Praktikumsbericht Sigrid Damgaard Christensen & Geertje Graehn

Juli 2019

Lachen, Tränen, schiefes Singen, inspirierende Gespräche und Nervenkitzel – was nicht so alles in einem kleinen Praktikantenzimmer in Olching vor sich geht. Dazu kommt natürlich noch das viele Getippsel – Fingermuskeltraining!

Zwei Wochen sind es nun, die an uns vorbeigeflogen sind, während wir bei Katja Brandis unser Autoren-Praktikum absolviert haben. Erste Person Plural, etwas ungewöhnlich für einen Praktikumsbericht. Aber das zu-zweit-Sein hat das Praktikum noch besonderer gemacht. Jedenfalls haben wir in den beiden Wochen bei Katja viel gelernt. Wir, das sind Sigrid und Geertje, ein Möchtegern-Autorenpaar aus dem Süden Dänemarks.

Wir wussten nicht ganz, was wir von einem Praktikum bei einer Autorin erwarten sollen. Wenn wir danach gefragt wurden, lautete die Antwort: „Keine Ahnung – wir sind gespannt!“ Und es hat sich definitiv gelohnt, sich auf dieses Abenteuer einzulassen und dafür den weiten Weg nach Bayern anzutreten. 10 Stunden Zugfahrt – damit halten wir bisher den Rekord für Praktikanten!

Gleich am ersten Tag durften wir Katja bei einer Lesung begleiten und erfahren, wie das alles so verläuft. In den nächsten Tagen haben wir kleine Aufgaben für sie erledigt – von eben mal zur Post laufen bis hin zum Entwickeln von Nebenpersonen für ihren neuen Roman. Und natürlich haben wir auch selber ganz viel geschrieben. Vier Kapitel an einem Tag ist unser Rekord, insgesamt sind über 20 neue Kapitel entstanden. Außerdem hat Katja uns geholfen, endlich dieses dumme Exposé zu schreiben und damit einen Schritt weiter in Richtung Veröffentlichung zu kommen.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurden Texte diskutiert, neue Ideen besprochen und wir erfuhren mehr über das Leben als Vollzeit-Autorin. Oder wir haben versucht, unübersetzbare dänische Wörter zu erklären (schwierig). Auch Kater Leon kam dabei oft für eine Kuscheleinheit vorbei und hinterließ die Hälfte seines Fells bei uns – herzlichen Dank für das Souvenir.

Unsere Aufgaben waren vielfältig. Wir durften uns beim Videoschneiden versuchen, beim Entwickeln von Sagen und Mythen für eine neue Fantasykultur und beim Basteln von Fanartikeln. Wir haben (sehr schlechte) Witze über Menschen erfunden, wie die Alligatoren und Pythons in Seawalkers sie gerne machen und vieles mehr. Katja hat uns außerdem gezeigt, wie so ein Verlagsvertrag aussieht, eine Korrektur vom Lektor und ein Gespräch mit dem Agenten. Wie man eine Normseite einrichtet, wie ein Exposé aufgebaut ist.

Wir wissen jetzt viel mehr über den Beruf einer Autorin – und mit unserem eigenen Projekt sind wir ein gutes Stück weitergekommen. Wir hatten viel Spaß und haben viele neue Inputs bekommen. Also an alle, die nicht sicher sind, was sie bei so einem Praktikum erwartet: Lasst es einfach auf euch zukommen, ihr werdet nicht enttäuscht werden. Und euer Schreibprojekt, von dem im Alltag so vieles ablenkt, wird endlich einen Tritt in den Hintern bekommen.

Tak for alt, Katja!