Schreibtipps für junge Autoren und Autorinnen

Viele von euch schreiben selbst und kennen Lust und Frust des Autorendaseins. Weil in euren Leserbriefen immer wieder Fragen zum Thema Schreiben kommen, habe ich meine Antworten darauf zu Schreibtipps für junge Autoren und Autorinnen zusammengefasst. Hier könnt ihr sie euch als Word-Datei runterladen, oder ihr lest sie euch einfach online durch.

Cover-Woerterwerkstatt Auflage3Natürlich könnt ihr mich weiterhin gerne anmailen, wenn ihr Fragen habt und bei eurem Roman oder eurer Story nicht weiter wisst. Vielleicht hilft euch ja mein Buch „Sylvia Englerts Wörterwerkstatt – Coole Texte schreiben & veröffentlichen – Handbuch für junge Schreibtalente“ weiter. Darin steht alles, was man wissen sollte, wenn man sich in die Welt der Wörter hinauswagt. Wie macht man eine Geschichte spannend? Wie schreibt man pfiffigen Dialog? Wie erschafft man lebendige, interessante Figuren? Wie funktioniert Selfpublishing? und vieles mehr.

Wie komme ich auf eine Idee?
Ideen für realistische Texte gibt es überall um dich herum. Du liest etwas in der Zeitung, was dich fasziniert und zum Nachdenken bringt. Du erlebst etwas oder hörst etwas, das sich für eine Geschichte eignen würde, wenn du es noch ein wenig ausschmückst und zuspitzt. Du stellst dir zu einem bestimmten Thema die Frage „Was wäre, wenn….?“ und durchdenkst das bis zum Schluss.
Um Ideen für einen Fantasyroman zu finden, kannst du systematisch vorgehen: Wie soll die Welt aussehen, in der die Handlung spielt? Was ist das besondere an dieser Welt (im Idealfall kannst du das in drei-vier Sätzen beschreiben)? Welche Probleme und Konflikte gibt es in dieser Welt, wie könnten sie gelöst werden? Welche Rolle soll deine Hauptfigur in dieser Welt spielen?

Oder du gehst von einer Person/Figur aus, die dich besonders fasziniert, die dich schon länger begleitet, und brauchst eine Handlung für sie. Dann kannst du dir überlegen: Was für ein Problem, was für Ziel, was für einen starken Wunsch könnte diese Figur haben? Wie könnte sie das Problem lösen, ihr Ziel erreichen? Welche Hindernisse muss sie auf dem Weg dorthin überwinden, wer sind ihre Verbündeten, ihre Gegner? Welche Rolle spielt deine Person in ihrer Welt, freiwillig oder unfreiwillig? Hat sie eine bestimmte wichtige Aufgabe?
Am besten sind deine Ideen meist dann, wenn du aus dir selbst schöpfst, wenn du über Dinge schreibst, die dich selbst in deinem „wirklichen Leben“ interessieren und faszinieren!

Wie entwickle ich eine Figur?
Erstmal solltest du dir ihre Haupteigenschaften überlegen. Also zum Beispiel: ein bronzefarbener Drache, der von seiner Sippe ausgestoßen wurde, weil er verkrüppelt ist und außerdem keine Gedanken lesen kann. In ihm hat sich eine gewaltige Wut aufgestaut, und dadurch wirkt er manchmal aufbrausend oder sogar boshaft. Im Grunde ist er jedoch ein netter Kerl. Er hat eine Schwäche für Süßigkeiten, kann hervorragend Geschichten erzählen und ekelt sich vor Blut.
Oder, bei einem „realistischen“ Roman, ein dünnes blondes Mädchen, das aus Langeweile zur Brandstifterin wird, Frösche mag und sich eigentlich wünscht, mit ihrem gefährlichen Hobby ihre beiden großen Brüder zu beeindrucken.
Jetzt kannst du daran gehen, genauer zu planen. Versuch, deine Figur so gut kennenzulernen, wie es geht. Schreib dir also nicht nur auf, wie das Mädchen aussieht, sondern auch, wie sie redet, wie sie in schwierigen Situationen reagiert, wer ihre Freunde sind, was sie mag und was nicht, was die schlimmsten Erfahrungen in ihrem bisherigen Leben bisher waren, welche Gegenstände/Besitztümer ihr besonders wichtig sind. Und, und, und. Dabei wirst du, wenn es gut läuft, nach und nach merken, dass die Figur für dich lebendig wird. Wenn du dann noch richtig Lust hast, über sie zu schreiben, kann eigentlich kaum noch was schiefgehen.

Wie komme ich auf Namen für meine Figuren?
Deutsche Namen kannst du zum Beispiel aus dem Telefonbuch heraussuchen, dort gibt es jede Menge Vor- und Nachnamen, die du nur noch zu kombinieren brauchst. Und im Internet gibt es Vornamen-Verzeichnisse, in denen du stöbern kannst. Ausländische Namen schnappe ich mir oft aus dem ellenlangen Abspann von ausländischen Filmen, dabei kombiniere ich unterschiedliche Vor- und Nachnamen, damit etwas Neues herauskommt.
Fantasy-Namen denke ich mir persönlich aus, indem ich auf der Tastatur herumspiele und unterschiedliche Lautkombinationen ausprobiere. Manchmal verfremde ich auf diese Art auch Namen, die es schon gibt. Und jedesmal, wenn mir irgendwo ein besonders schöner Name begegnet, schreibe ich ihn in mein Ideenbuch. Darin blättere ich, wenn ich gerade einen Roman oder eine Story plane und ein paar Namen brauche.
Der Name muss zur Figur passen, probier also ruhig verschiedene Namen aus, bis du das Gefühl hast, „Ja, das ist es!“ Sprich ihn auch mal laut aus, sonst klingt er vielleicht albern und du merkst es gar nicht.

Welche Perspektive sollte ich wählen?
Das hängt ganz davon ab, was zu deiner Geschichte passt. Probiere ruhig verschiedene Sichtweisen aus, bis du das Gefühl hast, dass es jetzt passt. Zur Wahl hast du zum Beispiel:

  • „Ich-Erzählung“ (auch Erste Person genannt). Man kommt sich so vor, als säße man im Kopf eines anderen Menschen, man sieht alles durch seine Augen, man weiß nur, was er weiß. So kann man als Leser ungeheuer schnell in eine Figur hineinschlüpfen, man identifiziert sich mit ihr und fühlt mit.
  • „Dritte Person“. Jemand erzählt aus seiner Sichtweise: „Jan wusste nicht, wie es weitergehen sollte….“ etc. Der Erzähler weiß nur das, was in seinem eigenen Kopf vorgeht. Du kannst aber auch zu der Perspektive von anderen Personen übergehen, so dass zum Beispiel in einer Szene mit einem Jungen namens Kevin und einem Mädchen namens Susanne mal aus seiner, mal aus ihrer Sichtweise erzählt wird. Aber Achtung, zu häufige und ganz kurze Perspektivwechsel verwirren und irritieren den Leser eher! Besser, du erzählst mindestens eine halbe Seite lang aus einer Perspektive, bevor du wieder wechselst.
  • Der allwissende Erzähler hat den großen Überblick, wenn er auch unsichtbar bleibt. Er kann wie eine Art Gott jedermanns Gedanken lesen und dem Leser zwischendurch Kommentare zukommen lassen, die von keiner Person in der Geschichte stammen.

In der Fantasy ist am üblichsten, viele verschiedene Parallelhandlung in der 3. Person zu verwenden. Die Erzähler wechseln also ständig. Das solltest du aber nicht übertreiben, bei einem Einzelroman solltest du nicht mehr als ca. fünf Perspektiven verwenden, sonst zerstückelst du den Roman und schadest dem Erzählfluss. Bei einer mehrbändigen Reihe können es jedoch auch mehr Erzähler sein.

Wie baue ich eine Geschichte auf?
Führ das Hauptthema deiner Geschichte am besten schon auf den ersten Seiten ein, so dass klar ist, worum es geht und was den Leser erwartest. Gib deinen LeserInnen aber trotzdem etwas Zeit, die Figuren und ihre Welt kennenzulernen. Dann führst du deine Geschichte langsam zum dramatischen Höhepunkt (zum Beispiel dem Showdown, dem entscheidenden Kampf mit einem Gegner). Damit deine Leser dir zwischendurch nicht abspringen, solltest du über viele kleine Geschehenisse auch zwischendurch Spannung erzeugen. Am Ende solltest du die Geschichte nicht zu plötzlich enden lassen, sondern dir für die Auflösung etwas Zeit nehmen. Ein rundes Ende hat deine Geschichte, wenn alle offenen Fragen geklärt sind. Wenn alle Probleme/Konflikte sich zugespitzt und dann irgendwie gelöst haben. Man kann auch offen lassen, wie die Sache ausgehen wird, aber als Leser ist man dann oft unzufrieden.

Wie entwickle ich Spannung?
Mit Spannung ist nicht gemeint, dass du in deinem Manuskript ständig Kämpfe, Verfolgungsjagd und ähnliche Dinge inszenieren solltest. Das kann zur Spannung beitragen, funktioniert aber nicht immer. Reine Action ist nur dann spannend, wenn man vorher Zeit hatte, sich mit den Hauptfiguren anzufreunden. Dann interessiert man sich dafür, was mit ihnen passiert. Kennt man die Personen kaum oder sind sie einem unsympathisch, dann ist einem egal, ob sie aus der Klemme wieder herausfinden oder nicht.
Es gibt auch psychologische Spannung, die aus den Figuren kommt. Ein paar Beispiele aus meinen Romanen: Wird Alena es fertigbringen, ihr Temperament in den Griff bekommen und Freunde zu finden? Wird Alena um Kerrik kämpfen oder sich dafür entscheiden, ihn aufzugeben, als sie merkt, dass er sie nicht wirklich liebt? Wird Jorak es schaffen, dass eine Gilde ihn anerkennt? Immer, wenn der Leser sich eine Frage stellen muss, wenn er neugierig darauf wird, wie die Antwort sein wird, dann ist es gelungen, Spannung zu erzeugen.
Spannung entsteht durch Konflikte (wie zum Beispiel die Fragen oben sie verkörpern). Der grundlegendste Konflikt überhaupt ist, wenn der Held/die Heldin irgendein Ziel unbedingt erreichen will und dabei auf Probleme stößt. Das ist sehr häufig der rote Faden von Romanen.

Wie beschreibe ich?
Ellenlange Landschaftsbeschreibungen sind öde, die überblätterst du wahrscheinlich auch, wenn du ein Buch liest. Versuch besser, kurz und treffend zu beschreiben, in wenigen Sätzen, was das besondere an einem bestimmten Ort, einem Gegenstand, einer Person ist. Nichtssagende Wörter wie „schön“ wirfst du besser gleich wieder raus, beschreibe lieber, was genau schön daran ist – dann bekommt der Leser ein Bild im Kopf.
Wichtig ist auch, dass bei der Beschreibung du möglichst viele Sinneseindrücke einbaust. Also nicht nur das, was man sieht und hört, sondern auch, was man riechen, fühlen und schmecken kann! Dadurch nimmst du deinen Leser mit auf eine Reise, er kann sich viel leichter vorstellen, dort zu sein.
In der Fantasy hat man es oft mit sehr fremdartigen Landschaften zu tun. Deshalb ist etwas mehr Beschreibung gut, damit Atmoshäre entsteht und deine Leser ein Gefühl dafür bekommen, wo sie bzw. deine Figuren sich befinden. Aber übertreibe es nicht, behalte den roten Faden deiner Geschichte immer im Blick.

Wie fange ich an?
Stürz dich rein. Fang einfach an zu schreiben, damit dich das leere Blatt nicht hynotisiert! Wenn der Anfang holprig geschrieben ist – macht nichts, du überarbeitest ihn später sowieso noch. Du brauchst noch nicht mal mit dem Anfang beginnen. Ich zum Beispiel schreibe nicht chronologisch, sondern meist die Szene, auf die ich gerade Lust habe. Ob sie nun am Anfang steht, in der Mitte oder am Schluss.
Steig am Anfang deines Romans mitten in die Handlung ein, in das, was du erzählen willst. Bei Fantasy-Romanen solltest du vermeiden, am Anfang ausführlich deine Welt zu beschreiben und den Leser mit Informationen darüber zuzuschütten. Besser, du machst ihn mit den Personen und ihren Problemen vertraut, damit er wissen will, wie es mit ihnen weitergeht. Wie die Welt beschaffen ist, kannst du nebenbei, nach und nach vermitteln.
Ähnliches gilt für Texte, die in unserer Welt spielen: Wenn du erst sehr ausführlich berichtest, wie die Hauptperson aufsteht, sich wäscht, frühstückt und zur Schule geht, kannst du damit zwar viele Informationen über sie vermitteln, aber der Leser wird wahrscheinlich ungeduldig und will endlich, dass du zur Sache kommst. Oder deute am Anfang wenigstens an, was später noch passieren wird.
Manche Autoren empfehlen, mit einer Action-Szene anzufangen. Davon halte ich nicht viel. Wenn man die Figuren der Geschichte noch nicht kennt und mag, kann so eine Action-Szene ganz schön langweilig sein.

Soll ich gleich mehrere Bände planen?
In manchen Genres, zum Beispiel der Fantasy oder im Historischen Roman, sind 400 bis 500 Seiten pro Buch normal und mehrbändige Reihen üblich. Allerdings brauchst du dafür ganz starke Figuren, deren Entwicklung genug „hergibt“ für so viel Text, und natürlich eine Geschichte, die sich nicht in der Mitte des zweiten Bandes als zu dünn herausstellt. Bedenke auch, dass es schon eine große Herausforderung ist, einen Roman fertigzuschreiben, wenn man noch nicht viel Erfahrung hat.
Wenn du trotzdem entschlossen bist, zum Beispiel eine Trilogie zu schreiben, dann geht´s jetzt erstmal an die Planung. Für so eine Reihe brauchst du eine sehr gründlich ausgestaltete Welt und eine Vielzahl von Figuren. Außerdem musst du natürlich die Handlung entwickeln: Was soll im ersten Band passieren, was im zweiten, was im dritten? Am besten finde ich, wenn auch die Romane einer Reihe in sich abgeschlossen sind. Sonst ärgern sich deine Leser, wenn die Story in der Luft hängt und sie erst ein halbes Jahr später (wenn der nächste Band rauskommt) erfahren, wie es aus- oder weitergeht.

Wie finde ich einen Titel?
Überlege dir, worum es in deiner Geschichte geht. Dann schreibst du, ohne nachzudenken, ganz viele mögliche Titel auf ein Blatt Papier oder in in eine Datei. Lass die Ideen einfach fließen! Wenn dir nichts mehr einfällt, dann sortierst du die Titel-Ideen danach, welche dir gefallen und welche nicht. 80 % sind wahrscheinlich Schrott, aber meist sind auch ein paar gute dabei. Wenn du dieses „Brainstorming“ mit Freunden von dir machst, die die Geschichte gelesen haben, kommt meist noch mehr dabei heraus.
Meist geben Autoren ihren Geschichten übrigens erstmal „Arbeitstitel“ (also das erstbeste, das ihnen eingefallen ist), später überlegen sie sich den endgültigen Titel. Wenn du deine Story veröffentlichst, hat bei Titel und Cover (Umschlag-Illu) übrigens der Verlag das letzte Wort.

Was mache ich, wenn ich nicht mehr weiter weiß?
Meist bekommt man eine Schreibblockade, wenn man spürt, dass die Geschichte nicht „funktioniert“, aber man nicht genau weiß warum. Denk nochmal gründlich nach, was dein „Bauchgefühl“ dir sagen will – ist deine Hauptperson noch nicht lebendig genug? Führt die Handlung in eine Sackgasse? Weißt du noch nicht genau genug, wie die Geschichte weitergehen oder enden soll? Kurz, du musst nochmal zurück in die Planung.
Andere Gründe für eine Blockade können sein, dass dir nichts mehr einfällt. Dann gib die Geschichte am besten ein paar Freunden zu lesen und diskutiere mit ihnen, wie es weitergehen könnte. Oder vielleicht hast du das Gefühl, nicht gut genug zu sein, hast du Angst, dass deine Geschichte schlecht ist? Wenn sie dir trotzdem gefällt, dann schreib sie trotzdem fertig, am wichtigsten ist, dass das Schreiben Spaß macht! Denk daran, dass du mit jedem Text ein wenig besser wirst – denn Schreiben lernt man, indem man schreibt.

Was mache ich mit der Geschichte, wenn ich fertig bin?
„Fertig“ ist sie dann, wenn du sie so lange überarbeitet hast, bis du zufrieden damit bist. Dann könntest du sie erstmal ein paar Leuten zu lesen geben. Es ist sehr spannend zu erfahren, was andere zu deiner Geschichte sagen. Trau dich und zeig sie jemanden – erstmal Freunden, deiner Familie oder deiner Lieblings-Diskussionsgruppe im Internet. Leider sind jedoch nicht alle Leute gute Testleser. Du wirst schnell merken, von wem wertvolles Feedback kommt, das dir weiterhilft, und von wem nicht. Dann weißt du für die Zukunft Bescheid. Am nützlichsten sind Testleser, die schon viel gelesen haben oder sogar selbst schreiben. Sie schauen sich dein Manuskript meist sehr kompetent und kritisch an.
Wenn du deine Geschichte überarbeitest hast, könntest du sie auf deine Homepage stellen, bei irgendeiner Veranstaltung öffentlich vorlesen, zu einer Literaturzeitschrift oder einem Autorenforum im Internet einreichen.
Achtung: Wenn deine Geschichte sehr persönlich ist, sehr viel „Herzblut“ darin steckt, dann behalt sie besser erstmal für dich. Oder zeig sie nur Leuten, denen du wirklich vertraust.

Wie kann ich meinen Text veröffentlichen?
Es ist sinnvoll, nicht nur den ganz großen Roman, sondern auch hin und wieder kürzere Geschichten schreiben (du kannst ja auch Szenen aus deinem Roman, die auch als Kurzgeschichten funktionieren würden, „auskoppeln“). Die kannst du in Zeitschriften veröffentlichten oder zu Wettbewerben einreichen. So kannst du dir langsam einen Namen machen und die Szene auf dich aufmerksam machen. Dann bist du sozusagen kein Niemand mehr, wenn du deinen Roman fertig hast und einem Verlag anbietest. Wenn du mehr über das ganze Thema wissen willst, dann schau doch mal in das Buch „So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript“ (siehe Buchtipps unten auf der Seite).

Brauche ich ein Pseudonym?
Normalerweise schreibt man unter seinem eigenen Namen. Ein Pseudonym bringt zum Beispiel etwas, wenn man (so wie ich) ganz verschiedene Arten von Büchern schreibt und das für Buchhändler und Leser ein wenig auseinanderhalten möchte. Oder wenn sich der eigene Namen nicht gut für die Art von Büchern eignet, die man schreibt. Wenn zum Beispiel eine Autorin namens Cornelia Kloppenstock (oder so) einen romantischen Roman veröffentlichen möchte, dann wäre vielleicht ein Pseudonym angebracht. Weil sie zum Beispiel unter dem Namen „Rowena Swan“ (oder so) deutlich mehr Bücher verkaufen würde. Ein anderer Grund für ein Pseudonym ist, wenn man aus irgendeinem Grund seinen wirklichen Namen geheim halten möchte. Weil man zum Beispiel für das, was man schreibt, Ärger mit dem Chef/Lehrer ö.ä. bekommen würde.

Was verdiene ich als Autor?

Das ist ganz unterschiedlich, als Anfänger bekommst du zum Beispiel für eine veröffentlichte Kurzgeschichte meist gar nichts. Wenn du schon etwas mehr Erfahrung hast, bietet man dir vielleicht ein richtiges Honorar. Profis bekommen für Erzählungen etwa 30 Euro pro Buchseite. Für einen ganzen Roman oder ein Sachbuch gibt es natürlich noch mehr Geld, nämlich etwa 2000 – 5000 Euro „Vorschuss“, wenn du das Manuskript abgibst, und danach nochmal 7-10 % von jedem verkauften Exemplar (nachdem es seinen Vorschuss wieder eingespielt hat). Das klingt erstmal viel. Aber wenn man davon leben muss, ist es ziemlich wenig, denn es dauert ja monate- oder jahrelang, bis das Buch fertig ist. Such dir also lieber erstmal einen Beruf, der dir ein regelmäßiges Gehalt bringt, und schreibe nebenher, bis du damit richtig erfolgreich bist!

Buchtipps:

  • Sylvia Englert, Coole Texte schreiben und veröffentlichen, Autorenhaus Verlag, 3. Auflage 2015, 270 Seiten, 16,95 Euro. Ab 12 Jahren

In diesem Buch findest du viele der Tricks, mit denen Geschichtenerzähler und Dichter über Jahrhunderte hinweg gelernt haben, ihr Lesepublikum an sich zu fesseln: Wie macht man eine Geschichte spannend? Wie schreibt man pfiffigen Dialog? Wie wird ein Gedicht unvergesslich? Was gibt es bei Sprache und Stil zu beachten? Es beantwortet auch viele Fragen, zum Beispiel „Wie merke ich, ob ich Talent habe?“ Und du erfährst, wie Selfpublishing funktioniert, was für Wettbewerbe und Workshops es für junge Autoren gibt, wie man Manuskripte bei Zeitschriften und Verlagen veröffentlicht und wie man sich eine Lesung verschafft.

  • Sylvia Englert, Autoren-Handbuch. Autorenhaus-Verlag, 8. Auflage 2016 (erscheint im März), ca. 500 Seiten

Schritt für Schritt führt dieser umfassende Ratgeber zur eigenen Veröffentlichung, ob bei einem Verlag oder über Selfpublishing. Hier finden AutorInnen der Bereiche Prosa, Lyrik, Sachbuch sowie Kinder- und Jugendbuch alle wichtigen Tipps, Informationen und Adressen, die sie für ihren Einstieg in den Literaturbetrieb brauchen. Komplett aktualisiert, mit aktuellen Adressen, dem neuen Urheberrecht, einem neuen Selfmarketing-Kapitel etc.