Archive für die Kategorie » Fantasyromane «

6. Juli 2009 | Autor:

1. Kapitel
Der Lockruf der Gefahr

Auf den ersten Blick sahen Skorpionkatzen fast niedlich aus. Ihr silbriggrauer Pelz schützte sie tagsüber vor der Sonne und nachts vor der Kälte auf den Ebenen von Tassos, der Provinz der Feuer-Gilde. Wie alle Nachtjäger hatten sie große dunkle Augen. Ausgewachsen gingen sie einem Menschen gerade mal bis zum Knie. Doch ihre Klauen waren messerscharf, und über ihrem Rücken wölbte sich der Schwanz mit dem Giftstachel, der sie zu tödlichen Gegnern machte.
Der Gedanke, eine von ihnen zu zähmen, ging Alena nicht aus dem Kopf. Allen Jugendlichen war es streng verboten, sich mit den Katzen anzulegen. Noch ein Grund mehr, genau das zu tun. Es durfte nur niemand davon erfahren.
Ihr Vater Tavian war in der Schmiede, er schliff gerade einen Dolch. Er blickte nur kurz auf, als sie ihr Smaragdschwert anlegte und sich den Umhang über die Schultern warf. „Wohin gehst du?“ mehr…

6. Juli 2009 | Autor:

Alaak

… ist die Provinz der Erd-Gilde und auf den ersten Blick ein angenehmer Ort, waldreich, schattig und kühl, mit Lichtungen, auf denen man lagern kann, und lockerem dunklem Boden. Doch die Einheimischen, die in den Dörfern und den wenigen größeren Orten wie Canda, Ekaterin und Arcosantis leben, kennen auch die Gefahren dieser Gegend: Zum Beispiel Lanzenbäume, gegen deren durchsichtige, gerade mal daumendicke Stämme man auf keinen Fall versehentlich stoßen sollte. Denn dann kommt der ganze Stamm, der zehnmal so hoch werden kann wie ein Mensch, wie eine glasharte Lanze auf einen herunter. Oder die Blitzranken, die während des Frühlings im Lixantha-Dschungel zur Gefahr werden, weil sie so schnell wachsen und dabei so viel Nahrung benötigen, dass man im Schlaf überwuchert und von den Wurzeln angezapft werden kann. Im westlichen Alaak breitet sich der Weiße Wald aus, der etwa einen Umfang von sieben Tagesreisen hat. mehr…

5. Juli 2009 | Autor:

Rena

Zu Beginn des ersten Bandes ist Rena ke Alaak fünfzehn Winter alt. Sie gehört zur Erd-Gilde, ist darüber aber nicht besonders begeistert – die Feuer-Gilde fasziniert sie, nicht zuletzt deswegen, weil sie in einen Schmiedelehrling verliebt ist. Ihre Eltern waren nicht sehr liebevoll, und sie gaben sie und ihren Bruder schon früh zu Verwandten in die Lehre. Rena soll bei ihrem Onkel Fordas die Kunst des Holzschnitzens lernen. Rena ist zierlich gebaut und hat kurze (später schulterlange) hellbraune Haare. Sie ist zunächst ein wenig schüchtern und eher unscheinbar, erweist sich aber als einfallsreich und mausert sich zu einer geschickten und auf ganz Daresh verehrten Vermittlerin. Von ihrer Neugier wird sie erst böse in Schwierigkeiten gebracht, doch ihre ungewöhnlichen Ideen verändert ganz Daresh. Zu den Halbmenschen hat sie ein ganz besonderes Verhältnis; “Frau der tausend Zungen” wird sie von ihnen genannt, weil sie als einziger Mensch ihre Sprachen versteht.
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5. Juli 2009 | Autor:

Gebundene Ausgabe: 462 Seiten
Verlag: Ueberreuter (Januar 2008)
ISBN-10: 3800053853
ISBN-13: 978-3800053858
Alter: ab 12 Jahren
Preis: 19,95 Euro

Wer in Daresh keiner der vier Gilden – Feuer, Wasser, Erde oder Luft – angehört, ist ein Ausgestoßener. Ausgerechnet in Jorak, einen der Gildenlosen, hat sich die rebellische junge Schwertkämpferin Alena verliebt. Sie hilft ihm bei seinem Kampf, anerkannt zu werden. Doch Luft- und Feuer-Gilde stellen Jorak zwei fast unlösbare Aufgaben, und Alena muss um ihr Leben fürchten, als sie durch eine dunkle Prophezeiung des Mond-Orakels ins Visier der Mächtigen gerät …

4. Juli 2009 | Autor:

Leseprobe aus dem 3. Kapitel

Alena und Jorak brauchen eine Audienz vor dem Hohen Rat der Luft-Gilde – und Elaudio, ein mächtiger Meister vierten Grades, kann sie ihnen verschaffen. Um Elaudio neugierig zu machen und ihn zu einem Treffpunkt zu locken, hat Jorak in einem anonymen Brief angedeutet, was bisher kaum jemand weiß: dass er eine bisher unbekannte Formel der Luft-Gilde besitzt…

Es war eine warme Sommernacht, und da die beiden ersten Monde am Himmel standen, lag ein sanfter Schimmer über der Landschaft.
Joraks Atem ging schnell, als er sich einen Pfad durchs hüfthohe Gestrüpp von Silberthymian und Disteln bahnte. Es war ein Fehler, diesen Treffpunkt zu wählen, ging es ihm immer wieder durch den Kopf, während er die Fackel hob, um einen guten Blick auf den Pfad zu haben. Zwar hatten sie auf dem Hügel außerhalb der Stadt einen guten Blick auf die Umgebung und reichlich Platz, um seine drei Tornados zu demonstrieren. Aber im freien Gelände war die Flucht auch viel schwerer, wenn sie Pech hatten und Elaudio sich als nicht vertrauenswürdig erwies. Und seit der Palast der Trauer im letzten Winter abgebrannt war, kam ihm das Gemäuer noch unheimlicher vor als zuvor. Wie die Rippen eines toten Tieres ragten die übriggebliebenen Säulen in den Himmel, der einst weiße Stein war vom Feuer geschwärzt. Es beruhigte Jorak, dass er Alena und Cchraskar in der Nähe wusste. Sehen konnte er sie nicht, sie schlichen ihm gut versteckt nach und würden sich etwas westlich von hier auf Beobachtungsposten begeben. mehr…

4. Juli 2009 | Autor:
Rena und Ruki mit einem (voll aufgezäumten und bepackten) Dhatla auf dem Weg zum Seenland.

Rena und Ruki mit einem (voll aufgezäumten und bepackten) Dhatla auf dem Weg zum Seenland.

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3. Juli 2009 | Autor:

In vielen Filmen werden inzwischen am Schluß noch einmal witzige mißglückte Szenen gezeigt – aber auch bei Büchern werden ganze Passagen herausgenommen, die sich nicht bewährt haben. Entweder, weil man selbst gemerkt hat, dass man auf einer falschen Spur war, weil Testleser und Lektor gemeckert haben oder weil sie schlicht aus Platzmangel gekürzt werden mussten. Hier sind einige davon – und mit ihnen ein kleiner Einblick in die Werkstatt einer Autorin.
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29. Mai 2009 | Autor:

Diese Szene war der ursprüngliche Anfang des Romans. Doch nach und nach erwies sich, dass diese Version nicht spannend genug war, um die Leser ins Buch „reinzuziehen“. Also schrieb ich den Anfang komplett neu. Hier ist die alte Fassung!

Die Wette

Rena hörte das Gebrüll schon, als sie noch einen guten halben Kilometer vom Dorf entfernt war. Sie erkannte die Stimme des Meisters und konnte sich ohne Mühe vorstellen, wie der Alte jetzt aussah: aufgebläht wie ein Ochsenfrosch, rot im Gesicht vor Anstrengung, den Mund so weit aufgerissen, daß man die fehlenden Zähne ganz hinten sah. Nur leider war es wohl wieder einmal ihretwegen, daß er in diesen Zustand geraten war. mehr…

28. Mai 2009 | Autor:

Auf der Flucht vor der Regentin wird Rena gefangengenommen und als Sklavin verkauft. Ersteigert wird sie von einer freien Söldnerin mit grünen Raubvogelaugen: Alix.
Ich entschied mich, diesen gesamten Handlungsverlauf aufzugeben, da von den anderen Autoren die berechtigte Kritik kam, dass Rena zu passiv sei. Sie flieht, wird verkauft… aber hat keine eigenen brennenden Ziele. Also: Zwanzig Seiten in den Papierkorb und nochmal von vorne. Hier ist die ursprüngliche Szene!

Rena wird als Sklavin verkauft

Schließlich waren sie an ihrem vorläufigen Ziel, einem großen Haus aus Grasmatten, angekommen. Der Grauhaarige kettete Rena an einen Ring in der Hauswand, stellte ihr einen Becher Wasser hin und überließ sie sich selbst. Endlich war sie allein!

Sobald der Händler außer Sicht war, trat Rena in Aktion, prüfte wie dick die Hauswand und wie stabil die Kette war. Diese Grashäuser hielten bestimmt nicht viel aus… Nervös sah sie sich um, aber der Alte war immer noch außer Sicht. Rena duckte sich, sammelte ihre Kräfte zum Sprung, und warf sich dann mit aller Kraft nach vorne. Etwas knirschte, aber es war nicht die Wand gewesen, sondern ihre Gelenke. Passanten wandten sich erstaunt um. Aber niemand schien sich Sorgen darüber zu machen, dass ihr die Flucht gelingen könnte. mehr…

27. Mai 2009 | Autor:

Diese Szene – ein Duell zwischen Alix und Rowan – gefiel mir zwar ziemlich gut, aber mehrere Testleser und mein erster Lektor monierten sie und meinten, Alix und Rowan sollten sich lieber allmählich aneinander gewöhnen und schätzen lernen. Also flog das Duell aus dem Roman.

Feuer und Wind

Alix sprang auf und ließ das kalte Feuer herunterbrennen, als sie Rena und Rowan aus dem See auftauchen sah, gefolgt von noch zwei anderen Menschen und einer ganzen Schar von krötenähnlichen Wesen. Sie öffnete den Mund, aber kein Ton kam heraus. Rena umarmte sie und durchnäßte sie dabei völlig. “Ich komme gerade aus der Residenz des Gildenrates!”

Alix begriff sofort. “Der See…?” mehr…