine Gravierspitze. Je tiefer man graviert, desto besser der Effekt. Eine Variante (auf dem Bild auf der rechten Seite) habe ich die Gravierungen mit einem ganz feinen Pinsel mit Klarlack ausgestrichen. Besser ein paar Glaskreise mehr besorgen, erfahrungsgemäß verdirbt man einige durch „Ausrutscher“ der Hand.

Für die Silberfassung muss man in der Werkstatt einen schmalen Streifen Silberblech aussägen (für die kleine Scheibe 4,5 mm dick) und auf ca. 11,5 Zentimeter Länge und 2,5 mm Dicke auswalzen. Danach die Enden sauber absägen, das ganze Stück durchglühen, beizen und mit der Messingbürste sauberkratzen. Jetzt wird das Silberblech mit dem Gummihammer richtig flach gehämmert und anschließend mit einer kleinen Biegezange vorsichtig so gebogen, dass es später um die Glasscheibe passt (braucht etwas Geduld!). Dann die Enden so absägen und feilen, dass sie den Glaskreis umschließen und oben richtig aneinanderliegen. Anschließend zusammenlöten und die aus einem Silberdraht gebogene und zurechtgefeilte Öse auflöten. Mit etwas Glück ist das Silber jetzt genau richtig groß, dass der Glaskreis reinpasst, ohne bei der ersten Gelegenheit wieder rauszufallen.