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Schatten des Dschungels

Katja Brandis, Hans-Peter Ziemek
Schatten des Dschungels

Gebundene Ausgabe: 412 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg, 1. Auflage 2012
Alter: ab 14 Jahren
Genre: Öko-Thriller
Preis: 16,95 Euro gebundene Ausgabe, Taschenbuch 9,95 Euro, E-Book 8,99

Zählen ein paar Menschenleben, wenn du die ganze Welt retten kannst?
August 2025. Auf einer riskanten Demo in München verliebt sich Cat in Falk, einen jungen Naturschützer, der ihr so viel mutiger und entschlossener vorkommt als sie sich selbst. Gemeinsam kämpfen sie darum, die letzten verbliebenen Regenwälder vor Holzfällern und Konzernen zu retten, bevor es endgültig zu spät ist. Doch warum ist Falk so sicher, dass er und seine Freunde das schaffen werden? Im Dschungel von Guyana weiht Falk sie schließlich in seinen Plan ein: Es gibt einen letzten radikalen Weg, um die Vernichtung der Wälder aufzuhalten. Cat steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens… soll sie Falk dabei helfen oder versuchen, ihn zu stoppen? Denn wenn irgendetwas schief geht, kann dieses Projekt in einer Katastrophe enden…

„Diese Geschichte ist so dicht wie der Dschungel, in den ich mit Cat und Falk gereist bin. Ein spannungsgeladenes, mutiges und wichtiges Buch!“ Isabel Abedi über „Schatten des Dschungels“

Nach Ruf der Tiefe ist das nun schon das zweite Gemeinschaftsprojekt von mir und dem Biologen Hans-Peter Ziemek, der das Institut für Biologiedidaktik in Gießen leitet. Unter dem Arbeitstitel „Last Hope“ habe ich den Roman im Frühjahr 2011 geschrieben, und dabei ist mir das Buch sehr ans Herz gewachsen. Ich hoffe, es wird so wie „Ruf der Tiefe“ seinen Weg gehen…

Zur Leseprobe

Zur Entstehungsgeschichte

10 Dinge, die du tun kannst, um den Regenwald zu retten

Leseprobe „Schatten des Dschungels“ (vom Anfang)

1. Kapitel
Heiße Wut

Es ist Spätsommer, aber die Luft schmeckt schon nach Herbst. Wir haben eine Demo organisiert, und auf dem Kapuzinerplatz und in der Tumblingerstraße wimmelt es von Menschen. Ein paar Elektroautos gleiten fast lautlos im Schrittempo vorbei, durch die Windschutzscheibe kann ich die finsteren Gesichter der Fahrer sehen. Ja, wir stören, und das ist genau der Sinn der Sache. Ich stehe vor dem sandfarbenen Gebäude des Instituts für Tropenökologie, dort drinnen tagt der deutsche Umweltminister gerade mit Kollegen aus Asien und Südamerika. Sie entscheiden über eine Welt, die ihnen nicht gehört, und über Wälder, die ihnen nichts bedeuten. Ein paar Polizisten stehen am Eingang, wachsam beobachten sie uns. Wir halten ihnen unsere Transparente ins Gesicht, auf denen „Der Regenwald gehört allen!“ und „Stoppt die Abholzung!“ steht. Um mich herum ist ein dichtes Gedränge, mindestens siebenhundert Menschen sind es, oder schon achthundert, tausend? Immer mehr schließen sich uns an. Ich fühle mich, als hätte ich auf nüchternen Magen Sekt getrunken. Es ist so schön, von Leuten umgeben zu sein, die alle das gleiche Ziel haben, die es auch nicht kaltlässt, was mit der Erde geschieht.
Ein schneller Blick in die Runde, um zu sehen, wo meine Freunde sind: Lena-Marie und Mark stehen dort vorne in der Menge, sie unterhalten sich gerade mit einem bärtigen Mann, auf dessen T-Shirt Ich esse keine Klone! steht. Sarah betreut den Infostand unserer Organisation Living Earth und quatscht mit einem jungen Paar. Als sie mich sieht, winkt sie mich heran. „Cat, könntest du ein paar Flyer verteilen?“
„Klar, mach ich.“ Ich schnappe mir einen Packen vom Infostand und biete die Flyer Passanten an; viele von ihnen sind auf dem Weg zur Agentur für Arbeit, das klotzige Gebäude gleich nebenan. Manche lassen das Stück Papier in den nächsten Mülleimer segeln, aber andere lesen es, und ein Mann geht sogar zum Infostand. Yeah! Wieder einer mehr.
Im Grunde warten wir. Darauf, was im Institut entschieden wird. Es geht um ein Abkommen zum Schutz der Regenwälder, schon längst hätte es beschlossen werden sollen. Jetzt haben wir schon das Jahr 2025 und noch immer wird um den genauen Wortlaut gefeilscht. Wir sind hier, um diese Minister daran zu erinnern, dass es viele Menschen interessiert, was sie dort drinnen aushecken. Die Kerle sollen hören, sehen und spüren, dass wir ihnen auf die Finger schauen.

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Leseprobe aus „Schatten des Dschungels“ (aus dem zweiten Drittel)

In geheimer Mission

Falk, Lindy und die anderen sind beim Ausrüstungszelt. Ich geselle mich zu ihnen, kaue an meinem Sandwich und schaue zu, was sie machen. Falk trägt eine Datenbrille und bemerkt mich nicht, als ich herankomme. Mit winzigen, präzisen Bewegungen bedienen seine Hände eine Fernsteuerung, aha, der Mini-Quadrocopter ist gerade im Einsatz. Er fliegt ziemlich hoch, das Bild auf dem Monitor zeigt die Brokkoli-Landschaft der Baumkronen. Sonnenlicht flutet mir durch die Linse entgegen. Jetzt gleitet die Kamera weiter, erfasst eine Lücke im Wald, eine Lichtung … nein, es ist keine Lichtung, ich sehe Baumstümpfe, eine Rauchsäule, Menschen. Der Schock fährt mir durch den ganzen Körper. Auch hier. Auch hier! Hat Falk nicht gesagt, das hier in Guyana sei der letzte unberührte Regenwald? Sieht so aus, als sei es damit vorbei. Vielleicht ist der Wald, den wir jetzt erforschen, in ein paar Monaten schon nicht mehr da. Mir ist zum Heulen zumute.

„Ich glaube, es sind ungefähr zehn Leute“, sagt Lindy nüchtern. „Kannst du näher herangehen, Falk?“

Falk schüttelt kaum merklich den Kopf. „Nicht ohne dass sie es merken.“

„Hat jemand die Abholzung genehmigt oder sind die Typen illegal da?“, mische ich mich ein, und Michelle sagt knapp: „Illegal.“ Sie streicht sich nachdenklich über das Kinn. „In ein paar Stunden zu Fuß müssten wir sie erreichen können.“

Der Quadrocopter legt sich in die Kurve, fliegt jetzt so schnell, dass auf dem Bild nur noch verwischte grüne Streifen zu erkennen sind. „Sobald ich ihn am Boden hab, gehen wir los“, sagt Falk. „Lindy? Pancake?“

Lindy nickt grimmig, und Pancake sagt: „Gib mir eine Minute, ich bereite alles vor. Wir ziehen es durch. Now or never.“

Irgendetwas haben sie vor, sie machen sich nicht mal die Mühe, es zu verbergen. Ich wüsste nur zu gerne, was sie planen. Aber wie hoch ist jetzt noch die Chance, dass sie mir das anvertrauen? „Was wollt ihr denn machen?“, frage ich trotzdem, ganz beiläufig, damit die anderen nicht denken, ich wolle sie wieder auf irgendeine Weise anklagen. Und weil ich Holzfäller – Baummörder! – noch nie ausstehen konnte, füge ich spontan hinzu: „Kann ich mit?“

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Entstehungsgeschichte von „Schatten des Dschungels“

Entstehungsgeschichte „Schatten des Dschungels“

von Katja Brandis

*** Achtung, Spoiler! ***

Im Juli 2009 schickte Hans-Peter mir einen Projektvorschlag mit dem Titel „Die Frösche sterben – die Menschen sterben auch“. Darin ging es um einen – wirklich existierenden – Hautpilz, der seit einigen Jahren Amphibien in aller Welt tötet und der in seiner Roman-Idee schließlich auf die Menschheit übergreift. WHO und UNO beschließen trotz aller Proteste von Wissenschaftlern, alle Amphibienbestände auszurotten. Eine junge Biologin versucht es zu verhindern, doch ohne Erfolg, sämtliche Amphibien werden getötet. Mit schlimmen Folgen, zwar ist der Hautpilz jetzt eingedämmt, doch dafür brechen die Ökosysteme zusammen. Eine Suche nach den letzten Fröschen beginnt, um sie wieder anzusiedeln…

Kurz darauf las ich im Sommer 2009 den Artikel „Heer der Fliegen“ im Spiegel und regte mich furchtbar darüber auf. Bisher ist die Situation in Afrika so, dass manche Gebiete wegen der Tsetsefliege, die die Schlafkrankheit überträgt, nicht von Menschen besiedelt werden können. Wildtiere sind immun gegen die Krankheit, Menschen und ihre Rinder, Ziegen etc. nicht. Ich fand den Plan, die Tsetsefliege auszurotten und so die letzten verbliebenen Wildnisgebiete Afrikas als Weide- und Ackerland zu erschließen, längst nicht so toll wie der Autor des Berichts. Am gleichen Tag wurden in meinem Kopf Cat, Falk und das Projekt Last Hope geboren, ganz spontan schrieb ich die kurze Passage, die zur Keimzelle des Romans wurde.

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10 Dinge, die du tun kannst, um den Regenwald zu schützen

Foto:Christian Ziegler

Leserin Daria hat mir geschrieben: „Ich habe gerade ´Schatten des Dschungels´ gelesen und wollte mal sagen, dass mich dieses Buch sehr berührt hat. Ich interessiere mich schon lange für den Regenwald, und würde gerne helfen, die Natur zu schützen. Dieses Buch hat mich aufgeweckt, aber wie kann man denn helfen? Ich bin 14 Jahre alt und wohne in Rheinland-Pfalz auf dem Land. Ich hätte keine Möglichkeit, zu spenden, oder (wie Cat) Organisationen beizutreten und/oder an Demonstrationen teilzunehmen.“

Über diese Mail habe ich mich sehr gefreut, und deshalb gibt es jetzt hier eine Liste von 10 Dingen, die du selbst tun kannst, um den Regenwald zu schützen. Manchmal ist es dafür nötig, deine Eltern zu überzeugen, aber das kannst du ja zumindest versuchen. Viel Glück und danke, dass du mitmachst!!!
Katja Brandis
KatjaBrandis@web.de

1.     Weniger Fleisch essen. In Südamerika werden weite Dschungelflächen abgeholzt, um Platz für Rinderweiden zu schaffen. Zum anderen wird in den Industriestaaten Soja an Rinder und Schweine verfüttert. Für die Sojaplantagen muss viel Regenwald weichen. Es gibt viele leckere vegetarische Gerichte, und täglich Fleisch zu essen ist sowieso nicht besonders gesund.

2.     Kauft in der Familie keine Gegenstände aus Tropenholz wie z.B. Teak, Mahagoni, Abachi, Meranti, Kambala etc. Es ist leider erstaunlich, was alles aus Tropenhölzern angefertigt wird: Essbrettchen, Essstäbchen, Gartenmöbel. Aber Tropenholz gehört nur an einen einzigen Ort – in den Regenwald! Leider ist es nicht immer leicht zu erkennen, was aus Tropenholz besteht und was nicht. Aber bei größeren Gegenständen steht es meist drauf und man kann auch die Verkäufer fragen. Unbedenklich ist Holz mit dem FSC-Siegel. Achtung, alle anderen Siegel sind Augenwischerei!

3.     Verwendet keine Grillkohle aus Tropenholz. Die Insel Haiti war einst völlig bewaldet, von diesen Wäldern ist nur noch ein Zehntel übrig. Hauptgrund war und ist die Herstellung von Holzkohle für Nordamerikaner und Europäer. Die heimisch hergestellte Grillkohle (zum Beispiel aus Buchenholz) ist genauso gut, aber ein klein wenig teurer.  Bei Billigkohle kannst du davon ausgehen, dass sie aus Tropenholz besteht.

4.     Meide Produkte, die Palmöl enthalten. Durch Ölpalmen-Plantagen haben Indonesien und Malaysia fast sämtliche Regenwälder verloren, und seit etwa 2005 werden in der peruanischen Amazonasregion riesige Regenwaldflächen abgeholzt um Ölpalmen zu pflanzen. Überwiegend wird das gewonnene Palmöl in Biosprit umgewandelt (also keinen E10-Sprit in den Tank, die Bezeichnung Bio ist hier ein schlechter Witz!). Ebenso findet sich Palmöl in Pflegeprodukten und Lebensmitteln.

5.     Verbrauche weniger Papier. Wusstet du schon, dass aus Tropenholz unter anderem Taschentücher und Toilettenpapier hergestellt wird? Kein schönes Schicksal für die mächtigen Regenwaldbäume. Da ist es doch besser, man kauft Toilettenpapier aus Recyclingpapier.

6.     Öko-Produkte und fair gehandelte Produkte kaufen. Beim Kauf von Mango, Papaya, Avocado oder anderen Tropenfrüchten sollten du und deine Eltern auf die zertifizierten Öko-Siegel achten. In der Regel stammen diese Produkte aus ökologisch nachhaltigem Anbau, für den keine weiteren Waldflächen den Kettensägen zum Opfer fallen.

7.     Verwende weniger Plastik. Plastikgegenstände werden fast ausschließlich aus Öl hergestellt, und mit die größten Erdölreserven sind in Urwaldgebieten, wie etwa in Nigeria, Ecuador, Peru, Brasilien, Venezuela oder Kanada. Wenn es gefördert wird, ist das für die Natur in diesen Gegenden eine Katastrophe. Du könntest zum Beispiel die Getränke für deine nächste Party in Glasflaschen kaufen (wiederverwendbaren natürlich), nicht in Plastikflaschen.

8.     Protestiere gegen Projekte, die dem Regenwald schaden. Das kannst du zum Beispiel, indem du dich bei Initiativen wie „Rettet den Regenwald“ (www.regenwald.org), der Greenpeace-Jugend (www.greenpeace-jugend.de) oder der WWF-Jugend (www.wwf-jugend.de) informierst und dort an Protesten (zum Teil per Internet/Mail) beteiligst. Wenn du zwischen 14 und 19 Jahren alt bist, könntest du auch in eine der Jugendgruppen eintreten und bei deren Umweltprojekten mitmachen. In welchen Orten es bereits Jugendgruppen gibt, kannst du auf der Homepage nachschauen. Es gibt keine in deiner Gegend? Na, dann gründe einfach eine! Du könntest zum Beispiel einen Aushang am Schwarzen Brett deiner Schule machen, um Gleichgesinnte zu finden. Dadurch lernst du gleich noch ein paar neue Leute kennen.

9.     Gib diese Tipps weiter. Zum Beispiel könntest du in der Schule einen Vortrag über das Thema halten oder ein Projekt zum Thema starten. Oder wie wäre es mit einem Artikel in der Schülerzeitung? Je mehr Leute den Wunsch haben, den Regenwald zu schützen, desto mehr lässt sich bewegen!

10. Lass dir ein Stück Regenwald schenken. Zum Beispiel könntest du dir von deinen Verwandten statt eines „normalen“ Geburtstagsgeschenks eine Spende für den Regenwald wünschen. Damit bekommst du sozusagen ein Stück Regenwald geschenkt, viele Pflanzen und Tiere verdanken dir, dass ihre Heimat erhalten wird. Schön, oder? Besonders sinnvoll ist es, Organisationen und Projekte zu unterstützen, die noch weitgehend unberührte Regenwaldgebiete aufkaufen oder bestehende Schutzgebiete finanzieren. Selbst wenn du nur zehn Euro spendest oder spenden lässt, dann hast du schon Dutzende von Bäumen vor Holzfällern bewahrt. Ich selbst habe schon einen Teil meines Buchhonorars gespendet und unterstütze auch weiterhin folgende Organisationen:

Greenpeace
Setzt sich für den Schutz der Wälder, Meere und Atmosphäre ein, durch politischen Druck und ganz konkrete Aktionen.
www.greenpeace.de

Rettet den Regenwald e.V.
Gemeinnütziger Verein, der Protestaktionen koordiniert und z.B. Regenwald in Paraguay kauft, um ihn zu schützen. Gibt das Magazin „Regenwald-Report“ heraus.
info@regenwald.org
www.regenwald.org

Regenwaldschutz-Projekt Chanchamayo Peru
Privatinitiative von Regenwaldfreunden. Projektkoordinator: Harald Petrul
http://projekt-chanchamayo.jimdo.com