Praktikumsbericht Hedi Schmidt

Februar 2026

Als ich 2019 meine Woodwalkers-Kette bei einer kleinen Lesung gewonnen habe, hätte ich definitiv nicht gedacht, dass ich sieben Jahre später mal selber diese Ketten basteln würde.

Doch das Unvorstellbare für mein 11-jähriges Ich ist passiert: ich habe ein zweiwöchiges Praktikum bei Katja in München gemacht und einen total spannenden Einblick in das Leben einer Bestseller-Autorin erhalten!

Da ich Katja nun so lange kenne und seit fünf Jahren auch Testleserin für sie bin, sowie selbst gerne Geschichten schreibe (vielleicht kennt ja jemand meine alten Fanfictions von den Wettbewerben), war es für mich relativ schnell klar, dass ich irgendwann mal ein Praktikum bei ihr machen will. Also hab ich mich beworben und hätte eigentlich Ende 2025 einen Platz gehabt – aber das (ungeplante) Studium kam dazwischen! Zum Glück hat es jetzt im Frühjahr 2026 nach überstandenen Prüfungen doch noch geklappt und so habe ich mich an einem Sonntag Anfang Februar in den Zug gesetzt, um in den deutschen Süden zu fahren.

Die erste Woche begann immer mit einer halbstündigen Busfahrt zu Katjas Büro. Am Montag haben wir erstmal alle meine Aufgaben geklärt: von Recherche über Basteln bis hin zur Figurenentwicklung war alles dabei! Natürlich habe ich auch fleißig an meinem eigenen Werk gearbeitet und ein Exposé erstellt, Charaktere und Schauplätze entwickelt, sowie begonnen, am richtigen Text zu schreiben. Meine Highlights waren aber definitiv die „Außentermine“, dazu später mehr.

Ich habe also am ersten Tag in meinem eigenen kleinen Büro mit Unterwassermotiven erstmal entspannt mit ein bisschen Recherche für „Nico und Daimon“ angefangen. Als angehende Geschichtsstudentin war das Thema „München im Mittelalter“ und „deutsche Folklore“ natürlich gefundenes Fressen für mich. Nach dem Mittag habe ich mich dann also an mein Exposé gewagt…

Am Dienstag stand Figurenentwicklung auf meinem Plan. Für Windwalkers 5 habe ich zwei französische Ameisenwandlerinnen beigesteuert. Das hat mir besonders viel Spaß gemacht, obwohl das Raussuchen von unterschiedlichen Arten länger gedauert hat, als ich dachte. Ich hoffe, sie gefallen euch genau so gut wie Katja und mir! Außerdem habe ich mein Exposé fertig gestellt und beim Mittag ganz viel mit Katja gebrainstormed.

Mittwochs ging es auf Exkursion. Nachdem ich morgens ein bisschen etwas zum französischen Adel recherchiert hatte, traf ich mich mit Katja am Bahnhof und wir fuhren nach München. Nach einer dreistündigen Drehbuchbesprechung (die übrigens sehr interessant war, ich musste sogar einen NDA unterschreiben!) und einer falsch zugestiegenen S-Bahn stand noch ein Interview mit einer Psychologin zum Thema Ängste als Recherche für Windwalkers 4 an, das ebenfalls sehr lehrreich war. Gegen 18 Uhr kamen wir dann endlich wieder in Olching an und ich bin total müde ins Bett gefallen.

Deshalb war der Donnerstag wieder etwas entspannter. Ich habe Ketten gebastelt, weiter zum Adels-Thema recherchiert, mich endlich mal ans Einscannen von Leser*innenbriefen getraut (Drucker sind gruselig) und mein Exposé mit Katja überarbeitet. Abends ging es für mich dann noch zu Woodwalkers 2 ins Kino (8€ für Popcorn und Ticket – für mich als Großstädterin erstaunlich günstig).

Freitag war ebenfalls ein aufregender Tag. Ich habe bei Katjas Agentur in München hereingeschnuppert und wurde dort sehr herzlich empfangen. Ganz lieben Dank an die Agentur Rumler für die Möglichkeit. So ein Blick hinter die Kulissen vom Buchgeschäft war sehr lehrreich. Ich durfte sogar ein eigenes Kurzgutachten zu einem Exposé verfassen, über das wir dann im Anschluss diskutiert haben.

Den Samstag habe ich in München verbracht. Ich war zuerst im botanischen Garten, dann im Schloss Nymphenburg und bin nachmittags noch etwas durch die Altstadt spaziert. Das war auch total schön, obwohl es etwas geregnet hat und mein Rucksack in einem der Schließfächer von Schloss Nymphenburg stecken geblieben ist. Sonntags ging es für mich mit dem Zug nach Garmisch-Partenkirchen zum Wandern in die Alpen. Alles war verschneit – allein schon für die Zugfahrt durch den Winterwald hat sich der Ausflug gelohnt.

Am nächsten Montag habe ich weiter Ketten gebastelt und meine Recherche zum Thema Adel in Frankreich abgeschlossen. Dann habe ich mich an die Figurenentwicklung für mein eigenes Romanprojekt gewagt und bin mittlerweile ziemlich zufrieden.

Für Dienstag hatte ich mir vorgenommen, das Interview zum Thema Ängste mit Anette Frankenberger zu transkribieren, das schon beim Zuhören total spannend war. Dann habe ich den Epilog für mein Romanprojekt geschrieben und Katja beim Mittagessen vorgelesen. Es war total toll, direkt professionelles Feedback zu bekommen. Als ich dann auf dem Rückweg war, habe ich erstmal einen kleinen Kulturschock erlitten: Faschingsumzüge! Für mich als Ostdeutsche ein fremdes Phänomen. Am Abend ging es dann für uns wieder nach München – Katja hat sich nämlich mit ihrer Schreibgruppe getroffen und ich durfte mitkommen. Das lief so ab, dass wir alle Texte von uns vorgelesen haben und danach darüber diskutiert wurde. Ich war natürlich etwas aufgeregt, als ich meine Kurzgeschichte vor den vielen Autor*innen vorgestellt habe, aber zum Glück waren alle total begeistert. Ich fand es auch total cool, die anderen „professionellen“ Texte zu hören.

Mittwoch habe ich mich dann mal ans Einscannen der Leser*innenbriefe gewagt, die ich die letzten Tage etwas vernachlässigt hatte. Natürlich habe ich nebenbei ganz fleißig Ketten gebastelt, wer weiß, vielleicht gewinnt ihr ja bald mal eine Kette aus meiner Herstellung? Außerdem habe ich das erste Kapitel von meinem eigenen Projekt geschrieben – mit Katjas Katze Zondie auf dem Schoß ging das deutlich schneller als sonst.

Nach einem sehr anstrengenden Busfiasko am Donnerstag (die Busfahrerin hat mich einfach nicht rausgelassen) habe ich weiter an Hintergrund-Infos für „Nico und Daimon“ gearbeitet und natürlich selber sehr viel geschrieben. Nachmittags begann es auch zu schneien, weshalb ich einen super schönen Nachhausespaziergang durch den Winterwald machen konnte.

Dann hieß es: packen. Freitag war mein letzter Tag. Ein bisschen traurig bin ich ja schon. Mir haben die zwei Wochen total gut gefallen und sie gingen rum wie im Flug. Ich habe nicht nur viele spannende Einblicke ins Autoren- und Verlagswesen erhalten können, sondern auch total nette und herzliche Menschen (und Tiere) getroffen, sowie viel über mich selbst gelernt.

Wenn ihr also auch gerne schreibt und vielleicht später sogar etwas veröffentlichen wollt, dann kann ich euch nur raten, euch zu bewerben, denn es lohnt sich total! Ich bedanke mich also ganz herzlich, vor allem bei Katja, die mich super lieb aufgenommen, mir Teile ihres Alltags gezeigt und mich immer mit leckerem Mittag versorgt hat. Von ganzem Herzen ein großes Dankeschön für diese aufregende und außergewöhnliche Erfahrung!

3 Kommentare

  1. Wow, das klingt wirklich cool! Ich habe eine Frage: Bieten sie auch Praktika für Schülerinnen und Schüler an, oder muss man schon erwachsen sein?

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    • Hi Nellie,

      Leider nein, aber wegen der langen Vorlaufzeit kannst du dich schon mit 15 bewerben :>

      Waldige Grüße,
      Sara

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  2. SEHR COOOL!!😝

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