Praktikumsbericht Wiebke Assenmacher

wiebke-webJuli 2010

„Dann darfst du bestimmt Kaffee kochen, Spülmaschine ausräumen. Sie sucht bestimmt nur jemanden, der ihr billig den Haushalt macht. – Und ´n Kind hatte sie doch auch, oder? Dann darfst du auf das bestimmt auch noch aufpassen.“
Positive Aussichten für die ersten zwei Wochen deiner Sommerferien. Herrlich und einladend wirken sie, jedenfalls wenn du dich nicht grade als Probe-Au-pair beworben hast, sondern wie ich Praktikum bei einer Autorin machen willst. – So richtig vorstellen, was man dann machen würde, konnte ich mir aber auch noch nicht. Ich war nur felsenfest der Meinung, dass es schon irgendwie ganz gut werden würde. Werden musste!!

Unserem „Gold Coast“ (http://www.writingurhistory.bplaced.de/wbblite/index.php) wegen dem ich mich das erste Mal per Mail bei Katja gemeldet hatte, geht es inzwischen richtig prima. Inzwischen zählen wir 39 Mitglieder und es gibt bereits zwei weitere Interessentinnen, die auch wirklich bei The Deep mitarbeiten wollen. Aber neben einem super schönen neuen Rollenspiel und noch viel schöneren Insiderinformationen zu den DelfinTeam-Büchern hatte sich für mich aus diesem Mailkontakt noch etwas viel Besseres ergeben: Zwei Wochen Praktikum. Juhu!!
Geschrieben habe ich eigentlich schon immer, auch wenn meine Lehrer immer mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten hatten als meine Eltern, aber das man damit wirklich Geld verdienen konnte und sich tatsächlich den lieben langen Tag nur mit Buchstaben beschäftigen konnte, wollte ich mir doch noch nicht vorstellen können. Inzwischen sind meine Vorstellungen da schon ein bisschen genauer, auch wenn ich selber in diesen zwei Wochen herzlich wenig geschrieben habe. – Jedenfalls für mich selber.

Abgesehen von ein paar Kurzgeschichten, dank Katjas schönem Beutel mit allen möglichen Gegenständen, ist da praktisch nur eine Idee entstanden. Aber mit Mara und den Tränen einer Göttin werde ich mich wann anders beschäftigen müssen. Stattdessen bezog ich also an meinem ersten Tag gleich ein eigenes „Arbeitszimmer“ und durfte mich mit einem ca. 50cm hohen Stapel Papier beschäftigen.
Ratsch – und wieder waren aus etwa fünf Seiten dieses Stapels Schnipsel geworden und segelten in einen grünen Plastiksack. Es galt alte Manuskripte und Testleseexemplare zu vernichten. – Eine kleine Abschreckung, um zu testen, ob man wirklich mitarbeiten will oder ganz leicht aufgibt? Nein, eher nicht. Nur notwendiges Übel… Aber nicht grade eine schöne erste Aufgabe. Nebenbei aber immerhin von U2 und Amy Macdonald unterhalten, die im Nebenzimmer singen durften (Wahlweise dann auch Alanis Morissette, worauf ich mit dem Zettelstapel, um den ich mich dann kümmern durfte, sogar umgezogen bin).

Aber schon nebenbei wurden die Aufgaben schöner. Während also „Jerusha“ kleingerissen wurde, durfte ich eine Figur zum Sprechen bringen („Schwimm gut!“), später dann Ausdrücke für eine Figur erfinden („Noch ein Wort und ich lasse dich kielholen!“). Den neuen Roman zur Probe lesen und kommentieren (Wer ist Lisa?) und für diesen sogar Charaktere (weiter)entwickeln (es darf sich Kerrie bei mir bedanken). Insgesamt habe ich ziemlich viel mitarbeiten dürfen, was ich vorher vielleicht selber nicht mal erwartet hätte und auch wenn ich an manchen Sachen lange zu knabbern hatte, hat es sehr viel Spaß gemacht.

Diese zwei Wochen, in denen ich auch mit zu einer Lesung fahren durfte, waren sehr schön und eine wertvolle Erfahrung für mich. Aber leider viel, viel zu kurz! – Ich scheine eine recht gute Zeit für mein Praktikum erwischt zu haben, bei vier Büchern, die unterschiedlich weit waren und an denen fast abwechselnd gearbeitet wurde, habe ich sehr viel mitbekommen und lernen können.
Und die Spülmaschine habe ich übrigens auch ausgeräumt – aber freiwillig!

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