
August 2026
Was ist das Schlimmste, das einem an dem ersten Praktikumstag bei einer Bestsellerautorin passieren kann? Richtig. Zu spät kommen. Während einer kleinen, nicht freiwilligen, Wanderung durch Olching und ein paar Gesprächen mit Einheimischen, ist der Bus mehrmals an uns vorbeigefahren – das Wort Haltestelle schien dem Busfahrer jedoch ein Fremdwort gewesen zu sein. Gerade, als wir Katja anrufen und uns von ihr notgedrungen zum Büro chauffieren lassen wollten, hat uns eine Frau den Hinweis gegeben, dass der Bus fast direkt vor unserer Haustür losfahren würde. Zwar wurde die Ersatzhaltestelle dafür erst eine Woche später aufgestellt, aber okay … die Logik der bayerischen Infrastruktur muss man nicht verstehen 🤷♀️
Als wir dann mit (für uns sehr peinlichen) 15 Minuten Verspätung endlich bei Katja angekommen sind, gab es (für Katja Routine – für uns mit etwas mehr Aufregung verbunden) eine Morgenbesprechung über unsere Ziele für die zwei Wochen. Wie sich später herausstellte, war das für Emely, Katja zu duzen und nicht zu siezen – was erstaunlicherweise nach zwei Wochen immer noch nicht ganz geklappt hat. 🫠
Als wir kurze Zeit später allein im Praktikantenzimmer saßen, mit Katjas neuestem Manuskript auf dem Schreibtisch (das wir als Erstes testlesen durften!!) hatten wir immer noch nicht ganz realisiert, dass das gerade wirklich passierte. Ein Zimmer neben uns: Katja, die weiter an der Geschichte tippte, in die wir gleich die ersten Einblicke bekommen würden.
Um schonmal etwas produktiv zu sein, fingen wir damit an, den Stapel Leserbriefe einzuscannen. Was erstmal nach einer monotonen Aufgabe klingt, war in Wirklichkeit viel spannender als wir es uns vorgestellt haben! Um die Dateien später richtig zu ordnen, war es notwendig auf manche einen genaueren Blick zu werfen. Es waren teilweise sehr berührende, aber auch motivierende und witzige Briefe dabei, die einem nochmal vor Augen geführt haben, wie viel den Lesern Katjas Romane bedeuten. Zur gleichen Zeit hat Emely schon fleißig mit der Recherche zu einer Stadt angefangen, in der einer von Katjas nächsten Romanen spielen wird (Genaueres dürfen wir leider noch nicht sagen, aber ihr könnt auf jeden Fall gespannt sein!)
Beim Mittagessen haben wir dann immer etwas von unseren eigenen Texten vorgelesen und Katja hat uns dazu Feedback gegeben – wobei sie eigentlich hauptsächlich bei Emmas Texten wirklich Verbesserungsvorschläge geben konnte, da Emelys Texte sowieso schon krass sind (also sichert euch lieber jetzt schonmal Autogramme, bevor wir Bestsellerautorinnen sind ;)). Dabei war es auch ziemlich cool, mal einen Einblick in den Schreibstil der jeweils anderen zu bekommen, da wir uns vorher nicht wirklich kannten und man durch Geschichten die Person dahinter ja nochmal viel besser kennenlernt.
Am nächsten Morgen haben wir Bekanntschaft mit dem Nachbarskater Oscar (der eigentlich Carlos heißt, wie wir später herausgefunden haben) gemacht. Wirklich freundlich gesinnt schien er uns allerdings nicht zu sein. Er hat uns eine Viertelstunde lang mit einem Blick fokussiert, der dem von Emely glich, wenn sie ihren Kaffee nicht bekam. Gerade noch rechtzeitig ist schließlich Katja eingetroffen und hat ihm etwas zu fressen und zu trinken gegeben (natürlich keinen Kaffee).
Das, was uns vermutlich am längsten vom zweiten Tag in Erinnerung bleiben wird, sind Katjas Stretch-Übungen im Freibad. Während wir uns in der Sonne bei 36 Grad (und es wurde noch heißer) wie die Würstchen gefühlt haben, die wir am letzten Tag für das Abschlussessen gegrillt haben, war es beste Unterhaltung, ihr bei den Aqua-Fitness Trockenübungen zuzuschauen (wir haben sie dabei zufällig entdeckt und kurz zugeschaut, aber natürlich nicht die ganze Zeit, wir sind schließlich keine Stalker 👀 )
Während der ersten Woche (in der zweiten hat sie es dann schließlich aufgegeben) musste uns Katja oft daran erinnern, dass wir auch mal etwas für unsere eigenen Projekte machten. Unser neues Lebensziel war es jedoch, in eine ihrer Danksagungen zu kommen. Uns sind immer wieder neue Ideen für Katjas Bücher gekommen, die wir ihr dann beim Essen vorgeschlagen haben – ein paar davon gefielen ihr besonders gut und sie überlegt sich tatsächlich, diese in einem ihrer neuen Romane umzusetzen! Das mit der Danksagung sollte also hoffentlich geklappt haben (oder, Katja??). Sogar in unserer kleinen Airbnb Kellerwohnung haben wir dafür weiter recherchiert und fleißig ihr Manuskript gelesen.
Um jedoch auch mal unabhängig von dem Praktikum aus unserer, von der Außenwelt abgeschotteten, Wohnung herauszukommen, sind wir mit der S-Bahn hin und wieder nach München gefahren und haben dort die bekanntesten Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Während auf dem Marienplatz ein Pianist mit großem Enthusiasmus ein Stück nach dem anderen zum Besten gab, schlenderten wir etwas ziellos durch die Straßen. Eigentlich auf der Suche nach einem netten Restaurant. Tja, wo sind wir am Ende gelandet? Bei McDonald’s. Nur nach dem einen Schmuckgeschäft werden wir vermutlich während unserer Zeit hier, vergeblich suchen, da uns Google Maps dreimal um denselben Block geführt und schließlich vor einer Bank hat stehen lassen.
Als Ausgleich hat uns Google Maps zumindest zielsicher am Wochenende an den überfüllten Olchinger See geführt. Während Kinder auf Einhornluftmatratzen Bibi und Tina Songs trällerten, haben wir uns sportlich betätigt und den See durchquert, in der Hoffnung, auf der anderen Seite auf einen Kiosk zu stoßen. Der, wie sich am Ende herausgestellt hat, gegenüber von unseren Handtüchern lag. Also irgendwie verfolgten uns die Umwege.
Am Donnerstag, der letzte Tag, den wir bei Katja verbracht haben, hat sie uns nach unserer Arbeitszeit noch zu einem Abschlussessen zu sich nach Hause eingeladen. Dort konnten wir auch ihren Sohn und Mann kennenlernen, die beide sehr sympathisch waren. Katja hat uns dann auch direkt unsere Abschiedsgeschenke überreicht, die wirklich beide sehr persönlich waren. Man hat gemerkt, dass sie sich Zeit genommen hat, sie für uns zusammenzustellen, wofür (zumindest von Emelys Seite) sogar ein paar Tränchen geflossen sind (ein paar ist untertrieben, es war ein Bach!). Nachdem der Grill angeheizt und Robin die Würstchen draufgelegt hat, musste er sogleich eine „Würstchenrettung“, wie er die Aktion getauft hat, vornehmen (und das nicht nur einmal!), weil sie ihm in die Kohle gefallen sind. Geschmeckt haben sie aber trotzdem, nur halt mit ein bisschen mehr rauchigem Aroma. Das angekündigte Highlight war schließlich der Nachtisch – auch bekannt als: Der leblose Alien. Eine Art Gelee aus Japan, das … na ja, nicht gerade unser neuer Lieblingssnack wird. Aber wir wollen ja jetzt nicht ewig von der kulinarischen Vielfalt von Katjas Küche erzählen. Was noch eher in diesen Bericht gehört, ist die private Lesung nach dem Essen, die sie uns gegeben hat. Es war spannend, dabei zuzuhören, welche Kritik Robin und Christian (ihr Mann) zu ihrem Text hatten. Generell haben wir uns gut ausgetauscht und der Abend war wirklich sehr gemütlich und ein schöner Abschluss (besonders für Zondie, die eine Streicheleinheit nach der nächsten von uns bekommen hat)
Den letzten Tag haben wir in der Literaturagentur verbracht, die Katja vertritt. Hereingekommen sind wir allerdings nur durch zwei Nachbarn, die wussten wie man die Klingel richtig bedient. Sophie, eine der Mitarbeiter*innen der Agentur, war uns auf Anhieb sympathisch und wir haben durch sie nochmal einen tieferen Einblick in die Verlagswelt erhalten, beziehungsweise darüber, was die Aufgaben einer Literaturagentin überhaupt sind. Nach dem Mittagessen durften wir die Leseprobe zweier Manuskripte anschauen, die die Agentur überlegt zu veröffentlichen und dazu ein Gutachten schreiben. Es ist wirklich besonders, einen Einblick in die Werke anderer Autor*innen zu bekommen, die denselben Traum wie wir haben und über deren Zukunft wir nun einen Teil mitbestimmen konnten.
Alles in allem war das Praktikum bei Katja eine wahnsinnig tolle Erfahrung und hat uns beide total weitergebracht – also wer Lust hat, diese Erfahrung wollt ihr nicht missen! Das Einzige, was wir beide etwas enttäuschend fanden, war, dass wir nicht mit ans Set der Woodwalkers Filme gehen konnten (es stand mal aus, bzw. wir haben es in Katjas Live-Fragestunden hineininterpretiert, dass wir vielleicht eine Chance hätten, einen Teil in Bayern zu sehen, aber leider muss Katja doch erst im September hin – das Hauptset in Rumänien wäre dann wahrscheinlich auch etwas zu weit weg gewesen …). Wir hatten uns nämlich beide schon insgeheim ausgemalt, wie wir den Schauspielern begegnen, uns mit ihnen unterhalten würden und Autogramme einheimsen😅 Das ist dann aber auch die einzige (kleinere) Enttäuschung, denn ansonsten war das Praktikum wirklich toll und hat uns eine Menge Spaß gemacht!
Klingt echt cool ich hätte da auf Lust drauf allerdings hat meine Schule nur für eine Woche im März Praktikums Woche ich glaub das ist zu kurz oder? Und ist es möglich das sie in einem ihrer Bücher (welches sag ich nicht hoffe also sie wissen welches ich meine) ihre Aderesse rein geschrieben haben?
Fedrige Grüße
Windwalker
Ps wenn sie nicht wollen das dass mit der Adresse hier steht können sie den Kommentar auch einfach nicht noch laden.
Hi Windwalker,
Das müsstest du dann individuell mit Katja absprechen und am besten gleich in eine etwaige Bewerbung reinschreiben :>
Ja, das kann schon sein, aber Katja hat mehrere Adressen 😊
Fedrige Grüße zurück,
Sara