Leseprobe aus Woodwalkers 3

Inzwischen habe ich meine ersten Lernexpeditionen an der Clearwater High hinter mir. Ich kann kaum glauben, dass nun eine Wolfs-Wandlerin zu den Leuten zählt, die ich mag. Sogar meine Handynummer habe ich Tikaani gegeben.
Während meiner Zeit als Puma hatte ich natürlich keinen Schimmer gehabt, warum die Menschen mit den Fingern auf irgendwelche flachen Dinger tippten oder hineinsprachen. Das wollte ich damals bei einem meiner heimlichen Besuche bei den Menschen herausfinden. Ich ahnte nicht, dass ich fast dabei draufgehen würde …

Heiße Fontänen

Es war Frühling und langsam schmolz der Schnee in unserem Revier. Auf den weiten Ebenen spross hellgrünes, saftiges Gras, mit Tupfern von gelben, roten und violetten Blumen. Hoch über ihnen, im Kieferndickicht eines Hügels, neckte meine Schwester Mia einen großen schwarzen Käfer, den sie immer wieder belauerte und ansprang. Spielen wir ´ne Runde Käferschubsen?, rief sie mir lautlos zu, von Kopf zu Kopf. Oder wie wär´s mit einem Wettspringen?

Mein Vater erhob sich, streckte seinen langen, zimtfarbenen Körper und gähnte, sodass man seine Fangzähne sah. Geh lieber mit mir Wapitis jagen, Carag, du musst endlich lernen, wie man Großwild reißt.

Äh, was? Ich hatte nur die Hälfte mitbekommen, weil ich gerade an der Felskante lag und zwischen den Kiefernästen hindurch ins Tal spähte. Es lebten nur wenige Menschen in unserem Revier, das sie Yellowstone nannten, aber hier in der Nähe hatten sie einen kleinen Stützpunkt. Ich sah die graubraunen Dächer einzelner Häuser und auf einer Straße fuhren Autos darauf zu und davon weg.

Menschen waren geheimnisvoll und mächtig. Manchmal stanken sie auch, oder sie benahmen sich wie Kaninchen, denen der Kopf fehlte. Zum Beispiel kapierte ich beim besten Willen nicht, warum sie es so toll fanden, wenn irgendwo heißes Wasser aus der Erde schoss. Gerade sammelten sich dort beim Stützpunkt im Tal – bei einem dieser heißen Orte – wieder mehr Leute, als ich zählen konnte, setzten sich auf längliche Holzstücke und warteten geduldig auf das Ereignis. Garantiert hatten sie auch wieder diese flachen, handtellergroßen polierten Steine dabei, aus denen ich nicht schlau wurde. Die Leute streichelten die Dinger oder unterhielten sich mit ihnen; manchmal deuteten sie damit auch auf irgendwas oder auf sich selbst …

He, Carag, du bist gerade dermaßen langweilig. Enttäuscht verpasste mir Mia einen Hieb mit eingezogenen Krallen. Blitzschnell schlug ich zurück und zeigte ihr die Zähne. Und du bist kindisch. Käferschubsen? Das habe ich mit fünf gespielt!

Meine Mutter schob sich zwischen uns. Schluss damit, wir gehen jagen. Los jetzt!

Ich komme ein anderes Mal mit, mir tut die Pfote weh, schwindelte ich, schleckte mir die Vorderpranke und hoffte, dass meine Eltern nicht merkten, wie schnell mein Herz klopfte. Wenn alles klappte, würde ich sehr bald dort unten dabei sein, und niemand durfte merken, wer und was ich war. Sonst würden die Menschen versuchen, mich zu töten.

Mit einem seltsamen Blick sah mein Vater mich an. Ich erschrak. Ahnte er was? Vielleicht … Er war oft niedergeschlagen oder gereizt in letzter Zeit. Früher hatte er manchmal übermütig mit uns Wettspringen oder Raufen gespielt, wann hatte er eigentlich damit aufgehört?

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich weg, um zu gehen. Mia rief mir ein Bis nachher, fang dir keine Flöhe ein zu, für das ich ihr ein Schnurren hinterherschickte, dann verschwand auch sie lautlos zwischen den Bäumen.

Kurz darauf machte auch ich mich auf den Weg, als Puma schlich ich zu unserem nächstgelegenen Versteck mit Menschensachen. Dort verwandelte ich mich und holte mir Klamotten aus dem Versteck – es waren leider keine besonders guten Sachen, das Hemd hatte ein Loch und die Schuhe waren mir zu groß. Ich nahm die Schuhe erst mal in die Hand und machte mich auf bloßen Füßen auf den Weg ins Tal. Ein paar Ameisen krabbelten über meine Zehen, eine davon biss mich. Pech für sie, dass ich jetzt wieder meine praktischen Menschenhände hatte. Ich schnippte die Ameise im hohen Bogen von meinem Fuß herunter ins Gebüsch.

Das graue Zeug, aus dem Menschen ihre Straßen bauten, fühlte sich warm an unter meinen bloßen Füßen, als ich vorsichtig zu einem der größten Häuser ging. Aus braun gefleckten Steinen gemauert, mit großen Glasfenstern, ragte es vor mir auf und ständig gingen Leute hinein und hinaus. Zum Glück achtete kaum jemand auf mich. Nur ein Kind, das halb so groß war wie ich, starrte mich misstrauisch an. Spürte es irgendwie, dass ich anders war, dass ich kein Mensch war? Mist, ich hatte vergessen, die Schuhe anzuziehen! Und meine Füße sahen gerade verdächtig pelzig aus, auch das noch!

Das Mädchen zupfte seine Mutter am Ärmel, versuchte sie auf mich aufmerksam zu machen. Doch zum Glück unterhielt sich die Mutter gerade mit einer anderen Frau. Rasch hockte ich mich hin und machte mich daran, meine Füße in die Lederhüllen zu zwängen. Wenn ich schnell war, schaffte ich es noch, bevor …

„Mama! Mama, schau mal, der Junge da …“

Geschmeidig kam ich auf die Füße, genau in dem Moment, als die Frau „Was ist denn, Lydia?“ fragte und das Mädchen auf mich deutete. Aber jetzt war ich nicht mehr barfuß und der Blick der Frau glitt über mich hinweg. Uff.

Old Faithful Besucherzentrum, las ich auf einem großen Holzschild und schrak zusammen, als an einer Metallstange über mir etwas flatterte, ein großes rot-weiß gestreiftes Stück Stoff mit weißen Sternchen auf einem blauen Feld.

Benimm dich nicht wie ein nervöses Streifenhörnchen!, ermahnte ich mich lautlos. Das Stück Stoff war eindeutig nicht gefährlich, auch wenn ich keine Ahnung hatte, wozu es gut sein sollte.

Eine Weile beobachtete ich Leute, die in das große Haus gingen, dann versuchte ich selbst hineinzukommen. Zitternd vor Aufregung zerrte ich an der Tür, und es funktionierte, schon war ich drin! Staunend schaute ich mich um und sog die Luft ein, die fremdartig und künstlich roch. Vorsichtig ging ich quer durch den Raum und legte die Hand auf die riesigen Fensterscheiben, die so klar wie Quellwasser waren und doch fest wie Stein. Überall schlenderten Leute herum – und sie alle musterten ein Schild, auf dem ich entzifferte: Vorhergesagter nächster Ausbruch des Geysirs: 5:10, dann gingen sie wieder nach draußen, setzten sich und ließen die Stelle, an der das heiße Wasser erscheinen sollte, nicht mehr aus den Augen.

Stumm setzte ich mich dazu und lauschte fasziniert auf das, worüber die Leute redeten. Was in aller Welt waren Ferien, Aktien, Terroristen?

Als die baumhohe weiße Fontäne schließlich zischend aus der Erde emporschoss, glotzten alle sie an und gaben „Ohs“ und „Ahs“ und „Boah, ist das geil“ von sich. Fast alle. Ich selbst hielt den Mund … und beobachtete die Menschen. Geysire hatte ich schon öfter gesehen als Fischadler, und das wollte was heißen, denn von denen gab es hier eine Menge.

Die meisten Leute hielten ihre flachen, polierten Dinger hoch und richteten sie auf den Geysir. Neugierig reckte ich den Hals. Doch obwohl ich sie jetzt aus der Nähe sah, wurde ich nicht schlauer daraus. Offensichtlich waren sie keine Waffen, wie ich damals im Supermarkt gedacht hatte. Vielleicht versuchten die Menschen, damit böse Geister abzuwehren? Meine Mutter glaubte an so was …

„Hey, was hast du für ein Problem?“, fragte das Mädchen, das neben mir saß; es hatte gelbliche Haare, die irgendwie unecht aussahen, und eine unangenehm schrille Stimme. Es knuffte seinen Begleiter. „Du, Mark, der Typ da glotzt mich schon die ganze Zeit an …“

Es dauerte einen Moment, bevor ich kapierte, dass sie mich meinte. „Ich, äh …“, stammelte ich und wusste dann nicht mehr, was ich sagen sollte.

Der junge Mann neben ihr sah aus, als würden seine Muskeln gleich sein T-Shirt sprengen. Er hatte nur Augen für den Old Faithful. „Ist das krass, schau doch mal, Victoria! Wow.“

Sie rückte ein Stück von mir weg und flüsterte ihrem Freund ins Ohr: „Mark, hörst du mir jetzt verdammt noch mal zu oder nicht?!“

„Was?“ Jetzt wandte sich der Kerl mit den Muskeln doch um und nahm mich ins Visir. „Wer starrt dich an, der da?“

„Ja, genau, der.“

Schnell wandte ich mich ab und mein Menschengesicht fühlte sich seltsam heiß an. Vorsichtig befühlte ich meine Wangen. Wurde ich gerade krank oder so was?

„Also, Kleiner, was willst du?“, knurrte der Mann, warf mir einen drohenden Blick zu und schielte zwischendurch zum Old Faithful rüber, der wieder und wieder sein kochend heißes Wasser in den Himmel schleuderte. „Lass mein Mädchen in Ruhe, klar? Du bist doch eh noch zu jung für ´ne Freundin.“

Ich raffte meinen ganzen Mut zusammen und sagte: „Entschuldigung. Ich wollte nur mal dieses Ding anschauen … das da.“ Zögernd streckte ich die Hand aus und berührte das flache, eckige Teil in der Hand des Mädchens.

Großer Fehler! Sie riss es mir weg und ihr Gesicht verzerrte sich. „Mark! Der will mein Smartphone klauen!“

„Ach du große Scheiße. Jetzt reicht´s wirklich.“ Der Mann schob seine Freundin zur Seite, dann schoss seine Hand vor, um mich zu packen.

Zum Glück war er ziemlich langsam. Als seine Hand ankam, war ich schon längst woanders. Bloß weg hier – ich hatte es verkatzt, das ließ sich jetzt nicht mehr ändern!

Blindlings lief ich los – nicht zu den Gebäuden, sondern zu den Hügeln hin. Auf dem kürzesten Weg. Ein Aufschrei ging durch die Menge, als ich über die Absperrung sprang und loslief. Was hatten die Leute? Der Old Faithful war, wie es aussah, fertig mit seiner Show.

Selbst durch die Schuhe hindurch spürte ich, wie heiß der Boden war. Kein Wunder, dass mir meine Mutter immer gesagt hatte, ich sollte einen Bogen um die Wasserspucker machen. Hätte ich auch, aber das ging gerade nicht, weil von den Seiten her zwei Männer in grauen Uniformen angerannt kamen. Ranger! Sie sahen alles andere als erfreut aus – war es so schlimm gewesen, dass ich das eckige Ding berührt hatte? Vverdammt, die trugen Waffen am Gürtel!

Ich rannte noch schneller, platschte durch dampfende, nach Schwefel stinkende Pfützen, suchte mit den Augen nach einem Weg. Die Ranger kamen immer näher und brüllten: „He, bist du irre, Junge? Bleib sofort stehen!“ Half nichts, ich musste noch näher an der Öffnung des Geysirs vorbeilaufen, um denen zu entwischen.

Und ausgerechnet jetzt spürte ich am Vibrieren des Bodens, dass der Old Faithful sich bereitmachte für eine Zugabe. Oh, das war nicht gut! Noch mehr Menschen schrien, aber ich hörte sie kaum, weil ich mit Ausweichen beschäftigt war.

Wenige Meter neben mir jagte mit einem lauten Wuuusch! kochendes Wasser aus dem Boden. Ich rannte, wie ich zuletzt als Kätzchen gerannt war, als ein Adler mit vorgereckten Krallen auf mich herabgestoßen war. Gleich würde das Wasser wieder herunterregnen und dann musste ich weit genug weg sein. Ich stolperte, fing mich wieder, warf mich auf den warmen, matschigen Boden und rollte mich weg. Instinktiv schützte ich den Kopf mit den Armen. Heiße Gischt wehte über mich und prickelte auf meiner Haut. Nicht weit entfernt hörte ich das Wasser auf den Boden prasseln. Aber weit genug weg, verbrühen würde es mich nicht. Es war einfach nur scheußlich nass.

„Beweg dich nicht, Junge, wir holen dich!“, schrie jemand.

Nicht bewegen? War der Kerl morsch im Kopf? In einer geschmeidigen Bewegung kam ich wieder auf die Füße und rannte weiter.

Bis mir auf der anderen Seite des kahlen, gelbgrauen Geysirgebiets eine alte Frau in die Quere kam. Sie war doppelt so breit wie hoch, hatte graue Löckchen und trug Turnschuhe. Ich war kurz davor, an ihr vorbeizurennen, doch dann rief sie plötzlich: „Huhu, Junge! Wieso bist du da durchgerannt?“

Das hatte bisher niemand gefragt, und ihre Stimme klang nicht wütend, sondern einfach neugierig. Verblüfft warf ich ihr einen Blick zu, wurde langsamer und hielt an. Dann schaute ich mich nach den Rangern um. Sie hatten die Verfolgung nicht aufgegeben, waren aber noch weit genug weg. Ihre Waffen hatten sie nicht gezogen, das beruhigte mich etwas.

Die Frau lächelte mir zu, und instinktiv lächelte ich zurück, obwohl meine Klamotten schlammverschmiert waren und ich so fies roch, dass ich es selbst kaum aushielt.

„Ich wollte mir nur ein … äh … Smartphone anschauen“, sagte ich schüchtern. „Aber die Leute sind wütend geworden.“

„Du kannst meins anschauen, wenn du willst“, sagte die Frau, als sei das ganz selbstverständlich, holte ihr eigenes Gerät aus der Hosentasche und hielt es mir hin. „Android, allerneuste Version, und ich hab mir gerade ein paar neue Apps draufgeladen. Leider gibt´s hier nicht überall WLAN.“

Ich kapierte überhaupt nichts. Aber das war nicht schlimm. Zögernd tippte ich auf die glatte Oberfläche – nicht aus Stein, sondern aus Glas – und die bunten Symbole bewegten, veränderten sich. Es sah toll aus. Doch als ich gerade eine der tausend Fragen stellen wollte, die sich in mir angesammelt hatten, meinte die alte Frau: „Du gehst jetzt besser, Junge.“ Als ich mich umwandte, sah ich, dass die Ranger aufgeholt hatten. Jetzt waren es schon fünf. Das machte mich ein wenig nervös.

„Danke“, sagte ich, gab ihr das Ding zurück und haute ab, so schnell es in den verdammten Schuhen ging. Jetzt fiel mir auch noch einer vom Fuß, als hätte er keine Lust mehr, mich durch den Matsch zu begleiten. „Eulendreck!“, zischte ich, hob den Schuh auf, zog den anderen auch noch aus und rannte barfuß weiter, die Lederdinger in der Hand.

Die Menschen waren nett, ich hatte nur zu viel falsch gemacht!

Schon jetzt wusste ich, dass ich wiederkommen würde.

Niemand schaffte es, mich zu fangen. Nach einem kleinen Umweg über einen Bach, an dem ich mich gründlich wusch, kam ich nach Hause, wo schon eine Portion frisches Wapiti auf mich wartete und zum Glück niemand misstrauische Fragen stellte.

 

 

Seit damals wusste ich, wie man die eckigen Dinger nannte. Inzwischen hatte ich auch selbst ein Smartphone, auch wenn ich es nicht allzu oft benutzte. Aber diesmal musste ich das sogar im Unterricht, und zwar nicht ganz so, wie die Hersteller das empfahlen. Wir hatten gerade Verhalten in besonderen Fällen und diesmal war es eine echt schräge Stunde. James Bridger war der Meinung, wir müssten im Notfall auch in der Lage sein, unser Handy zu bedienen, während wir in unserer zweiten Gestalt waren. „Stellt euch vor, ihr müsst dringend Hilfe rufen und könnt nicht, weil ihr keine Finger habt“, erklärte er.

Voll easy, fand meine beste Freundin Holly, schon in ihrer Rothörnchengestalt. Sie hatte zwar gerade wieder eine Fünf in Mathe kassiert, aber auf dem Display ihres Handys hüpfte sie herum wie die Profi-Steptänzerin, die wir neulich im Fernsehen gesehen hatten. Nur leider hatte der Spaß am Tanzen sie ein bisschen mitgerissen – die Nummer, die sie getippt hatte, war viel länger als die an der Tafel.

„Du bist gerade dabei, jemanden in China anzurufen, meine Liebe“, stellte James Bridger mit einem kritischen Blick fest. „Jetzt nicht an die grüne Taste kommen, sonst wird´s teuer.“

Ich schaff das nicht, jammerte Lou, obwohl es sonst nicht ihre Art war, sich zu beklagen. Das schönste Wapiti-Mädchen der Welt hatte es noch nicht mal hinbekommen, eine einzige Zahl richtig zu tippen, und ihre langen braunen Ohren zuckten nervös.

Streng dich halt an, meinte Wing, einer der Rabenzwillinge. Sie hatte gut reden, mit ihrem langen, spitzen Schnabel pickte sie zielsicher auf den Symbolen und Zahlen herum. Lissa Clearwater hatte ihnen extra etwas ältere Handys besorgt, mit denen so etwas ging.

Meine Krallen eigneten sich dafür nicht, deshalb hatte mein Display eine Menge Nasenabdrücke. Auf diese Weise hatte ich es schon geschafft, die Wettervorhersage-App zu starten. In einem Notfall leider nicht sehr nützlich.

Frustriert vor mich hin fauchend, probierte ich es weiter, bis Leroy, unser Skunk-Wandler, sich zu Wort meldete: Wenn du das machst, Carag, bekomme ich Angst, willst du das wirklich?

Nein!, schrie ich in Gedanken auf und verkniff mir die Faucherei. Denn ein Stinktier, das Angst hat, sprüht drauflos … und wird seinem Namen mehr als gerecht.

Feigling!, höhnte Leitwolf Jeffrey und warf mir einen verächtlichen Blick zu. Er und die anderen Wölfe des etwas geschrumpfen Rudels stupsten ihre Displays eifrig mit Nasen und Pfoten an.

Einfach nicht hinhören, riet mir Holly, kletterte mir auf den Kopf und klappte mit den Pfötchen meine pelzigen Ohren zu. Oder versuchte es jedenfalls, doch sie schaffte immer nur eins auf einmal. Die Hinternschnüffler sollen lieber wieder den Mond anheulen, als hier Leute blöd anzuquatschen!

Stimmt genau, gab ich zurück und ignorierte Jeffrey und seine Kumpels, so gut es ging.

Verzweifelt versuchte Brandon neben mir, ebenfalls eine App zu starten, ohne das Display zu zerstören. Aber wie sollte ein Bison, der fast eine Tonne wog, mit Hufen, die größer waren als meine Menschenhand, das hinbekommen? Wenn er zu fest auf sein Gerät trat, machte er daraus einen Haufen Splitter.

Ich weiß, wie ich es schaffe, verkündete Brandon trotzig – und dann streckte er seine feuchte, raue Bisonzunge aus und schleckte damit über das Smartphone.

James Bridger grinste und kratzte sich das Gesicht, auf dem mal wieder ein Dreitagebart spross. Er war ein Kojoten-Wandler und bekam seine Haare als Mensch kaum in den Griff. „Du bist auf einem guten Weg, Brandon, weiter so!“

Sofort schauten sich Lou und ein paar andere den Zungen-Trick von Brandon ab, und am Ende der Stunde hatten es fast alle geschafft, wenigstens den Notruf zu wählen. Auch ich.

Na also, sagte ich erleichtert, und James Bridgers Augen und meine trafen sich. Wir wussten beide, dass ich derjenige war, der den Notruf am wahrscheinlichsten brauchen würde …

9 Gedanken zu „Leseprobe aus Woodwalkers 3“

    1. Hi Anke,
      schau mal in den „News“, da gibt es alle Infos zu den nächsten Bänden. Aber hier schon mal ganz kurz, der 4. Band („Wilder Austausch“) erscheint im Januar 2018.
      Viele Grüße,
      Katja

  1. Hi Katja,
    ich liebe deine Bücher !!!!!!!!!!!!!!!!!
    ich freue mich schon auf den 1.Juli aber es ist ja auch nicht mehr lange, trotzdem kann ich es kaum erwarten!!!!!!!!!

    PS: Band 1 und 2 waren echt super !!!!!!!!

    1. Hi Nolwe,
      danke, dass du mir geschrieben hast, ich freue mich! Zum Glück musst du nur bis zum Anfang Juni warten und nicht bis Juli. Ich hoffe, dir gefällt Band 3 so gut wie die anderen beiden Bände!
      Viele Grüße,
      Katja

  2. Kommt es am 1.juni am meinem Geburtstag? oder am 6.Juni? den bei news steht das es am 6.juni kommt und bei den anderen 1.Juni:

    Viele Grüße,
    Waldemar

    1. Guten Morgen Waldemar,
      der Verlag hat mir gesagt, es erscheint am 1. Juni, aber bei Amazon steht 6. Juni … ich vermute, die brauchen ein paar Tage um das Buch auszuliefern, es auszupacken und für den Versand vorzubereiten etc. Falls deine Eltern das Buch nicht zu deinem Geburtstag besorgen können, dann bekommst du bestimmt einen Gutschein und kannst es ganz bald lesen!
      Viele Grüße,
      Katja

  3. Wo ist sind denn die 10 Minuten geblieben, die ich gerade gelesen habe xD. Also ich bin jetzt schon wieder voll im Leserausch und freue mich jetzt schon sehr auf den 1. Juni.
    LG Vincent

    1. Hi Vincent,
      hihi, freut mich, dass ich dir 10 Minuten klauen konnte 🙂 Ich freue mich auch schon darauf, dass ich Band 3 endlich in mein Regal stellen kann! Neulich habe ich sogar schon eine Lesung aus dem Manuskript gehabt, weil die beiden Klassen Woodwalkers 1 und 2 als Lektüre hatten.
      Viele Grüße,
      Katja

  4. Die Geschichte ist so nussig! Ich kann es kaum erwarten, dass das Buch endlich raus kommt. Aber wenigstens habe ich jetzt die Leseprobe, mit der ich mir die Wartezeit zumindest etwas versüßen kann… Wird aber wohl nicht lange vorhalten, befürchte ich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.