Lilari und der Unterwasserspuk

In der Anthologie “Nixenzauber” (Hg. Katrin Weller, Arena 2009)  ist meine Geschichte “Lilari und der Unterwasserspuk” erschienen (gedacht für Kinder ab 8).

Leseprobe

Als Erstes erzählten durchreisende Delfine Lilari davon: Dass aus einer Unterwasserhöhle in der Nähe der Küste schon seit Tagen seltsame Luftblasen kamen. Ab und zu sah man auch ein eigenartiges Blinken.
Für Lilari war der Fall klar. In der Höhle spukte es!  Ungewöhnlich war das nicht. Es gab viele Geistergeschichten über ihre Heimat, ihr grünhaariger Onkel Olidor hatte ihr schon jede Menge davon erzählt. Vom gurgelnden Gorgo, einem Rülpsgeist; von dem Schiff, das eigentlich sinken wollte, es aber nie richtig schaffte; vom verhexten Pagageifisch, der eines Tages plötzlich angefangen hatte, in nie gehörten Sprachen vor sich hin zu plappern; von dem Kaiserfisch, den eine eigenartige Macht immer bei Mitternacht gezwungen hatte, dreimal rund ums Riff zu schwimmen. Und noch zwanzig andere, eine seltsamer und gruseliger als die andere.
Deswegen war ihr Onkel Olidor auch der Eerste, dem Lilari von der Sache mit der Höhle erzählte. „Du hast Recht, vermutlich ist sie verhext worden“, sagtstimmte ihr Onkel Olidor ihr zu  und ließ sein langes, wallendes Grünhaar in der Strömung wogen. Er war sehr stolz auf dieses Haar, obwohl Fische es immer wieder mit schmackhaften Algen verwechselten und versuchten, es abzufressen. „Oder vielleicht hat sich auch ein Murm in der Höhle eingenistet. Du weißt schon, eins dieser Ungeheuer, die du erst hörst, wenn es schon zu spät ist und sie dich mit ihren hundert kleinen Krallen gepackt haben.  Ja, Mürme werden sehr unangenehm, wenn sie einen schlechten Tag haben!“