Archiv der Kategorie: Fundgrube

Praktikumsbericht Lisa Mair

Oktober 2018

Freitag! Wow, ich sitze hier an meinem Schreibtisch und starre aus dem Fenster. Gerade habe ich mit Katja besprochen, was mich an meinem letzten Tag hier noch erwartet. Ich bin wirklich baff. Die Woche ist an mir vorbeigeflogen wie ein ICE mit Düsenantrieb. Das war mit Abstand die informationsreichste und hilfreichste Woche meines Lebens! Nie hätte ich gedacht, dass man bei einem Praktikum so unglaublich viel lernen kann!

Am Montag hat mich Katja herzlich bei sich aufgenommen. Sie hat mir alles gezeigt und mir einen Plan mit Aufgaben gegeben, die ich abarbeiten sollte. Ich muss gestehen, als ich am ersten Tag nach Hause gekommen bin, war ich leicht enttäuscht, weil ich mir nicht richtig sicher war, ob ich mir das so vorgestellt hatte, da ich auch ziemlich viel für mich allein arbeiten durfte, was ich bisher nicht gewohnt war. Aber dann bin ich meine Notizen durchgegangen, die ich im Laufe des Tages angefertigt habe und war positiv überrascht, wie viel ich von Katja gelernt habe. Zudem weiß ich jetzt, was es bedeutet, sich wirklich vier Stunden konzentriert hinter seinen Schreibtisch zu sitzen, alle Geräte um sich rum auszuschalten und sich nur auf seine Arbeit zu fokusieren. Danke Katja! Ohne dich, hätte ich diese Erfahrung vermutlich nie gemacht, wie es sich anfühlt, so produktiv und ganz auf sich gestellt zu sein!

Beim gemeinsamen Mittagessen habe ich unglaublich viel vom Alltag einer Autorin erfahren. Habe neue Erkenntnisse über Lesungen, das Schreiben allgemein, Verfilmungen und noch vieles mehr gesammelt. Zudem durfte ich ihr auch selbst geschriebene Texte von mir vorlesen und habe sofort Rückmeldung von ihr und ihrem Sohn bekommen. Sie haben mir gesagt, was sie gut fanden und was nicht und nicht nur so larifari, sondern auf eine Weise, dass ich wirklich etwas lernen konnte. Im Laufe der Woche hat mir Katja jeden Morgen neue Aufgaben gegeben, die ich für sie erledigen sollte. Ich durfte neue Figuren entwerfen, Haikus schreiben, über neue Schauplätze rescherchieren, Namen für Eisdrachen erfinden, Woodwalkersanhänger basteln, das Exposé ihres neuen Romans lesen und bewerten, ihre Briefe zur Post fahren, Brot kaufen und Rezensionen im Internet veröffentlichen. Zudem durfte ich hautnah miterleben, wie die Mail aus Hollywood eintraf, dass sie Interesse daran haben „Khyona“ zu verfilmen. Ist das nicht der Hammer?! Wir waren beide total perplex und mega happy! Ich habe mich so unglaublich für Katja gefreut!

Am Donnerstag haben wir zusammen einen neuen Youtube-Film gedreht. Das hat total viel Spaß gemacht, weil ich zuvor gar nicht wusste, auf was für kleine Details man da alles gucken muss!

Die andere Hälfte der Zeit stand mir zur Verfügung, um an meinen eigenen Projekten zu arbeiten und ich war jeden Abend erstaunt, wie gut ich vorangekommen bin!

Und jetzt ist es Freitag. Für heute stehen noch Katjas Probe der Vorlesung für die Frankfurter Buchmesse am Wochenende auf dem Plan und anschließend die Korrektur meines zweiten Manuskriptes. Alles in Allem weiß ich gar nicht, wie ich meine Gefühle und meinen unbeschreiblich großen Dank in Worte packen soll! Vermutlich gibt es dafür einfach keine Ausdruck. Dank Katja bin ich jetzt zu 100 Prozent überzeugt davon, dass Autorin der beste Beruf ist, den man haben kann und ich bin wieder neu fokussiert auf mein Ziel mit vielen neuen Tipps im Gepäck und einem neuen Schub Motivation! Ich weiß jetzt, dass wenn man etwas möchte, man Spaß daran hat und man nie aufhört seine Träume zu verfolgen, dann kann man seine Ziele erreichen. Dieses Wissen fühlt sich einfach nur total gut an. Katja hat mir gezeigt, dass mehr in mir steckt, als ich gedacht habe und ich werde diese Zeit hier echt vermissen! Am Liebsten würde ich noch auf ein halbes Jahr verlängern! Aber das geht natürlich nicht 😉 Mir steigen jetzt schon fast die Tränen in die Augen – oh Mann!

DANKE, DANKE, DANKE!

Praktikumsbericht Jessica Kottas

Jessica Kottas

September 2018

Ihr kennt das vielleicht, dieses Gefühl der Panik, wenn man ein Stück von sich selbst, von seiner Seele abgibt und jemanden anderen anvertraut – das ist für mich jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, für die ich jede Menge Überwindung brauche.
Meine Schreibprojekte sind solche Dinge, die mir am Herzen liegen und deswegen nur sehr selten das Licht der Welt erblicken. Aber nach diesen wundervollen zwei Wochen Praktikum bei Katja Brandis kann ich sagen, dass ich über mich hinausgewachsen bin.

Immer, wenn ich ihr eine neue Probe meiner Schreibarbeit gab, zitterten mir danach die Hände; aber ich hätte mir keine bessere Autorin für diese Herausforderung aussuchen können.
Am Anfang meinte Katja zu mir, dass wir mein neues Exposé in der Luft zusammen zerreißen würden und obwohl ich davor erst so viel Angst hatte, hätte mir nichts besseres passieren können: Katja gab mir Tipps, sie fragte nach, sie diskutierte mit mir und half mir schließlich, auch auf mich selber ein bisschen stolz zu sein.

Kudos an Katja dafür, dass sie mir nie das Gefühl gegeben hat, ich würde irgendwelchen Müll von mir geben. Ich habe mich wirklich wohl bei ihr gefühlt und dadurch konnte ich sogar relativ schnell aus meiner Rolle als nervöses Wrack schlüpfen und ungehindert alles aufschreiben, was mir in den Sinn kam. Ich habe in der kurzen Zeit mehr und kreativer an meinem eigenen Projekt gearbeitet, als ich es je zuvor geschafft habe!

In meiner Zeit bei ihr durfte ich außerdem neue Exposés testlesen (wow!), mir selber weitere Figuren für „Khyona – Die Macht der Eisdrachen“ ausdenken (Wahnsinn!), ich habe Ketten für „Woodwalkers“ gebastelt und dafür einen neuen Rekord aufgestellt.
Schließlich habe ich sogar einen Youtube-Kanal für Katja erstellt, den ihr zusammen mit ihrem ersten Video hier (https://www.youtube.com/watch?v=XdcBU5ZhoyY&feature=youtu.be) finden könnt.

Egal, in welcher Hinsicht, ich wurde immer kreativ gefordert und ich hätte nicht mehr Spaß haben können. Zwischendurch, in den Mittagspausen, kamen wir dann alle zusammen, um uns das Essen schmecken zu lassen und dabei durfte ich Katja und ihre Familie auch persönlich ein bisschen besser kennenlernen. Dabei wurde dann auch noch kräftig über die vorangegangenen Aufgaben und deren Ergebnisse diskutiert, was ich auch als sehr lustig empfand.

Ihr seht, ich habe mich in diesen zwei Wochen in ganz verschiedenen Dinge geübt und ich kann nur eins sagen: Danke, für die wunderbaren Erlebnisse, für die aufschlussreichen und interessanten Gespräche, für alle deine Weisheiten und Erfahrungen, die du mit mir geteilt hast. Danke.

Ich werde auf jeden Fall einige der Praktiken, die ich hier gelernt habe, übernehmen und mit nach Hause bringen; sei es nun die ausführliche Charakterisierung von Figuren oder die Techniken, um einen guten Plot zustande zu bringen – ich konnte viel für meine Zukunft und alles was noch kommen wird mitnehmen. Wer weiß, vielleicht werdet ihr ja wirklich irgendwann etwas von mir lesen, etwas, von dem ich weiß, es wäre ohne diese zwei Wochen niemals so gut zustande gekommen.

Zum Schluss noch an euch, die ihr das lest und vielleicht selbst von einem Praktikum bei einer echten, erfahrenen Autorin, wie Katja träumt: Traut euch, eine Bewerbung zu schreiben. Ihr werdet mit neuen Erkenntnissen aus dieser Erfahrung hervorgehen, ihr werdet euch selber besser kennenlernen und ihr könnt neue Motivation sowie Kraft daraus ziehen. Es kann nur gut werden.
Und vor allem: Habt keine Angst, anderen eure Werke zu zeigen, so wie ich sie hatte; jegliche Kritik wird euch nur noch besser machen und helfen, den richtigen Weg für eure tolle Geschichte zu finden.

Viel Spaß an alle zukünftigen Schreiberlinge und Praktikanten!
Danke für die tolle Zeit!

Praktikumsbericht Monja Herold

März 2018

Jetzt sitze ich ihr, am vorletzten Tag, draußen ist ein Sonnenkuss-Tag (wie ich die Tage, an denen es sich anfühlt als ob die Sonne die Haut küsst, in meiner Geschichte gerne nenne). Mir kommt es vor als wäre es erst gestern gewesen, dass ich das Praktikum bei einer Autorin auf Katjas Internetseite entdeckt habe. Den ganzen Tag schreiben, kreativ sein, himmlisch habe ich mir das vorgestellt, und so ist es übrigens auch gewesen. Also wollte ich mich mit meiner ungewöhnlichen Geschichte bewerben. Ich hatte viel Bedenken, das wohl größte Problem war meines Erachtens mein Alter, mit 14 war ich noch viel zu jung, denn auf der Internetseite stand ganz klar, dass dieses Praktikum erst ab 16 ist. Als ich dann in einem anderen Praktikumsbericht auch noch las, dass ein anderer Bewerber es nicht geschafft hatte, wollte ich eigentlich aufgeben. Mein Papa redete mir so lange gut zu bis Ich meine Geschichte schließlich abschickte, an der Stelle, danke Papa, dass du immer so positiv gestimmt warst.

Ein paar Tage später hatte ich es tatsächlich geschafft, ich war angenommen und so glücklich. Dass das Praktikum in München war und damit ziemlich weit von meinem Zuhause in Düsseldorf entfernt, spielte zu diesem Zeitpunkt schon keine Rolle mehr. Meine ganze Familie unterstützte mich, wofür ich immer noch sehr dankbar bin, und schließlich hatten wir für diese zwei Wochen auch schon ein Ferienhaus gebucht.

Trotz der ganzen Vorfreude würde ich lügen wenn ich sagen würde, dass ich nicht aufgeregt war. Ich denke ich hatte wie jede Praktikantin vor mir dieselben Ängste. Ich hatte Angst, dass Katja mich nicht mögen würde (was sich im Nachhinein als vollkommen unnötig erwies), Angst, dass ihr vielleicht auch meine Geschichte letztendlich doch nicht gefallen würde oder, dass sie im Nachhinein vielleicht auch einfach mit meiner kompletten Arbeit nicht zufrieden wäre. Mit wackeligen Knien kam ich am ersten Tag hier an und bekam direkt mein eigenes Büro, lernte Katjas Sohn, ihren Mann und ihre drei Katzen kennen und anschließen gab sie mir ein paar Aufgaben die ich im Laufe der zwei Wochen bearbeiten sollte. Schnell wurde mir klar das alle meine Ängste unberechtigt waren, denn Katja ist wirklicher ein netter sympatischer Mensch.

Eifrig machte ich mich dran, zwischendurch wurde ich von dem lieben rotem Kater Leon besucht, der mich auch an meinen Kater Ginger erinnerte. Selten verirrte sich auch mal eine der anderen beiden Katzen zu mir, die wie auch Leon  immer mit Freude von mir empfangen wurden. Wenn Leon kam, legte er sich auf meinen Schoß und hörte mir endlos lange beim Tippen zu. Auch die Mittagspausen waren nie langweilig für mich, wir hatten immer genug zu besprechen. Manchmal las ich ihr meine Geschichte vor und sie kritisierte oder sagte was ihr gefiel, was mich unheimlich weiterbrachte und wodurch ich auch sicherer wurde. Denn schließlich ist Katja mit ihrem Bestseller Woodwalkers ein echter Profi und weiß was den Leuten gefällt und was nicht. Zweimal diente ich als Ersatzzuschauer ihrer Lesungen und lieferte ihr in den wichtigen Generalproben meine Meinung ab.

Die erste Woche verbrachte ich damit, Khyona (Meine Rezension dazu, findet ihr übrigens auch hier irgendwo), ein Buch von Katja was ich als eine der ersten Lesen durfte, da es erst im Juli diesen Jahres erscheinen wird, zu lesen. Als ich fertig war, noch vollkommen versunken in Isslar, die Welt in der Khyona spielt, half ich mit Nebenfiguren und Orte für den zweiten Band zu entwickeln. Auch diese besprachen wir dann gemeinsam in der Mittagspause und Katja erklärte was ihr gefiel und was nicht.

Natürlich wollte Katja auch, dass ich mit meinen eigenen Projekten weiterkahm und so schrieb ich ebenso an meinem eigenen Werk weiter. Sie half mir dabei meine eigenen Figuren noch besser kennenzulernen und noch mehr über sie nachzudenken. Ich bearbeitete diese Aufgaben ausführlich und so zogen sie sich auch in die zweite Woche. Kaum zu glauben, dass diese zwei Wochen, die mir anfangs noch so lange vorkamen, jetzt schon wieder vorbei sind, die Zeit vergeht so schnell.

Ich habe es also doch geschafft und das zeigt wieder, dass es sich lohnt für Träume zu kämpfen. Dieses außergewöhnliche  Praktikum ist wirklich eine einzigartige Chance die man so schnell nicht noch einmal bekommt und ich habe viel Brauchbares gelernt. Dafür wollte ich auch dir, Katja, noch mal danken, dass du mich trotz meines Alters genommen hast und mir so viel Neues beigebracht hast. Ich hoffe dir hat die Zeit mit mir gefallen. Denn mir hat sie wirklich sehr gefallen.

Praktikumsbericht Celine Schmidtke

Dezember 2017

Ich sitze an dem Holzschreibtisch, an dem viele Praktikanten vor mir schon gesessen sind. Durch das Fenster beobachte ich die Kinder, die draußen im gegenüberliegenden Kindergarten mit ihren Schneeanzügen durch den Garten hüpfen. Und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Ich erinnere mich an den ersten Tag, an dem ich glatt zu spät gekommen bin, weil es zum ersten Mal richtig geschneit hat und das S-Bahn-Netz völlig zusammengebrochen ist.  Ein grandioser Start, wirklich. Doch Katja und ihre Familie (inklusive ihrer Katzen) haben mich gleich vom ersten Tag an herzlich bei sich aufgenommen und so konnte es nur noch besser werden.

Ich erhielt eine Liste mit mehreren vielfältigen Aufgaben, die ich in den nächsten zwei Wochen erfüllen durfte. Das ging vom Recherchieren zu Übungen zum Thema Plotten über das Vorschlagen möglicher Ereignisse in Katjas neuem Kinderbuch bis hin zum Vorbereiten eines Wochenend-Schreibworkshops. Und nebenbei bastelte ich emsig an den Woodwalkers-Anhängern und durfte ein Handout zu ihrem Workshop aktualisieren. Also viel zu tun, aber es hat mir unglaublich Spaß gemacht und wieder gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir unsere Fantasie und Kreativität einsetzen sollten, wo immer es auch geht!

Doch Katja hat mich auch bei meinem eigenen Romanprojekt unterstützt. Sie half mir bei Schreibblockaden weiter, bastelte beim Mittagessen mit mir an meinen Figuren und dem Plot und lektorierte fleißig meinen Text. Mit ihrer Erfahrung gab sie mir nützliche Tipps an die Hand und brachte neue Ideen mit ein. Überaus motiviert, habe ich mich jeden Tag wieder (trotz frühem Aufstehen) auf das Praktikum gefreut und ich konnte es gar nicht erwarten, endlich an meinem Projekt weiter zu arbeiten.

Neben dem Schreiben und Katjas Aufgaben, durfte ich gleich am zweiten Tag die Agentur Rumler in München besuchen und wurde dort den ganzen Tag über mit Informationen über Autoren, Agenturen, Verlage und Vermarktung versorgt. Außerdem durfte ich eingeschickte Manuskripte lesen und zu ihnen ein Kurzgutachten erstellen. Alles in allem ein sehr spannender Tag!

Am Wochenende ging es schon weiter. Katja gab einen zweitägigen Workshop für Autoren zum Thema „Figur, Plot und Story“. Ich, die Praktikantin, saß zwischen einem Vollprofi wie Katja und mehreren Halbprofis, die alle kurz davor sind ein Buch zu veröffentlichen und durfte an den Übungen teilnehmen und bei der Besprechung der Projekte zuhören. Unglaublich viele Eindrücke, aber sehr interessant, vor allem aufgrund der unterschiedlichen Projekte und der unterschiedlichen Menschen!

In der zweiten Woche stand noch eine Lesung für die sechsten Klassen in einem Gymnasium an. Mindestens genauso gespannt wie die Kinder saß ich zwischen den Sechstklässlern und hörte Katjas tollem Vortrag zu und wie sie aus Woodwalkers vorlas.

Und nun ist es Freitagnachmittag, das Praktikum geht seinem Ende zu und ich bin zwar traurig aber sehr dankbar für diese tolle Zeit. Diese verging zwar wie im Flug, aber die vielen Eindrücke und Einblicke werden bleiben. Danke für diese zwei wundervollen Praktikumswochen!

 

Praktikumsbericht Larissa Heeke

Juli 2017

Eigentlich hatte ich erwartet, die Zeit nach dem Schulabschluss vor allem panisch zu verbringen, mit Kaffee und Sarkasmus als einzige Verteidigung gegen eine völlig ungewisse Zukunft. Zwar wusste ich, dass ich mich später gerne in jeglicher Form mit Geschriebenem, sei es von mir oder von anderen, beschäftigen würde, aber das hieß noch lange nicht, dass ich irgendeinen vernünftigen Plan für mein restliches Leben hatte. Umgeben von dem chaotischen Durcheinander des Lebens mühten ich und meine Mitschüler uns irgendwie durch das Abitur. Es waren apokalyptische Zeiten. Wie ein alter, hoffentlich bekannter Schuldirektor jedoch einst sagte: „Happiness can be found, even in the darkest of times, if one only remembers to turn on the light.“

Der Umschlag hatte damals ganz unschuldig vor mir auf dem Tisch gelegen. Meinen Hogwarts Brief mit entsprechendem Kuchen a la´ Hagrid hatte ich schon erhalten, was sonst sollte mir meine Familie zu meinem achtzehnten Geburtstag schenken? Nach dem Öffnen war ich ein wenig schlauer. Und ein wenig ungläubig. Denn meine Mutter hatte sich mit einer Autorin in Verbindung gesetzt und um ein Praktikum für mich gebeten. Katja Brandis. In München. Ein Praktikum bei Katja Brandis in München. Es war einer dieser Momente, von denen man weiß, dass man sich auch noch Jahre später daran erinnern wird.

Mehrere Wochen später und nach etlichen Planänderungen, verursacht durch Prüfungen und Abschiedszeremonien, war ich hier. An diesem Holztisch, der wohl vielen meiner Vorgängerinnen noch bekannt sein dürfte.

„Die Eisdrachen greifen die Stadt an, wegen einer Energiequelle. Ich weiß nur nicht genau wieso. Um ganz ehrlich zu sein, mehr weiß ich auch generell noch nicht über die Eisdrachen. Irgendeine Idee?“

So könnt ihr euch Katja bei der Arbeit vorstellen. In einem Moment ungenaue Vorstellungen einer sehr vagen Welt und im nächsten Moment ist ein brandneues Gesellschaftssystem bis in die kleinsten Details ausgearbeitet. Fantasie ist ein wunderbares Konstrukt. Der kleinste Gedanke, die winzigste Idee, kann ganze Welten erschaffen. Es ist natürlich auch ein normalerweise langwieriger Prozess verbunden mit intensiver Arbeit, aber eine der wenigen die unglaublich viel Spaß machen. Nie hätte ich gedacht, dass ich eines Tages neben einer waschechten Autorin sitzen würde und ihr bei der Ausarbeitung von solchen Welten helfen dürfte, geschweige denn dabei noch an meine eigenen Werke, die sich seit etlichen Jahren in meinem Kopf ausbreiteten, denken könnte.

So entwarf ich Konzepte für Eisdrachen, schrieb, plante Legenden und Mythen, las und rezensierte, knotete Woodwalkers-Ketten und schrieb noch ein wenig mehr. Vor ein paar Tagen hätte mich der Gedanke erneut von so vielen Fünf- und Sechstklässlern umgeben zu sein, wahnsinnig gemacht, aber hier saß ich außerordentlich zufrieden mit der Welt in einer Schule und hörte Katjas Lesung zu. Gestern hatte ich sogar das Glück, eine Agentur, die Katja und andere Autoren betreut, besuchen zu dürfen.  Man hört anscheinend doch nie mit dem Lernen auf.

An dieser Stelle möchte ich mich wirklich nochmal bei Katja bedanken. Nicht nur war dieses Praktikum unglaublich hilfreich, interessant und bestätigend, sondern es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht die Zeit hier zu verbringen. Die gemeinsamen Mittagessen, die Gespräche mir dir und auch deinem Mann und Sohn (mit exzellentem Buch- und Seriengeschmack 😛 ), und die allgemeine Stimmung, waren nichts, mit dem ich gerechnet habe. Ich werde die Zeit hier in Erinnerung behalten und warte gespannt auf die Veröffentlichung deiner nächsten Werke. Vor allem „das dunkle Wort“. Es war wirklich eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe.  Vielen, vielen Dank.

Praktikumsbericht Jasmin Hütt

Mai 2017

Jasmin Hütt

„Ich musste ihn umbringen. Sorry.“

Du kannst machen, was du willst. Auf Drachen durch Sturmwolken reiten, am Grund des Meeres aufwachsen, dunkle Magie praktizieren. Einer Spur aus Libellenflügeln folgen, mit intelligenten Krakenweibchen kommunizieren, statt Buchhaltung Delfine trainieren. Du kannst Jugendliche in eine heruntergekommene Containerburg am Südpol einsperren, den allerbesten Schwertkämpfer erblinden lassen, Tiere in Menschen verwandeln. Zwei Liebende in unterschiedliche Welten verbannen oder einfach den besten Freund skrupellos ermorden.

Eigentlich bist du Gott. Und das ist schon ein ziemlich cool. Trotzdem … Das mit den Liebenden oder mit dem Mord kann auch ganz schön nach hinten losgehen. Und es gibt schlimmere Strafen als den elektrischen Stuhl, falls man sich gerade in den USA befinden sollte. Menschen lieben Dramatik. Sie lieben gute Unterhaltung. Aber sie müssen immer bei Laune gehalten werden. Sonst bemerken sie dich nicht mal. Oder du bist ganz schnell unten durch.

Ja, du kannst lügen, dass sich die Balken biegen! Du kannst die fantastischsten Welten erfinden und du kannst sogar einen der star crossed lovers umbringen, wenn dir gerade danach ist. Aber das funktioniert nur, wenn du ein großartiger Illusionist bist. Wenn du es schaffst, dass die Menschen dir glauben, obwohl du völligen Schwachsinn verzapfst. Manchmal dagegen kannst du Schicksale einfach nicht verändern – so sehnlichst du dir es selbst wünschen magst. Doch genau das ist der Punkt, an dem die Menschen zu glauben anfangen. Der Punkt, an dem du deine Geschichte zum Leben erweckt hast. An dem du ihren Ausgang nicht mehr selbst in der Hand hältst.

Wo könnte man besser lernen, diese Gradwanderin hinzubekommen, als bei der Frau, die ihn umbringen musste? Katja Brandis, Sylvia Englert, Siri Lindberg – manchmal ist das ganz schön verwirrend. Besonders am Anfang, aber ich glaube, sie ist alle drei ziemlich gerne. So vielseitig wie ihre Namen sind auch ihre Bücher, über fünfzig, Jugendbuch, Fantasy für Erwachsene, Ratgeber. Schreibratgeber. Perfekt.

Jeder kann schreiben. Es gibt nicht einmal eine Ausbildung, an deren Ende man sich dann AutorIn nennen darf. Schade eigentlich, denn spätestens nach diesen zwei Wochen würde ich sagen, dass Schriftsteller Handwerker sind. Natürlich kann man nicht unbedingt lernen, kreativ zu sein – aber handwerkliche Fähigkeiten sind auch in diesem Beruf nicht zu unterschätzen. Ich schreibe gerne einfach drauf los, die Geschichte fließt dann nur so aus meinen Fingern. Hinterher verbringe ich im schlechtesten Fall Tage damit, nach Logikfehlern zu suchen. Gute Planung hat dann doch ihre Vorteile. Praktisch, dass Katja gerade ein paar Eisdrachen auf ihrer Liste stehen hat, an deren Kultur ich mich austoben darf. Und einen armen Kaiman-Wandler, von dem sie bisher nur weiß, dass er Blanca heißt und böse ist. Das kann einfach nicht nur an der schweren Kindheit liegen …

Mein eigener Roman – Hinten im Universum, Science Fiction – ist zwar irgendwie fertig, aber Verlage geben ziemlich viel Geld für Papier aus, auf das sie dann Absagen drucken. Kann ich auch verstehen, denn deren Posteingänge werden von Manuskripten geradezu überschwemmt. Wenn man also nicht untergehen und immerhin fair behandelt werden will, sucht man sich einen guten Agenten. Der macht nicht nur Laufarbeit und Papierkram, er hat ganz einfach Kontakte. Wertvolle Kontakte, denn die Verlage vertrauen auf die Vorauswahl der Agenturen. Zwar fühlt es sich für einen selbst erstmal nicht anders an, die Posteingänge der Agenturen zu überschwemmen, aber die Annahmequoten sind höher und die Antwortzeiten kürzer. Das ist ja schon mal was.

Katja hat natürlich einen Agenten, dem ich einen Tag über die Schulter schauen darf. Irgendwie war mir klar, dass die Welt des Buchverkaufs kompliziert ist. Aber die Agentur Rumler hat mir erst richtig einen Eindruck gegeben, wie viele Hintergrundprozesse innerhalb des Verlages, aber auch zwischen diesem, Agentur und Autor wirklich ablaufen. Die drei dort sind Vollprofis, wirken mit allen Wassern gewaschen und sind außerdem sehr nett. Ich darf ein Gutachten zu einem eingesandten Manuskript schreiben. Ein Bauchgefühl zu begründen ist gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt …

Kreatives Schreiben ist für mich bisher nur ein Hobby. Aber es gibt tatsächlich Menschen, die davon leben können. Katja natürlich, und ein paar andere. Besonders der Anfang ist hart und man ist durchgängig unter Druck, Qualität zu liefern. Aber wenn man sich einmal einen Namen gemacht hat, Bücher auf Bestsellerlisten aufzutauchen beginnen und Kinder sich beeindruckt Autogramme abholen, muss das schon ein ziemlich cooles Gefühl sein. Und man kann theoretisch arbeiten, wo man gerade will. Im Café, im Zug, am Strand.

Außerdem bedeutet Autor sein dann mehr als nur am Laptop sitzen und tippen. Messen und Lesungen zum Beispiel sind wichtig. Das würde mir auch Spaß machen, glaube ich. Einer Schulklasse vorlesen und danach mit Fragen gelöchert werden. Zumindest, wenn die Zuhörer interessiert sind. Auf der anderen Seite von München sind sie es, allerdings sind sie auch die ersten, die einen Ausschnitt aus dem noch unveröffentlichten Woodwalkers 3 hören dürfen. Was für eine Ehre, danach muss die Gesprächsrunde schon fast gewaltsam aufgelöst werden.

Ich schreibe, weil es mir unglaublich viel Spaß macht, mit Wörtern zu jonglieren. So tief in die Geschichte einzutauchen, dass der Film vor meinem inneren Auge abläuft. Mit meinen Charakteren mitzufiebern, als wäre es mein eigenes Schicksal. Da vergesse ich schon mal die Realität und alles, was um mich herum geschieht. Eigentlich ist es sogar cooler, als Gott zu sein …

Inspirationen bekommt man am allerbesten auf Reisen – sei es die Expedition in die Antarktis oder Schule während eines Segeltörns nach Mittelamerika (siehe hshs.eu) – ich glaube, da sind Katja und ich uns einig. Man lernt einfach nie aus.

Die letzten beiden Wochen habe ich ebenfalls eine Menge gelernt. Endlich konnte ich mich mal vollkommen unabgelenkt mit dem Schreiben zu beschäftigen. Hatte Zeit, mich mit der Maschinerie auseinandersetzten. Und in Ruhe über alles nachzudenken. Mit offenen Armen wurde ich in München empfangen, dafür bin ich total dankbar. Ich glaube, wir hatten beide viel Spaß an diesem Praktikum, es ist eine tolle Chance für junge Menschen, deren Leidenschaft das Schreiben ist. Nutzt sie!

Praktikumsbericht Ilka Brühl

Februar 2017

Als ich zufällig gesehen habe, dass Katja Praktika anbietet, war ich total baff. Mir war es nie in den Sinn gekommen, dass Autoren sowas machen könnten. In meiner Vorstellung hütete jeder sein Wissen wie einen Schatz – nicht, dass man sich noch Konkurrenz heranzüchtet.

Jetzt, an meinem letzten Praktikumstag bin ich da schlauer. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Ungefähr die Hälfte meiner Arbeitszeit von 9-15 Uhr, habe ich Katja bei ihren Projekten unterstützt – Hintergründe für ihren aktuellen Roman recherchiert, Autorenfotos erstellt, mir eine Testlesung angehört und einiges mehr. Dabei hat sie probiert die eigenen Interessen zu berücksichtigen und offengelassen, wann man was erledigt. Das fand ich richtig gut. Die restliche Zeit konnte ich mich meinem eigenen Roman widmen. Eigentlich wird der Begriff Arbeitszeit dem nicht gerecht. Arbeit ist für mich, nach Feierabend völlig kaputt nach Hause zu kommen. Aber das Gegenteil war der Fall – ich war permanent inspiriert und hatte den Drang noch stundenlang weiterzuschreiben. Wenn ich mal unsicher mit meinem Plot oder einer gerade verfassten Textpassage war, habe ich kurz um die Ecke gelinst, ob die Tür zu ihrem Arbeitszimmer offenstand. Denn es gab einen ganz simplen Code: Tür offen – komm doch rein, Tür zu – brauche gerade meine Ruhe. Das war echt easy und super wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden. Denn AutorInnen sitzen nicht den ganzen Tag – von der Muse geküsst – am Schreibtisch und schreiben einen Bestseller nach dem anderen locker runter. Es gibt Phasen intensiver Recherche, damit die erschaffenen Welten und Wesen so realistisch wie möglich sind und den Leser am besten aus den Buchseiten heraus anspringen. Anschließend folgt das Schreiben, allerdings nicht gleich die Endfassung. Testleser geben ihr Feedback und Lektoren mischen auch noch mit. Das fertige Buch ist also vorher schon durch einige Hände gegangen und wurde mehrfach überarbeitet. Wenn man, wie Katja, mehrere Bücher pro Jahr veröffentlicht, überschneiden sich diese Vorgänge teilweise und es ist wichtig seine Zeit gut einzuteilen. All das weiß ich nun. Die Vorstellung Autorin zu sein, hat somit eine bedeutende organisatorische und handwerkliche Komponente bekommen – ist für mich aber nicht weniger reizvoll als vorher. Toll fand ich generell, dass Katja immer ehrlich zu einem ist. Sei es im Feedback zum eigenen Roman, aber auch den Nachteilen des Lebens als Schriftstellerin.

Gestern haben wir dann mit ihrer Familie zusammen ein Abschiedsessen gekocht (jammi!) und noch gemütlich zusammengesessen. Empfehlen kann ich euch übrigens generell die Workshops die Katja in München anbietet. Eine gute Möglichkeit sie vorher schon mal kennenzulernen oder die Zeit hier zu verlängern, so wie ich es getan habe.

Liebe Katja, danke für die tolle Woche. Ich bin ganz sicher, dass man voneinander hört – und das meine ich nicht als Floskel. 🙂

 

Praktikumsbericht Levi Elias Israel

Oktober 2016

Als ich mich für das Schriftsteller-Praktikum bei Katja Brandis bewarb, war ich vierzehn. Neunte Klasse Praktikum, das vom Berliner Schulsystem angeordnet wurde. Ja, ich hatte gelesen das man das Praktikum erst ab Sechzehn machen kann, aber das ging verloren als ich mitbekam, dass ich zwei Wochen lang schreiben könnte anstatt zur Schule zu gehen. Ich schrieb Katja also an, versuchte so sympathisch wie möglich zu wirken, schickte das einzige gute Schulfoto das je von mir gemacht wurde- und Tadaa, angenommen. Aber natürlich, zu jung. Vielleicht noch ein Jahr warten?

Jetzt sitze ich also hier, ein Jahr später, an einem hölzernen Schreibtisch, neben mir surrt der Drucker und insgeheim warte ich darauf das Leon, einer der vielen Kater in diesem Haus, vorbei schaut. Auf meinem rechten Ohr höre ich “Clear” von Twenty One Pilots, eine Band mit der ich auch Katja begeistern konnte. Das linke Ohr ist frei, damit ich es höre wenn ich gerufen werde. Dann gehe ich ins Zimmer neben an und da sitzt Katja, eine ganze Welt vor sich, gebaut aus kleinen Strichen und Kurven die wir Buchstaben nennen. Fantastisch, nicht wahr? Wie man eine Straßen, Schlösser, Menschen, Tiere beschreiben kann ohne je ein Bild zu zeigen.

Zurück zu Katja, die an ihrem Computer sitzt und fleißig dahin tippt. Ich betrete den Raum und sie lässt ihre Welt für einen Moment in der Zeit stehen bleiben, hört auf zu schreiben und lächelt mich an. Dann fragt sie mich vielleicht wie weit ich mit meiner Geschichte bin, mit einer Charakterisierung oder dem Drehbuch für einen Buch Trailer eines Romans den sie bald herausbringt und dessen erste Seiten ich schon lesen durfte. Oder vielleicht gibt sie mir nur ein Paket, das ich schnell zur Post bringe, was mir die Gelegenheit gibt Olching und seine Menschen ein bisschen kennen zu lernen.

Dann wieder zurück in mein Arbeitszimmer, mit Blick auf die vom Herbst gefärbten Bäume. Ein Moment Ruhe. Musik an, Laptop auf und ich bin in meiner eigenen kleinen Welt. Mehr Buchstaben und Kurven, noch ziemlich unvollendet in dem was sie erschaffen, aber mit jedem Wort ein wenig klarer. Die Musik gibt den Ton an und die Geschichte fließt aus meinen Fingern, in den Bildschirm. Unterbrochen wird dieser Zustand der absoluten Hingabe zum Buch erst um eins.

Musik aus, Laptop zuklappen, runter in den ersten Stock und Mittag essen. Brot, Käse, diverse Aufstriche und irgendeine Form von Salat, Mozzarella und Tomaten vielleicht. Essen und weiter arbeiten, um Drei nach Hause und wahrscheinlich immer noch schreiben, mit dem Unterschied, dass man dabei Katzenvideos guckt. Abendbrot essen, schlafen gehen und am nächsten Tag das selbe. Reinkommen, von drei schlafenden Katzen begrüßt werden und weiterschreiben. Jeden Tag das selbe, aber wer schreibt weiß, dass das nicht stimmt. Klar, äußerlich sieht es aus als würde ein Tag wie der andere sein, aber die Kurven und Striche ändern sich. Wenn man schreibt, ist man jeden Tag woanders. Man lernt neue Leute kennen, die man zwar selbst erschaffen hat, schnell jedoch von ganz alleine zu funktionieren scheinen.

Man reist nach New York, Bangladesch, Tokio, Paris, ohne auch nur seinen Stuhl zu verlassen. Man ist Präsident, Wissenschaftler oder Astronaut, obwohl man noch nicht einmal sein Abi hat. Man weiß wie ein ausgewachsener Mann mit einer Stecknadel getötet werden kann oder wie man Bomben baut. Wenn die NSA von der ganzen Recherche die man für seine Geschichten betreibt nicht aufmerksam geworden ist, wird das Buch langweilig. Schriftsteller sind wahrscheinlich die Menschen mit dem meisten unnötigen Allgemeinwissen und sie sind stolz darauf.

Also, zurück in diese Welt, Tag für Tag. Lernen wie man sie besser, schöner macht. Wie man seine Charaktere ausbaut und ihnen Leben einhaucht. Was gibt es Schöneres.

Praktikumsbericht Stefanie Link

Foto Stefanie_Link smallJuli 2016

Vor zwei Wochen blickte ich einem „Praktikum im Zeichen der Fantasy“ voller Neugier und Spannung entgegen –so hatte Katja es in einer Mail vorausgesagt. Na ja, eigentlich fieberte ich dem Praktikum schon länger entgegen. (Sogar einen Countdown hatte ich eingerichtet.) Aber das zähle ich jetzt einfach nicht mit, weil das länger dauern würde und ich Mathe weder kann noch mag.

Jetzt, zwei Wochen später, die so unglaublich schnell vorbeigezogen sind, streicht Leon mir schnurrend um die Beine, eine der gewohnten Streicheleinheiten einfordernd.

Der Kater ist nur einer der Faktoren, die mir ein Feeling von ‚Autoren-Dasein‘ vermitteln, wie ‚man‘ es sich vorstellt.

Ich sitze am Computer und überlege, was ich schreiben soll. Nebenan hört Katja ihre Musik, die ihr Schreiben untermalt. Das weiß ich, auch wenn ich gerade selbst über Kopfhörer meiner eigenen Schreibplaylist lausche und in ‚meinem Arbeitszimmer‘ mit in die Hand gestützten Kinn überlege, was ich meine Finger als nächstes in die Tasten tanzen lassen soll. Berichte schreiben ist eines der schwierigsten schriftlichen Dinge für mich. Neben Zusammenfassungen.

Aber es gibt auch so viel zu erzählen. Weil auch so viel passiert ist und ich so viel gelernt habe. Über das Autoren-Leben, Lesungen, Lektorate, das Entwickeln von Figuren, Agenturen. Ja, ich habe tatsächlich Katjas Agenten getroffen in diesen zwei Wochen. –Ein möglicher Stressgrund in der Zukunft schon mal beseitigt.

Sogar in einem Café habe ich in meiner Zeit hier mal geschrieben, wovon ja viele Autoren so schwärmen. Nachvollziehbar, wenn ich so darüber nachdenke …

Doch ich schweife ab. Ich hab’s ja gesagt, Berichte und ich.

Am meisten ging es bei diesem Praktikum wohl wirklich um Planung und Entwicklung: Figuren, Kulturen, Fantasywesen und –pflanzen. Spannend für mich, die ich doch die Vorbereitungsphase eines Romans normalerweise eher… kurz halte.

Durch die Augen der Nebenfiguren, die ich für Katja entwickelt habe (es sind drei für „Das dunkle Wort“ und mehr wird nicht verraten… mal sehen, was von ihnen übrig bleibt) habe ich die in ihrem Exposé schon erwähnten Charaktere näher und von anderen Seiten kennengelernt; dasselbe ist es mit den Hauptcharakteren meines eigenen „Projekts“.

Nicht zu vergessen, dass ich erstmals gewollt schlecht geschrieben habe. Nämlich schlechte Beispiele dafür, wie man Jugendslang nicht verwenden sollte. Ein komisches Gefühl, schlecht zu schreiben. Natürlich bleibe ich nicht dabei, bloß keine falschen Schlüsse!

Generell hat mich dieses wahnsinnig faszinierende ‚meeega voll tolle‘ (kurze Info: das ist nicht cooler Jugendslang, aber null Ironie) Praktikum inspiriert und überzeugt, dass ich beim Schreiben bleibe. Vermutlich hätte ich Notizbuch-Natter eh keine andere Chance: es ist eine Sucht …

Und wer weiß, vielleicht werde ich auch mal bei einem echten Verlag anlanden können, damit meine Fantasybücher nicht nur in einem virtuellen Regal verstauben. Anklopfen werde ich wohl auf jeden Fall –oder versuchen, mir die Tür von einem Agenten öffnen zu lassen.

Tja, alles Weitere würde jetzt wohl tatsächlich zu weit führen. Noch mal durchgescrollt, Fehler korrigiert […] ja, kürzer kriege ich es echt nicht hin. Das muss reichen. Leon muss jetzt seine Streicheleinheit kriegen, sonst huscht er gleich ohne Blick zurück zur Tür hinaus. Eine echte Motivation, sich kurzzufassen. -^.^-

Liebe unbekannte Grüße an alle früheren und künftigen Praktikanten Katjas!

Wer weiß, vielleicht lest ihr ja noch in guter Erinnerung oder schon in Vorfreude, was eure Nachfolgerin/Vorgängerin hier fabriziert 🙂