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Praktikumsbericht Jessica Kottas

Jessica Kottas

September 2018

Ihr kennt das vielleicht, dieses Gefühl der Panik, wenn man ein Stück von sich selbst, von seiner Seele abgibt und jemanden anderen anvertraut – das ist für mich jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, für die ich jede Menge Überwindung brauche.
Meine Schreibprojekte sind solche Dinge, die mir am Herzen liegen und deswegen nur sehr selten das Licht der Welt erblicken. Aber nach diesen wundervollen zwei Wochen Praktikum bei Katja Brandis kann ich sagen, dass ich über mich hinausgewachsen bin.

Immer, wenn ich ihr eine neue Probe meiner Schreibarbeit gab, zitterten mir danach die Hände; aber ich hätte mir keine bessere Autorin für diese Herausforderung aussuchen können.
Am Anfang meinte Katja zu mir, dass wir mein neues Exposé in der Luft zusammen zerreißen würden und obwohl ich davor erst so viel Angst hatte, hätte mir nichts besseres passieren können: Katja gab mir Tipps, sie fragte nach, sie diskutierte mit mir und half mir schließlich, auch auf mich selber ein bisschen stolz zu sein.

Kudos an Katja dafür, dass sie mir nie das Gefühl gegeben hat, ich würde irgendwelchen Müll von mir geben. Ich habe mich wirklich wohl bei ihr gefühlt und dadurch konnte ich sogar relativ schnell aus meiner Rolle als nervöses Wrack schlüpfen und ungehindert alles aufschreiben, was mir in den Sinn kam. Ich habe in der kurzen Zeit mehr und kreativer an meinem eigenen Projekt gearbeitet, als ich es je zuvor geschafft habe!

In meiner Zeit bei ihr durfte ich außerdem neue Exposés testlesen (wow!), mir selber weitere Figuren für „Khyona – Die Macht der Eisdrachen“ ausdenken (Wahnsinn!), ich habe Ketten für „Woodwalkers“ gebastelt und dafür einen neuen Rekord aufgestellt.
Schließlich habe ich sogar einen Youtube-Kanal für Katja erstellt, den ihr zusammen mit ihrem ersten Video hier (https://www.youtube.com/watch?v=XdcBU5ZhoyY&feature=youtu.be) finden könnt.

Egal, in welcher Hinsicht, ich wurde immer kreativ gefordert und ich hätte nicht mehr Spaß haben können. Zwischendurch, in den Mittagspausen, kamen wir dann alle zusammen, um uns das Essen schmecken zu lassen und dabei durfte ich Katja und ihre Familie auch persönlich ein bisschen besser kennenlernen. Dabei wurde dann auch noch kräftig über die vorangegangenen Aufgaben und deren Ergebnisse diskutiert, was ich auch als sehr lustig empfand.

Ihr seht, ich habe mich in diesen zwei Wochen in ganz verschiedenen Dinge geübt und ich kann nur eins sagen: Danke, für die wunderbaren Erlebnisse, für die aufschlussreichen und interessanten Gespräche, für alle deine Weisheiten und Erfahrungen, die du mit mir geteilt hast. Danke.

Ich werde auf jeden Fall einige der Praktiken, die ich hier gelernt habe, übernehmen und mit nach Hause bringen; sei es nun die ausführliche Charakterisierung von Figuren oder die Techniken, um einen guten Plot zustande zu bringen – ich konnte viel für meine Zukunft und alles was noch kommen wird mitnehmen. Wer weiß, vielleicht werdet ihr ja wirklich irgendwann etwas von mir lesen, etwas, von dem ich weiß, es wäre ohne diese zwei Wochen niemals so gut zustande gekommen.

Zum Schluss noch an euch, die ihr das lest und vielleicht selbst von einem Praktikum bei einer echten, erfahrenen Autorin, wie Katja träumt: Traut euch, eine Bewerbung zu schreiben. Ihr werdet mit neuen Erkenntnissen aus dieser Erfahrung hervorgehen, ihr werdet euch selber besser kennenlernen und ihr könnt neue Motivation sowie Kraft daraus ziehen. Es kann nur gut werden.
Und vor allem: Habt keine Angst, anderen eure Werke zu zeigen, so wie ich sie hatte; jegliche Kritik wird euch nur noch besser machen und helfen, den richtigen Weg für eure tolle Geschichte zu finden.

Viel Spaß an alle zukünftigen Schreiberlinge und Praktikanten!
Danke für die tolle Zeit!

Leseprobe Woodwalkers 6 – Tag der Rache

Unser Secret-Ranger-Club ist ein voller Erfolg! Meine Freunde, ich und Woodwalker im ganzen Land verteidigen die Menschen gegen Andrew Millings Angriffe, so gut es geht. Doch wie sehr haben uns unsere Praktika auf Millings Großen Tag der Rache vorbereitet? Und was muss ich noch alles in meinem Kopf reinbekommen, um die Abschlussprüfung des ersten Schuljahres zu schaffen? Denn die steht vor der Tür, bevor wir in die großen Ferien dürfen. Und leider beginnt nun auch die Saison der Waldbrände in Yellowstone ….

Buschfeuer

 

Ein Revier zu erobern ist die eine Sache – es zu behalten, eine andere. Während mein Vater die Grenzen unseres Gebiets im Süden patrouillierte, nahmen uns unsere Mutter, Mia und ich in diesem Sommer den Norden vor. Revier markieren war immer eine lustige Sache, ich liebte es, meine Krallen an Bäumen zu schärfen. Rindenstücke flogen in alle Richtungen, als ich einen Stamm begeistert mit den Vorderpranken bearbeitete, und der Duft nach frischem Harz und Kiefernnadeln stieg mir in die Nase.

Gut so, sagte meine Mutter nach einem kritischen Blick. Jetzt geht mal ein Stück zurück.

Sie produzierte eine große, gelbe Pfütze voller Hau ab, hier wohne ich-Botschaften für andere Pumas.

Darf ich auch? Ich kann den Baum richtig gut einsprühen, bettelte ich.

Doch Nimca zuckte nur mit den Schnurrhaaren. Willst du, dass die benachbarten Pumas denken, dass hier ein Jungtier die Stellung hält? Dann lungern sie ein paar Tage später in unserem besten Jagdgebiet herum!

Stimmt, gab ich zu.

Mia duckte sich zum Sprung, sie peilte eine Drehkiefer an. Wer als erster oben ist!

Ich natürlich!, gab ich zurück. Fast gleichzeitig sprangen wir den Baum an, krallen uns im Holz fest und liefen die Kiefer förmlich nach oben, Mia auf der einen Seite, ich auf der anderen. Meine Schwester hatte einen kleinen Vorsprung, weil sie größer und älter war, aber ich war gelenkiger. Die dünne Spitze der Kiefer schwankte unter unserem Gewicht, als würde ein Sturmwind sie schütteln. Zwei junge Raubkatzen waren ein bisschen viel für sie, vor allem, wenn sie auch noch miteinander rangelten. Achtung, Menschen nähern sich auf dem Wanderweg, warnte unsere Mutter.

Mia und ich erschraken so sehr, dass wir beide gleichzeitig versuchten, von dieser Kiefer herunterzukommen. Leider brach dadurch die Spitze ab und wir waren sehr viel schneller unten als erwartet. Zum Glück federten die Äste der benachbarten Bäume unseren Sturz ab, Kiefernnadeln peitschten gegen meinen Rücken. Noch im Fallen drehte sich mein Körper, und ich kam geduckt auf allen vier Pfoten auf. Mia dagegen prallte gegen einen Ast und purzelte neben mir nicht sehr elegant auf den Boden, eine Schande für jede Katze.

Aua, beschwerte sie sich.

Das wollte ICH gerade sagen, motzte ich zurück und begann mich zu putzen, um mir die Kiefernnadeln aus dem Fell zu holen.

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Seawalkers

Ich habe als Studentin vier Wochen lang bei der Erforschung von Delfinen mitgeholfen – hier ein Foto meines Lieblingsdelfins Akeakamai. (Foto: Katja Brandis)

Es gibt noch eine zweite Schule für Wandler in den USA, nämlich die von Jack Clearwater (Lissas Sohn) geleitete Blue Reef Highschool im Süden von Florida. Da die Schule direkt am Meer liegt, aber auch einen eigenen Süßwasser-Teich hat, eignet sie sich für Wassertier-Wandler aller Arten. In dieser Blue Reef Highschool taucht eines Tages ein neuer Schüler auf, vor dem erst einmal alle Angst haben … nur eine nicht.

„Seawalkers“ startet im Juni 2019, es wird je nach Interesse der Leser entweder drei oder sechs Bände geben. Hauptfiguren sind Tiago (Tigerhai) und Shari (Delfin), aber Carag spielt eine wichtige Nebenrolle und hin und wieder tauchen auch seine Freunde von der Clearwater High auf.

Der erste Band ist bereits in der Rohfassung geschrieben, ich muss ihn im Herbst nur noch überarbeiten. Eine Leseprobe bekommt ihr so ca. im Oktober hier auf der Homepage, bis ich euch das Cover (wieder von Claudia Carls gestaltet) zeigen darf, dauert es erfahrungsgemäß etwas länger. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr Lust hättest, auch meine Wasser-Wandler kennenzulernen! Dann macht der Verlag sicher auch weitere Staffeln (Windwalkers, Snowwalkers, wer weiß …).

Auf meinen eigenen Erfahrungen mit Delfinen basieren übrigens meine DelfinTeam-Romane (die zurzeit nur als E-Book erhältlich sind).

Woodwalkers-Test

Hallo allerseits! Viel Spaß mit dem Test. Ihr werdet beim Ergebnis zwei bis drei Tiere zur Auswahl angezeigt bekommen – lauscht mal in euch hinein, welches euch am besten gefällt, das ist dann vermutlich das Richtige. Manchmal hilft es auch, im Internet über die Tiere zu recherchieren, dann fällt die Entscheidung leichter. Und wenn ihr sowieso das Gefühl habt, ein bestimmtes (anderes) Tier zu sein, dann nehmt ihr einfach das!

Beantworte die Fragen und finde heraus, welches Tier Du wärst!

 Ich bin 
 Ich halte mich für 
 Mein bevorzugtes Element ist 

 Ich bin eher ein 
 Ich halte mich für 
 Ich fühle mich hingezogen zu 



Zur Kultur von Isslar

Hier findet ihr Zusatzinfos über die Kultur von Isslar – eine Liste der Mondphasen, der Götter und Geysire sowie eine Übersicht über die Währung. Viel Spaß beim Stöbern!

Namen

Die normalen Bewohner werden benannt nach der Mondphase ihrer Geburt, deshalb wird der Nachname Mondname genannt. Einen weiteren Nachnamen gibt es nicht. Es gibt insgesamt 8 Mondphasen, und es verrät angeblich bestimmte Eigenschaften und Geschicke, wenn man in einer bestimmten Mondphase geboren wurde. Vollmond gilt als besonders glückbringend, Neumond eher als ungünstig. Maeva ist im Sommer-Vollmond geboren worden, das ist ungewöhnlich und etwas besonderes, weil der Sommer so kurz ist. Auch deshalb mögen sie die Leute, sie verheißt Glück für ganz Isslar.

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Khyona-Schauplätze

Leider hat im Buch keine Karte der Hauptstadt Khyona Platz gefunden. Macht nichts, dafür könnt ihr sie hier anschauen. Der innere Ring ist die Oberstadt, alles jenseits der Sturmbögen (gestrichelte Linie) ist die Unterstadt. Auf Straßennamen habe ich verzichtet, damit es halbwegs übersichtlich bleibt.

 

Wer sie genauer anschauen will, kann sie hier als hochaufgelöstes PDF herunterladen: Khyona-Karte sw

Weiter unten könnt ihr euch anschauen, wo auf Island der Roman spielt. Bei meiner dreiwöchigen Recherchereise in Island habe ich nach Orten gesucht, die zum Roman passen – und bin fündig geworden!

 

Khyona liegt in meiner Vorstellung am südlichen Ufer des Sees bei Thingvellir, ich konnte es auf dieser Ebene förmlich vor mir sehen.

Hier breitet sich in Isslar die Stadt Khyona aus …
Blick über den See, an den Khyona grenzt

Es gibt insgesamt fünf Tore zwischen Isslar und der Menschenwelt. Für jedes braucht man eine andere Beschwörung, und die Sprüche werden von der Fürstin nicht gerade jedem verraten. Bekommt man allerdings den Auftrag, hindurchzuschreiten, erfährt man sie. Es ist streng verboten, dass Menschen dieses Reich betreten (zurzeit kann nur jemand, der Isslarer Blut hat, kann die Portale durchschreiten). Das Wissen um Lage und Öffnungsformel der Tore werden sorgfältig gehütet. Außerdem werden die Portale rund um die Uhr bewacht … und nicht (nur) von Menschen.

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Antworten auf häufige Fragen

Wann kommen die nächsten Woodwalkers-Bände?

Band 6 erscheint am 8. Januar (er wird „Tag der Rache“ heißen, auf dem orangefarbenen Cover ist Jeffrey), der erste Seawalkers-Band erscheint wieder am 8. Juni und so weiter …

Wird Woodwalkers verfilmt?

Im Moment ist noch keine Verfilmung geplant. Falls es doch mal eine gibt, gebe ich das natürlich hier auf der Homepage bekannt, so dass ihr euch zu einem Casting anmelden könnt. Ich selbst kann so eine Verfilmung nicht stemmen, das macht eine Produktionsfirma.

Was für ein Tier bin ich/was für eine zweite Gestalt hätte ich?

Um das herauszufinden, kannst du den Selbsttest machen (den du auch unter „Woodwalkers Infos“ findest.)

Wie bekomme ich eine Autogrammkarte (für mich und bei einer Buchvorstellung für meine ganze Klasse)?

Schreib mir einfach per Mail (KatjaBrandis@web.de), was du gerne hättest und wie dein voller Name sowie deine Postadresse lauten. Ich schicke die Karten dann so bald wie möglich los. Von Woodwalkers habe ich leider nur das Motiv von Band 1.

Wie kann ich einen Kommentar auf deiner Homepage hinterlassen?

Einfach eingeben und abschicken. Der Kommentar erscheint erst, wenn ich als Moderatorin ihn freigegeben habe, du brauchst ihn also nicht nochmal abschicken. Bitte nicht mehr als fünf Kommentare die Woche! Wenn du dich mit anderen Fans austauschen willst, kannst du das hier tun:
Woodwalkers-Wiki: http://de.woodwalkers.wikia.com
Brandis-Fan-Website: http://www.katja-brandis-fan-forum.de/

Wird es weitere Staffeln geben?

Bisher sind nur die „Seawalkers“ fest mit dem Verlag vereinbart, aber weitere Staffeln („Windwalkers“) sind natürlich möglich, wenn weiterhin so viele Leute meine Romane kaufen und lesen!

Ich schreibe selbst, hättest du Tipps für mich?

Aber klar doch, schau mal hier:  http://www.katja-brandis.de/kategorie/schreibtipps/
Leider kann ich keine Fan-Geschichten lesen, weil ich mit meinen Romanen jede Menge zu tun habe.

Was könnte ich lesen, während ich auf die nächsten Woodwalkers/Seawalkers-Bände warte?

Wie wäre es z.B. mit Ruf der Tiefe, Khyona oder Gepardensommer? Das sind einige meiner beliebtesten Jugendromane (ab 12). Eine Kurzübersicht über all meine Romane findest du hier.

Was für eine zweite Gestalt hättest du (Katja Brandis)?

Ich wäre ein Falke oder Delfin!

Wie bist du auf die Idee zu Woodwalkers gekommen?

Die Idee kam mir im Yellowstone-Nationalpark. Dort haben wir wahnsinnig viele Tiere gesehen, unter anderem Bisons und Wapitis, und ich wusste, dass es auch Pumas dort gibt. Ich kam ins Nachdenken, wie es wäre, dort als Gestaltwandler zu leben, der einerseits ein Puma ist, sich aber andererseits in einen Menschen verwandeln kann. Jackson Hole gibt es übrigens wirklich, und du kannst gerne mal hinfahren. Allerdings ist der Standort der Schule so geheim, dass du sie wahrscheinlich dort nicht findest.

Wie kann ich eine Woodwalkers- oder Khyona-Kette bekommen?

Diese Ketten kann man nicht kaufen, ich verlose sie auf Lesungen und man kann sie auch bei Aktionen bekommen, die hier auf der Homepage laufen. Also schau ab und zu mal vorbei, damit du sie nicht verpasst. Die nächste Aktion habe ich für Herbst 2018 geplant.

Wann hast du mal eine Lesung in meiner Nähe?

Da ich sehr viele Lesungsanfragen bekomme, kann ich leider nicht überallhin reisen – leider! Schau mal hier nach, vielleicht lese ich ja in einem Ort, den du gut erreichen kannst. Bei Schullesungen in einer anderen Schule kann natürlich nicht jeder kommen, der möchte. Aber du könntest mich fragen, ob ich dich ausnahmsweise als Gast anmelde und dich von der Schule für die Zeit der Lesung befreien lassen (das klappt erstaunlich oft).

Mehr Informationen findest du unter dem Menüpunkt „Woodwalkers Infos“!

Khyona – Im Bann des Silberfalken

Arena Verlag Juli 2018, 480 Seiten, 18 Euro

Der Islandurlaub mit ihrer neuen Patchworkfamilie ist genauso anstrengend wie Kari sich das vorgestellt hat. Doch als ihr ein silberner Falke begegnet und sie ins Reich Isslar gebracht wird, verändert sich alles. Ehe Kari sich versieht, steckt sie mitten in einer magischen Welt voller Trolle, Eisdrachen und Elfen, in der Geysire über das Schicksal entscheiden und ein geheimnisvoller junger Mann über die Vulkane der Insel herrscht. Doch warum ist sie hier? Als Kari herausfindet, dass sie einer jungen Assassinin zum Verwechseln ähnlich sieht, die im Auftrag der Fürstin einen Mord begehen soll, steckt sie bereits in gewaltigen Schwierigkeiten …

„Fantasy-Hochspannung vor atemberaubender Kulisse.“
Andreas Eschbach

Hier geht´s zur Leseprobe!

Fortsetzung: Der Roman ist in sich abgeschlossen, aber es geht im Herbst 2019 weiter mit einem zweiten Khyona-Band!

Leseprobe „Khyona – Im Bann des Silberfalken“

Aus dem 11. Kapitel Elfenkaffee

„Kannst du mir erklären, wie man Elfen beauftragt, Bjarni?“, fragte Kari ihren jungen Diener.
Er blickte sie an, als versuche sie ihn für dumm zu verkaufen. „Man sagt ihnen einfach, was man will. Manchmal machen sie es sogar.“
„Aber wo findet man sie?“, hakte Kari ein bisschen verzweifelt nach.
„Ach, das ist kein Problem. Sie sind eigentlich überall.“
Kari stöhnte.
„Bist du krank? Soll ich dir ein paar Heilkräuter vom Medikus holen?“, fragte Bjarni mitfühlend.
„Nein“, sagte Kari, klappte das Kräuterbuch zu, klemmte es sich unter den Arm und stand auf. „Wir gehen jetzt Elfen suchen. Oder irgendwelche anderen Leute aus dem Huldufólk.“ Das verborgene Volk. Sie hatte in einem Reiseführer gelesen, dass die nichtmenschlichen Wesen, die angeblich Island bevölkerten, so genannt wurden. Offenbar ahnte niemand, dass sie die meiste Zeit in Isslar herumhingen.
Bjarni führte sie aus der Stadt heraus, am Seeufer entlang und dann kreuz und quer durch die Hügel, wobei er ständig vor sich hinpfiff – „sie mögen Musik, meine ist allerdings nicht sehr gut“ – und sich vor jedem zweiten größeren Stein verbeugte: „Manchmal haben sie Lust, dir zu erscheinen, und manchmal nicht.“
Kari fiel der Felsklotz ein, der im Talkessel gelegen hatte, wo sie die Leute aus Isslar zum ersten Mal getroffen hatte. „Beim Grünen Tor ist auch so eine Elfenbehausung, oder?“
Doch das war die falsche Bemerkung gewesen, Bjarni zuckte zusammen. „Wir reden nicht über die Tore!“
„Schon gut, ich höre auf.“ Kari vergrub die Hände in den Taschen ihrer Allwetterjacke und versuchte, ihre Enttäuschung nicht zu deutlich zu zeigen. Vielleicht konnte sie den Weg selbst finden, wenn sie ein Pferd hatte? Sie würde die Fürstin um eins bitten. Aber was nützte es, wenn sie das Tor fand, jedoch die Beschwörung nicht wusste, mit der man hindurchkam? Vielleicht wussten die Elfen die Formel, vielleicht konnte Kari sie als Verbündete gewinnen.
Inzwischen war es wieder Abend geworden, doch es war noch längst nicht dunkel, außerdem war zurzeit Vollmond. Als die drei zierlichen Gestalten hinter einem Felsen hevortraten, sah Kari sie deutlich. Auf den ersten Blick wirkten sie menschlich, sie trugen ganz gewöhnliche Kleider oder Hosen, doch sie gingen Kari nur bis zur Hüfte und ihre Bewegungen waren tänzerisch, fast schwebend. Kari verbeugte sich vor ihnen und das fanden sie offenbar sehr witzig, sie verbeugten sich eifrig und übertrieben zurück, zwei von ihnen kicherten hoch und flötend.
„Wen hast du denn da mitgebracht, Bjarni, sie ist groß wie ein Klotz, das ist sie!“
„Oh, danke“, gab Kari zurück – so direkt hatte sie lange niemand mehr auf ihre Figur angesprochen! „Ich komme aus der Draußenwelt und bin hier nur zu Gast.“
Aufgeregtes Flüstern war die Folge.
„Wir waren gestern erst dort“, erzählte die Elfe und hob ihr schmales Handgelenk. Daran baumelte eine schwere, goldene Rolex, die viel zu groß dafür war. „Schaut, schaut alle, das hat jemand verloren! Es glänzt so schön.“
Verloren, dass ich nicht lache, dachte Kari, doch das war nicht der Grund, warum ihr Herz auf einmal losraste wie verrückt. „Seid ihr durchs Tor gegangen? Kennt ihr die Beschwörung, die man dafür sprechen muss?“
„Tor!“, rief eine andere Elfe verächtlich, sie hatte Augen von der silbriggrauen Farbe des Mondlichts und hatte sich einen Grashalm hinters Ohr gesteckt. „Sie weiß es nicht! Fiii, nein, wozu brauchen wir denn die Tore?“
„Sie können einfach so zwischen den Welten wechseln“, informierte sie Bjarni.
Kari schöpfte Hoffnung. Wenn diese Wesen kein Tor brauchten, einfach so rüberkonnten … dann konnte sie ihnen vielleicht eine Nachricht an ihre Familie mitgeben! Aber das war brandgefährlich, eine solche Botschaft konnte sie auffliegen lassen, erst musste sie sie besser kennenlernen.
„Das braune Wasser der Menschen schmeckt so gut“, seufzte der dritte Felsenbewohner, ein Elf. „Manchmal werfen sie Blütenkelche weg, in denen noch etwas drin ist!“
Nach einer Weile hatte sich Kari zusammengereimt, wovon die Rede war. Anscheinend schlürften die Elfen gerne Kaffeereste aus weggeworfenen Bechern von Touristen.
Kari hatte einen Geistesblitz. Sie holte die halbe Tafel Schokolade aus ihrer Jackentasche, brach ein paar Stücke ab und teilte sie aus. „Kennt ihr schon das hier?“
„Köstlich!“, schwärmte die Elfe mit der Rolex. „Ist das Ambrosia?“
„Nein, Vollmilch-Nuss.“
„Fiii, hast du noch mehr davon?“ Die Elfe mit den Mondaugen strahlte Kari an und legte verschmitzt den Kopf schief. Sie kletterte auf den Felsen und vollführte einen spontanen Tanz, der aussah, als wäre die Schwerkraft vorübergehend abgeschafft.
„Später“, sagte Kari und nibbelte an ihrem eigenen Schokostück. Sie hätte sich zu gerne eine ganze Rippe gegönnt, aber wertvolle Tauschware durfte man nicht als Trostfutter missbrauchen. Und der nächste Supermarkt war verdammt weit weg.
„Könnt ihr für uns etwas erledigen?“ Bjarni schob eine kleine Hand weg, die ihm seine Münze aus der Hosentasche klauen wollte. „Wir brauchen ein paar besondere Kräuter.“
Niemand hörte zu. Der Elfenmann und die Elfe mit der Rolex zogen sich gerade fauchend wie Katzen an den Haaren, anscheinend wegen der unterschiedlichen Anzahl der Nüsse in den Schokostücken.
„Mal langsam, Leute“, meinte Kari. „Regt euch ab, ja? Ich brauche eure Hilfe, könnt ihr etwas für mich finden?“
„Wir können alles finden, sogar das Glück und einen Regenbogen“, brüstete sich die dritte Elfe, die ihren Tanz beendet hatte und nun mit elegant gekreuzten Beinen auf dem Stein saß.
Kari seufzte. „Na dann schaut mal.“ Kurzerhand schob sie der Elfe das aufgeschlagene Buch unter die Nase und zeigte ihr die Bilder. „Das brauchen wir, und das und das.“
Ihre Gesprächspartnerin betrachtete die Bilder und zog das Näschen kraus. „Langweilig!“
„Es gibt noch mehr Schokolade, wenn ihr es mir bringt.“
„Fiii, wir bringen dir alles, bald sind wir wieder da!“ Schon huschten die drei davon, barfuß und auf Zehenspitzen über die rauen Lavabrocken hinweg, zwischen denen hier und da etwas Grün spross.
Bald? Bloß nicht, schließlich ging es darum, Zeit zu gewinnen!
„Es ist nicht eilig, kein Stress … und wenn ihr ein bisschen Glück entdeckt, dann bringt es bitte auch mit!“, rief Kari ihnen hinterher, doch die Elfen waren schon verschwunden.
„Gut, dass wir diese drei gefunden haben, die sind ganz nett“, erklärte Bjarni ihr auf dem Rückweg. „Die mit der Uhr heißt Sija, die andere war Tuli – sie tanzt unheimlich gerne – und der Elf wird Palo genannt. Auch gut, dass du nicht elfenscheu bist, so wie meine Mutter, sie meidet das huldufólk, als wäre es flüssige Lava! So, gehen wir zurück? Ich muss heim.“
Kari zögerte. Es war so schön hier oberhalb der Stadt, das letzte Sonnenlicht glänzte auf dem See und auf den Dächern von Khyona, selbst die Schwarze Burg mitten in der Oberstadt sah hübsch aus von hier. Die Luft war kühl, aber unglaublich rein und schmeckte frischer als Quellwasser. Über Kari wölbte sich der Himmel, in dem schon die ersten Sterne aufblinkten. „Ich glaube, ich bleibe noch ein bisschen hier. Diesmal finde ich allein zurück.“
„Bist du sicher?“
„Falls ich mich verirre, frage ich einfach jemanden nach dem Weg. Jorunnsgata 62, oder?“ Sie umarmte ihn kurz, was ihn etwas erschreckte, und schaffte es dabei, ihm eine ihrer Silbermünzen in die Tasche zu schmuggeln.
„Genau – aber frag keinen Gnom, der schickt dich in die falsche Richtung.“ Bjarni drückte sie ebenfalls, dann trat er einen Schritt zurück und legte als Abschiedsgruß die Hände mit gespreizten Fingern übereinander, das Zeichen der Schneeflocke. Kari beobachtete, wie er halb rennend, halb springend den Hügel hinablief.
Endlich allein! Kari atmete tief und schloss die Augen. Wenn ich sie wieder aufmache, bin ich wieder in meiner Welt, sagte sie sich, versprach es sich ganz fest. Dann ist dieser seltsame Traum vorbei, und ich muss nie wieder daran denken, dass ich so einen Mist zusammenfantasiert habe.
Doch als sie die Lider hob, fiel ihr erster Blick auf die Burg, die in der Oberstadt kauerte wie ein buckliges Tier. Das hier war eindeutig kein Alptraum, auch wenn es sich so anfühlte!

Woodwalkers 5 – Feindliche Spuren

Arena Verlag, 320 Seiten, 13,99 Euro
E-Book 10,99 Euro, Hörbuch 16,99.

Zurück an der Clearwater High wartet ein neues Abenteuer auf Carag: Das Berufspraktikum vor den Abschlussprüfungen steht an und der Pumajunge schließt sich einem Ranger an. Dabei haben er und seine Freunde gerade ganz andere Sorgen. Widersacher Andrew Milling gewinnt immer mehr Anhänger in seinem Kampf gegen die Menschen. Um denen zu helfen, gründen Carag und seine Freunde kurzerhand einen Secret-Ranger-Club. Aber können sie Milling so wirklich aufhalten? Und wo steckt eigentlich Frankie?

Hier geht´s zur Leseprobe!