Archiv der Kategorie: Fundgrube

Praktikumsbericht Stefanie Link

Foto Stefanie_Link smallJuli 2016

Vor zwei Wochen blickte ich einem „Praktikum im Zeichen der Fantasy“ voller Neugier und Spannung entgegen –so hatte Katja es in einer Mail vorausgesagt. Na ja, eigentlich fieberte ich dem Praktikum schon länger entgegen. (Sogar einen Countdown hatte ich eingerichtet.) Aber das zähle ich jetzt einfach nicht mit, weil das länger dauern würde und ich Mathe weder kann noch mag.

Jetzt, zwei Wochen später, die so unglaublich schnell vorbeigezogen sind, streicht Leon mir schnurrend um die Beine, eine der gewohnten Streicheleinheiten einfordernd.

Der Kater ist nur einer der Faktoren, die mir ein Feeling von ‚Autoren-Dasein‘ vermitteln, wie ‚man‘ es sich vorstellt.

Ich sitze am Computer und überlege, was ich schreiben soll. Nebenan hört Katja ihre Musik, die ihr Schreiben untermalt. Das weiß ich, auch wenn ich gerade selbst über Kopfhörer meiner eigenen Schreibplaylist lausche und in ‚meinem Arbeitszimmer‘ mit in die Hand gestützten Kinn überlege, was ich meine Finger als nächstes in die Tasten tanzen lassen soll. Berichte schreiben ist eines der schwierigsten schriftlichen Dinge für mich. Neben Zusammenfassungen.

Aber es gibt auch so viel zu erzählen. Weil auch so viel passiert ist und ich so viel gelernt habe. Über das Autoren-Leben, Lesungen, Lektorate, das Entwickeln von Figuren, Agenturen. Ja, ich habe tatsächlich Katjas Agenten getroffen in diesen zwei Wochen. –Ein möglicher Stressgrund in der Zukunft schon mal beseitigt.

Sogar in einem Café habe ich in meiner Zeit hier mal geschrieben, wovon ja viele Autoren so schwärmen. Nachvollziehbar, wenn ich so darüber nachdenke …

Doch ich schweife ab. Ich hab’s ja gesagt, Berichte und ich.

Am meisten ging es bei diesem Praktikum wohl wirklich um Planung und Entwicklung: Figuren, Kulturen, Fantasywesen und –pflanzen. Spannend für mich, die ich doch die Vorbereitungsphase eines Romans normalerweise eher… kurz halte.

Durch die Augen der Nebenfiguren, die ich für Katja entwickelt habe (es sind drei für „Das dunkle Wort“ und mehr wird nicht verraten… mal sehen, was von ihnen übrig bleibt) habe ich die in ihrem Exposé schon erwähnten Charaktere näher und von anderen Seiten kennengelernt; dasselbe ist es mit den Hauptcharakteren meines eigenen „Projekts“.

Nicht zu vergessen, dass ich erstmals gewollt schlecht geschrieben habe. Nämlich schlechte Beispiele dafür, wie man Jugendslang nicht verwenden sollte. Ein komisches Gefühl, schlecht zu schreiben. Natürlich bleibe ich nicht dabei, bloß keine falschen Schlüsse!

Generell hat mich dieses wahnsinnig faszinierende ‚meeega voll tolle‘ (kurze Info: das ist nicht cooler Jugendslang, aber null Ironie) Praktikum inspiriert und überzeugt, dass ich beim Schreiben bleibe. Vermutlich hätte ich Notizbuch-Natter eh keine andere Chance: es ist eine Sucht …

Und wer weiß, vielleicht werde ich auch mal bei einem echten Verlag anlanden können, damit meine Fantasybücher nicht nur in einem virtuellen Regal verstauben. Anklopfen werde ich wohl auf jeden Fall –oder versuchen, mir die Tür von einem Agenten öffnen zu lassen.

Tja, alles Weitere würde jetzt wohl tatsächlich zu weit führen. Noch mal durchgescrollt, Fehler korrigiert […] ja, kürzer kriege ich es echt nicht hin. Das muss reichen. Leon muss jetzt seine Streicheleinheit kriegen, sonst huscht er gleich ohne Blick zurück zur Tür hinaus. Eine echte Motivation, sich kurzzufassen. -^.^-

Liebe unbekannte Grüße an alle früheren und künftigen Praktikanten Katjas!

Wer weiß, vielleicht lest ihr ja noch in guter Erinnerung oder schon in Vorfreude, was eure Nachfolgerin/Vorgängerin hier fabriziert 🙂

Praktikumsbericht Jessica Lawson

Jessica-smallJanuar 2016

Freitagmittag.
Ich krame in meiner großen, hölzernen Erinnerungskiste. Bild für Bild hole ich heraus und sehe es mir an:
Katja, am ersten Tag, öffnet mir mit einem Lächeln die Tür.
Die Schullesung von Und keiner wird dich kennen mit intelligenten, jungen Schülerinnen. Viele Fragen werden gefragt und in ihren Mienen finde ich meine eigene Begeisterung und Faszination für das Schreiben wieder.
Dann der Schreibworkshop am Wochenende mit sieben talentierten Frauen. Katja führt uns mit Humor und guter Laune durch das Dickicht rundum Exposés, Plots und Perspektiven. Wir tauschen Texte, Erfahrungen und E-Mail-Adressen aus und bevor ich es wirklich fassen kann, bin ich eine waschechte Testleserin! (Waschecht, ja, ich weiß, das sollte ich eigentlich streichen, weil es so abgedroschen ist…)
Diese Bilder sind scharf gestochen und noch gut erkennbar.
Aber in der Erinnerungskiste lassen sich auch andere Bilder finden. Bilder, die verschwommen sind oder überbelichtet – aber dennoch genauso wichtig, genauso ein Teil meiner Erinnerung.
Auf einem erkenne ich mich schemenhaft am Schreibtisch sitzen umgeben von Magiern und Drachen. Ich entwerfe Figuren und lese Katjas Exposés über magische Welten.
Magische Welten. Ein bisschen Magie steckt auch in diesem Haus. Schon alleine die Vorstellung einmal ein eigenes Buch zu veröffentlichen, hat für mich etwas Magisches.
Ich darf Verbesserungsvorschläge für die ersten zwei Kapitel eines Manuskriptes anbringen, dass Katja gerade lektoriert, und Schreibwettbewerbstexte bewerten. Ich, die normalerweise selbst bangend meine Texte zu Schreibwettbewerben abschickt. Magischer Rollentausch 😉
Hin und wieder verirrt sich eine der drei Katzen in „mein“ Büro, umstreicht meine Beine und den Stuhl und schaut mich solange herausfordernd an, bis ich den Stuhl zurückschiebe und sie auf meinen Schoss springen lasse. Die kurze Pause sei genehmigt.
Ein weiteres unscharfes Bild: ich bastle an meiner eigenen Geschichte, drehe und wende sie. Krampfhaft erfinde ich sperrige Titelnamen und gebe Katja die ersten zwanzig Seiten zum Lektorieren.
Ich schreibe und verbessere und schreibe und bin manchmal so tief im Bann der Geschichte, dass mein benommener Kopf beim Mittagessen in einer Nebelwolke zu schweben scheint.
Katja gibt mir Anleitung und Strukturen an die Hand und so bekomme ich immer mehr das Gefühl, das unter meiner Hand etwas Rundes entsteht. Die Töpferscheibe dreht sich und mein Kopf arbeitet ohne dass ich ihn dazu auffordere, manchmal sogar ohne dass ich es bemerke. Er spuckt Ideen aus, Szenen, die ich zu dem Tonklumpen in meinen Händen dazugebe. Die Form wird immer schöner, immer kompletter.
Abends, wenn ich alleine durch die Straßen Münchens ziehe und die Menschen beobachte, sehe ich Szenen ablaufen. Geschichten verbergen sich in jedem Winkel. Was sind die passenden Worte um das zu beschreiben?, frage ich mich. Passt das zu meinem Manuskript?
Und wenn ich dann nachts schlafen soll, bewegen sich die Figuren immer noch vor meinen Augen. Mein Kopf arbeitet. Das Notizheft liegt neben mir – zur Sicherheit.
Zwei Wochen, unendliche Bilder.
Ich habe so viel gelernt, so viel gehört über Verlage und Agenturen und Autoren. Lustige Anekdoten gepaart mit knallharten Fakten. Zwei intensive Wochen. Ich hätte nichts dagegen, wenn es zwei Jahre wären. Oder ein ganzes Leben.

Praktikumsbericht Henrik J. Nowak

OLYMPUS DIGITAL CAMERASeptember 2015

Einen besseren Einstieg in die Welt des Schreibens hätte ich mir nicht ausdenken können. Katja und ihre ganze Familie (sogar ihre Katzen) empfingen mich mit offenen Armen (und Pfoten).

Die von Anfang an persönliche aber trotzdem professionelle Atmosphäre gefiel mir sehr und war eine gute Grundlage um produktiv arbeiten zu können.

Das produktive Arbeiten ging auch schon gleich am ersten Tag los. Bei meinem Einführungsgespräch mit Katja bekam ich gleich einen Überblick darüber, was ich alles in den nächsten zwei Wochen zu bewältigen hatte. Das sah erstmal nach viel Arbeit aus und ich machte mir Sorgen ob ich überhaupt alles in zwei Wochen schaffen würde. Doch Katja gab mir gute Instruktionen und war immer da wenn ich eine Frage hatte.

Am spannendsten fand ich es mir Nebencharaktere für ihren neuen Roman auszudenken. Obwohl das in der Entstehung mit viel Recherche verbunden war. Gleichzeitig fand ich es toll, dass Katja mir eine so verantwortungsvolle Aufgabe gleich zu Anfang überlassen hatte. Denn bis dahin hatte sie nur den Auszug einer Kurzgeschichte gelesen mit dem ich mich bei ihr beworben hatte. Der Vertrauensvorschuss gab mir die Sicherheit ein bisschen herumzuexperimentieren und die Grenzen meiner Ideen auszutesten. Die Arbeit machte mir immer mehr Spaß und ich hatte auch das Gefühl, dass das ich mit der Zeit besser darin wurde und die Charaktere komplexer gestalten konnte. Es macht mich stolz, dass ich zu einem Projekt von einem Profi wie Katja etwas beisteuern konnte.

Noch verantwortungsvoller war die Aufgabe, das Zeitschriften Kapitel von Katjas Autoren-Handbuch (das bald in der 8. Auflage erscheint) zu aktualisieren. Das hat allerdings nicht so viel Spaß gemacht und war streckenweise ganz schön zäh. Nichts desto trotz war es eine wichtige Aufgabe die mir die Erkenntnis verschafft hat wie verschieden die Aufgaben eines Autors sein können. Neben den kreativen Prozessen gibt es auch Formalien und organisatorische Hindernisse die bewältigt werden müssen wenn man erfolgreich arbeiten will. Manchmal war ich am Rande des Wahnsinns, wenn ich eine Ewigkeit im Internet nach einer Zeitschrift suchte nur um dann festzustellen, dass keine neuen Ausgaben geplant waren. Aber sowas gehört wohl dazu. Außerdem half es dabei die anderen Aufgaben die mit mehr Spaß verbunden waren wertzuschätzen.

Aber natürlich bestand das Praktikum nicht nur daraus, Katja bei ihren Projekten zu unterstützen. Die Hälfte der Zeit verbrachte ich damit an meinen eigenen Geschichten zu basteln. Katja half mir dabei maßgeblich und ich hatte die eine oder andere augenöffnende Erfahrung. Die Erzählung aus der der Auszug stammte, mit dem ich mich bei Katja beworben hatte, las sie gleich ganz und lektorierte sie sogar für mich. Das gab mir wichtige Hinweise. Einerseits bezogen auf meinen Schreibstil und andererseits darauf wo die Schwächen in meinem Plot lagen. Als ich andeutete dass ich gerne Drehbücher schreiben würde bekam ich gleich einen Berg Fachliteratur und ein paar gute Tipps von Katja. Sie gab mir zusätzlich die Aufgabe eine Drehbuchszene zu einem Thema das sie mir vorgab zu schreiben. Nachdem Katja die Szene gelesen hatte ermutigte sie mich dazu eine Fortsetzung der Kurzgeschichte, die sie für mich lektoriert hatte, in Form eines Drehbuchs zu schreiben. Ich zeigte ihr mehrere verschiedene Anfänge die ich vor dem Praktikum schon geschrieben hatte mit denen ich aber nicht weitergekommen war. Wir tauschten uns darüber aus was mit den bisherigen Texten noch nicht so ganz stimmte. Anschließend baute ich mit ihren Tipps einen neuen Plot und begann zu schreiben, was mit dem neuen Plot auf einmal wie von selbst ging. Nach dem Motto „writing is rewriting“ analysierten wir zusammen jede neue Version und jeden Fortschritt meines Skripts. Und so wurde durch Katjas Hilfe die Handlung von Tag zu Tag vorangetrieben und verbessert. So vergingen die zwei Wochen wie im Flug.

Während unserer Gespräche gab mir Katja neben kreativen und „ handwerklichen“ Tipps auch Ratschläge für das „Business“. Die handelten von Lektoren und Agenten bis hin zu wie man als Autor sein Geld verdient und wie man seinen Roman in die Läden bekommt (und in welcher Form man dann an seiner Veröffentlichung verdient).

Ich kann wirklich sagen, dass ich über die zwei Wochen eine Menge gelernt habe und ein viel besserer Schriftsteller geworden bin. Natürlich habe ich immer noch sehr viel zu lernen und bin immer noch etwas grün hinter den Ohren. Aber dank Katja konnte ich jetzt schon die ersten eigenen Schritte gehen. Wofür ich mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich bedanken möchte.

Tipps für deine Praktikumsbewerbung

Schön, dass du dich für ein Praktikum bei mir – einer hauptberuflichen Autorin – interessierst! Bewerben kannst du dich, wenn du während des geplanten Praktikumszeitraums zwischen 16 und 25 Jahren alt bist.

Die Praktika dauern meist zwei Wochen, ausnahmsweise geht auch eine. Während des Praktikums arbeitest du von 9-15 Uhr, und zwar  die Hälfte der Zeit für mich (z.B. Nebenfiguren entwickeln, mir bei der Recherche helfen, Flyer gestalten) und die Hälfte der Zeit an eigenen Projekten (einem Roman, einer Erzählung oder Kurzgeschichten). Bei Bedarf gebe ich dir auch ein paar Schreibübungen zu bestimmten Themen. Wir diskutieren deine Plots, Figuren und Texte gemeinsam, damit du dich handwerklich weiterentwickeln kannst.

Als Praktikant hast du ein eigenes Büro direkt neben meinem. Eine Unterkunft musst du dir in München bzw. meinem Wohnort Olching allerdings selbst besorgen. Erfolgreichen Bewerbern schicke ich eine Liste von Unterkünften zu.

*** Achtung, für Katzenallergiker ist das Praktikum nicht geeignet, wir haben nicht nur eine Katze, sondern gleich drei! ***

So funktioniert das mit der Bewerbung:

  • Erzähl mir, wer du bist – beschreib deine Persönlichkeit, deine Interessen und was du so liest
  • Erzähl mir etwas über deine Schreiberfahrungen, und schick mir bitte eine Textprobe (ca. fünf Seiten, am besten als RTF, Word-File oder PDF)
  • Hast du dich informiert, wer ich bin und ob es dir überhaupt gefällt, was ich schreibe? Bewerber, die schon etwas von mir gelesen haben, landen weiter oben im Ranking – klar, oder? (Infos über mich findest du z.B. auf dieser Website sowie auf www.sylvia-englert.de). Es kommt bei der Bewerbung übrigens nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf den Eindruck, den du  von dir vermittelst (und die Chance auf einen guten ersten Eindruck hast du nur einmal). Wenn du noch nicht dazu gekommen bist, etwas von mir zu lesen, dann mach das mit dem Lesen doch lieber erst (statt reinzuschreiben, dass du noch nicht dazu gekommen bist) und schick die Bewerbung dafür eine Woche später ab.
  • Wieso sollte ich gerade dich als Praktikant/in nehmen?
  • Muss es ein ganz bestimmter Zeitraum sein, oder könnten wir (so läuft es meist) den Zeitraum individuell absprechen, wenn du als Praktikant/in angenommen bist?

Das alles kannst du mir per Post (Pfarrer-Bendert-Str. 2, 82140 Olching) oder per Mail schicken (KatjaBrandis@web.de). Bin gespannt!

Sei nicht zu enttäuscht, wenn es nicht klappt. Das hat nichts mit dir zu tun, ich habe nun mal nur drei Plätze pro Jahr.

*** Das Jahr 2020 ist leider voll, aber ab dem 1. Juli 2020 nehme ich Bewerbungen für das Jahr 2021 an! ***

 

Praktikumsbericht Lina Oppermann

Juli 2015

Lina_Oppermann-smallEs ist Freitagnachmittag, Viertel nach zwei. Ich sitze im Praktikantenzimmer und frage mich, wo die viele Zeit bloß hin ist, die seit dem Montag vor zwei Wochen vergangen ist. Im Nachhinein kommen mir die vielen Stunden vor wie ein einziger Rausch aus Schreiben, Lesen, Arbeiten, Essen, Reden, Rad fahren und wieder Schreiben. Es fällt mir schwer, mich daran zu erinnern, wie ich am ersten Tag voller Vorfreude und gleichzeitig nervös nach der Adresse gesucht habe.

Geschrieben habe ich in den vergangenen Wochen eine Menge. Mit dem „Selbstlektorat“ auf den Knien konnte ich mich gleich in die Überarbeitung meines Jugendromans stürzen und dank Katjas Charakterisierungsbögen habe ich dabei noch viel mehr über meine Figuren erfahren, als ich überhaupt für möglich gehalten hätte – was unglaublich hilft, wenn es um Nachcharakterisierung geht. (Für alle, die selbst auch schreiben daher an dieser Stelle der Tipp: Je mehr man über die Figuren weiß, desto einfacher wird’s!)

Auch an das Exposé hab ich mich endlich rangewagt, davor hatte ich mich vorher lange gedrückt. Heute ist das Ding fertig, mein Roman ein gutes Stück weiter und meine Motivation mit jeder zusätzlichen Seite ein Stück gewachsen.

Arbeiten, das war die andere Zeit, die ich Aufgaben für Katja erledigt habe. Adressen aktualisiert, Ideen gebrainstormt, klangvolle Namen für ein Zauberland gesucht, über Romankonzepten gegrübelt, einen Flyer gestaltet. Dass zum Alltag als Autorin viel mehr gehört, als bloß zu schreiben, ist mir erst während dieser Stunden klar geworden. Und auch, dass genau das ziemlich hilfreich sein kann, wenn man mal beim Formulieren nicht weiterkommt.

Echte Buchbranchen-Luft schnappen konnte ich gestern, bei einem Besuch in einer Agentur. Was für ein Tag – ganz so einschüchternd hatte ich mir so ein Büro nun doch nicht vorgestellt. Zum ersten Mal durfte ich erleben, was es für ein Gefühl ist, sein Herzensprojekt einer kritischen Agentin zu präsentieren.

Wie Katja selbst ihre Romane vorstellt, konnte ich eine Stunde zuvor, während der Floaters-Lesung in Freising bewundern: Mit vielen Bildern, „Anfassgegenständen“, Energie und schlagfertigen Antworten – Übung macht eben den Meister.

Das anschließende Abendessen bei Katja zu Hause hat den Tag endgültig zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich in diesen zwei Wochen mehr gelernt, erfahren und erlebt habe, als durch alle Schreibratgeber zusammen. Trotz Lebensmittelvergiftung war Katja immer, aber auch wirklich immer für mich da, hat all meine tausend Fragen beantwortet und es fällt mir richtig schwer, den Schreibtisch gleich leerzuräumen und meine Tasche zu packen.

Aus meinem Traum vom Schriftstellerdasein ist durch die Zeit hier ein handfestes Ziel geworden. Und immerhin: Eine Agentin als Ansprechpartner kenne ich jetzt.

 

Praktikumsbericht Alexandra Mentzel

Januar 2015

Vanessa_Alexandra2-small
Alexandra (im Bild hinten)

Es kommt wahrscheinlich alles von den langen Stunden bis spät abends, als meine Mutter mir und meinem Bruder immer die wildesten und auch teils sehr kuriosen Geschichten erzählt hat, von denen mir bis heute viele im Gedächtnis geblieben sind. Von dort an malte ich mir selber fremde Welten und Wesen, Landschaften und Menschen in meinem Kopf aus und brachte sie irgendwann auch mal auf Papier. Mit ca. dreizehn Jahren begann ich dann mit meinem ersten Roman und die Figuren wuchsen mir so ans Herz, dass ich die Geschichte immer weiter ausschmückte. Zunächst nur für mich selber, aber irgendwann tat sich der Wunsch in mir auf, sie zu teilen. So kam meine Mutter darauf. Und wie sie so ist, war sie sofort Feuer und Flamme und wollte sich unbedingt möglichst viel über meine neue Leidenschaft informieren.
So erfuhr ich von der Praktikumsmöglichkeit bei Katja. Und als ich dann die Zusage bekam, war meine erste Reaktion, singend durch mein Zimmer zu tanzen, selbstverständlich nicht, ohne mir mein Knie an der Bettkante anzuschlagen.

Mein Vater fuhr mich hin und am gleichen Tag erforschten wir noch ein bisschen das Gebiet, um uns dann auf die Suche nach Katjas Haus zu machen, damit ich am nächsten Morgen nicht so viel Stress haben würde. Fazit: Wir irrten eine Stunde durch die Kälte. Schließlich fanden wir es aber doch, mit der Hilfe einer freundlichen älteren Dame, die ziemlich gut zu Fuß war.
Nach der ersten Nacht, alleine in meinem Hostelzimmer ging es dann am nächsten Tag los. In dem gemütlichen Haus an der Straßenecke traf ich nicht nur das erste Mal Katja persönlich, sondern auch meine Mitpraktikantin Vanessa. Es war gut, jemanden an seiner Seite zu haben, manchmal wussten wir nämlich nicht ganz, was jetzt machen und die Unsicherheit wurde dann einfach durch Lachen weggeblasen. An dieser Stelle ( Hi Vanessa^^).

Während meiner Zeit an diesem schönen Holztisch hier habe ich einiges lernen können. Wie man zum Beispiel am besten einen Klappentext schreibt, vor dem ich mich schon ewig gedrückt habe. Außerdem, was ich sagen soll, wenn jemand mich frägt, worum es denn in meinem Buch geht, ohne die Person hoffnungslos mit Informationen zu überschütten, die keinen richtigen Zusammenhang ergeben. Und, dass Katjas Mann und Sohn genauso gut sind in Titelvergabe wie ich 😉 . Am meisten fasziniert haben mich die Figureninterviews, man erfährt Dinge über seine Charaktere, die man vorher selbst nicht wusste und in meinem Fall ergab sich durch einen Logikfehler ein interessanter Konflikt in der Geschichte.
Schlussendlich kann ich sagen, egal ob ich Schriftsteller zu meinem Hauptberuf machen werde oder ob meine Bücher ankommen oder nicht, ich werde auf jeden Fall weiter damit machen, mir immer wieder neue Dinge in meinem Kopf auszumalen und sie dann auf Papier zu bringen, denn ich liebe es einfach, wie die Geschichte in meinen Gedanken nach und nach echt wird und mir die Charaktere helfen, mich manchmal selbst wieder zu finden.

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an dich Katja (Sylvia), dass du so etwas machst und jungen Leuten, die gerne schreiben die Hoffnung gibst, dass sie das durchaus auch zu ihrem Beruf machen können, wenn sie so diszipliniert und offen sind wie du.

Praktikumsbericht Vanessa Gabrys

Januar 2015

Vanessa_Alexandra2-small
Vanessa (im Bild vorne)

Das ich ein Praktikum bei Katja Brandis machen konnte, war eigentlich ein totaler Zufall. Ich war schon immer eine begeisterte Leserin und wollte mich daher für ein Praktikum bei einem Verlag im Bereich Lektorat bewerben, was ich auch tat. Zwei Wochen danach hatte ich immer noch keine Antwort bekommen. Also setzte ich mich an meinen Computer und suchte nach weiteren Praktikumsideen. Durch einen Artikel einer früheren Praktikantin stieß ich auf die Homepage von Katja Brandis. Sofort war ich Feuer und Flamme und schickte eine Bewerbung an sie. Zwei Tage später bekam ich dann im Französischunterricht eine Email in der stand: „Ich würde dir also gerne ein Praktikum im Zeitraum, den du genannt hast, anbieten“!
Praktikumsbericht Vanessa Gabrys weiterlesen

Praktikumsbericht Alica Urban

Juli 2014

Alica-webDas erste, was ich nach meinem Auslandsjahr wieder in der Schule hörte war: „Das Praktikum für die elften Klassen ist doch nicht gestrichen worden.“

Ich erinnere mich noch daran, dass ich diesen Lehrer nur anstarrte und dachte: Oh Mist. Bitte nicht noch mal drei Wochen Buchhaltung!

So etwas tut man sich nicht gerne zweimal an, vor allem, wenn man beim besten Willen keine Begeisterung für Zahlen aufbringen kann.

Um also einem solchen Schicksal zu entgehen, setzte ich mich noch am selben Tag an meinen Laptop und suchte halb verzweifelt nach etwas, das mich interessierte. Mehr zum Spaß als im Ernst tippte ich ein: „Praktikum bei Schriftsteller“. Ich hatte nicht erwartet, dass es dort überhaupt Treffer geben würde, aber zum Glück hatte ich mich geirrt!

Ich hatte schon befürchtet, dass meine Bewerbung a) entweder auf dem Weg verloren gegangen oder b) nicht zustellbar war, weil ich vielleicht die falsche Briefmarke draufgeklebt hatte. Das hat mich wirklich geärgert, weil ich sie in eleganter Schrift mit der Hand geschrieben hatte und außerdem noch ewig dafür gebraucht habe, das Deckblatt zu malen. Ein Lehrer meinte schon, ich würde den Platz gerade deswegen nicht bekommen. Handgeschrieben! So was kann man doch nicht abschicken, das kann ja keiner ernst nehmen!

Aber dann kam doch endlich eine Antwort von Katja. Ich hatte den Praktikumsplatz bekommen!

Ein paar haben sich für mich gefreut, andere guckten mich nur ungläubig an und fragten Sachen wie: „Du willst schreiben?! Schreibst du in der Schule nicht schon genug?“

Nein, ganz offensichtlich tue ich das nicht, und ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass sie das Praktikum nicht abgeschafft haben.

Die Hälfte der Zeit habe ich neue Cover für die „Feuerblüte“– Reihe entworfen, was eine ziemliche Herausforderung für mich war. Ich zeichne zwar sehr gerne, aber Cover designt man nun mal am Computer, nicht mit Stift und Papier.

Da sich meine technischen Fähigkeiten in sehr engen Grenzen halten, hat es ein bisschen gedauert, bis ich mich in GIMP eingearbeitet hatte. Ich muss leider zugeben, dass ich das Programm eigentlich schon einmal in der Unterstufe erklärt bekommen habe, aber meine Erinnerungen an den Informatikunterricht sind doch ziemlich wage. Es hat aber trotzdem echt Spaß gemacht, und so sauber wie am Computer, hätte ich natürlich nie malen können.

Ich durfte auch die ersten paar Kapitel aus einem Manuskript von Ute Zimmermann testlesen, was mir unglaublich gut gefallen hat. Mal sehen, vielleicht kann ich sie ja anschreiben und fragen, ob ich den Rest auch noch haben kann… ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht! Und ich kann ja schlecht zur Buchhandlung gehen und den Roman bestellen, wenn er erst in Manuskriptform vorliegt.

Die andere Hälfte der Zeit habe ich an dem zweiten Band meiner eigenen Geschichte weiter gearbeitet; und hier noch mal ein Tipp für alle, die selber schreiben: Guckt euch vorher an, ob vielleicht irgendwer schon ein ähnliches Thema in seinem Buch verbraten hat, sonst musst ihr das alles wieder umschreiben. Im Prinzip kein Problem, es gibt immer einen Plan B – aber wenn einem Plan A richtig gut gefällt, ärgert man sich eben trotzdem. Ich musste das riesige unterirdische Labyrinth wieder rausschmeißen, durch das meine Charaktere sich eigentlich durchschlagen sollten- jetzt müssen die irgendwie auf einem banaleren Weg an ihr Ziel kommen. Schade.

Wahrscheinlich werde ich nicht das Glück haben, hauptberuflich als Schriftstellerin arbeiten zu können. Aber eines weiß ich ganz sicher: Egal was ich später machen werde, nebenher werde ich auf jeden Fall schreiben!

 

Praktikumsbericht Judith Reith

Januar 2014

Judith Reith
Judith Reith

Es ist Winter. Der Schnee peitscht an das Fenster meines Arbeitszimmers.

Während Frau Holle oben auf den Wolken ihre Kissen schüttelt, versuche ich verzweifelt einen halbwegs gescheiten Reim auf das Wort „Gemächt“ zu finden, die verworrenen grammatikalischen Konstruktionen im Gälischen zu verstehen und die grau-weiß getigerte Katze neben mir auf dem Tisch am Öffnen und Schließen des CD-Fachs zu hindern. Das ist eines der Dinge, die ich während meines Praktikums bei Katja gelernt habe: Dass Katzen am liebsten auf deiner Laptoptastatur sitzen.

Natürlich habe ich die letzten zwei Wochen nicht nur mit dem Beobachten von arttypischen Verhaltensmustern der drei Katzen in Katjas Haus verbracht. Ich durfte verschiedene Exposes testlesen, eine Ballade schreiben und zu ganz verschiedenen Themen recherchieren. So habe ich zum Beispiel gelernt, wie Ingenieure einem Einsinken der Forschungsstation „Neumayer 3“ in das Eis der Antarktis entgegenwirken. Oder dass die interessantesten Namen für Figuren häufig im Abspann eines Films zu entdecken sind.

Am ersten Tag meines Praktikums stand ich im nebligen Grau des Morgens vor Katjas Tür und war sehr aufgeregt. Schließlich nagte noch eine große Ungewissheit in mir. Ob mir das Arbeiten mit einer Autorin überhaupt Spaß machen würde und wie ich oft ich wohl Kaffe kochen müsste. Wenn ich heute das letzte Mal aus dieser Tür trete, dann kann ich mit Sicherheit sagen, dass meine Entscheidung, am Montag vor zwei Wochen den Finger auf die Klingel gedrückt zu haben, die beste war, die ich treffen konnte. Mittlerweile sagt mir der Begriff „Druckfahne“ etwas, ich weiß, dass auch liebenswerte Charaktere im Roman manchmal sterben müssen und wie schnell ein leichter Nieselregen im Münchner S-Bahn-Netz eine Signalstörung auslösen kann.

Den Vormittag habe ich meistens mit einer Aufgabe für Katja zugebracht, nachmittags konnte ich an meinen eigenen Kurzgeschichten schreiben. Es ist toll, wenn diese dann später von einer echten Autorin Korrektur gelesen werden.

Dass Schreiben manchmal aber harte Disziplin ist, habe ich auch mitbekommen. Wenn man viel Zeit in das Entwickeln authentischer Protagonisten gesteckt hat, ist es nicht verwunderlich, falls die Hauptfiguren teilweise ihren eigenen Willen durchsetzen und die Handlung plötzlich eine völlig neue Wendung nimmt (Kiéran darf sich an dieser Stelle ruhig angesprochen fühlen ;). Deshalb weiß ich nun nach dem Praktikum immer noch nicht, ob das Schreiben als Beruf eine Zukunftsperspektive für mich hat. Denn es fiel mir bereits schwer genug, diszipliniert an meinen Kurzgeschichten zu schreiben.

Trotzdem. Es gibt kaum ein besseres Gefühl als die Schreibwut, die sich einstellt, wenn der Blick aus dem Fenster einen zu einer witzigen Anekdote verleitet und die Musik im Ohr die Finger auf der Tastatur lenkt. Das ist der Moment, in dem plötzlich jedes Wort seinen Platz hat und die Sätze schneller auf dem Bildschirm erscheinen, als die Gedanken nachkommen.

Dafür hat es sich gelohnt, täglich viele Minute an der S-Bahnstation zu frieren und sich die Lautsprecherdurchsagen vom Band, die eine 40-minütige Verspätung ankündigen, in Dauerschleife anzuhören.

Außerdem ist eine Bezahlung in Büchern und Katzenhaaren nicht zu unterschätzen. Schön ist darüber hinaus, für Katja im Münchner Hugendubel bei einer Tasse Kakao nach hübschen Buchcovern zu suchen. Kann man sich einen besseren Arbeitsplatz vorstellen? Kaffee musste ich, entgegen den Vermutungen meines Lehrers, nie kochen. Lediglich Hagebuttentee, und das immer freiwillig!

Vielleicht macht Schreiben nicht reich. Vielleicht macht Schreiben nicht jeden berühmt. Aber mich macht es glücklich!