Praktikumsbericht Bella Bönisch

März 2010

Schon immer war mein größter Wunsch, meinen Namen auf einem Buch geschrieben zu sehen – kurz, eine Autorin zu werden.

Vor einer schon etwas längeren Zeit kam einmal in einer Fragerunde die Frage nach dem Vorbild auf. Ganz stolz verkündete ich: „Mein Vorbild? Katja Brandis!“
Man sah mich mit großen Augen an, leider war ihnen Katja Brandis nicht bekannt.
Seit dem beschränke ich mich mit der Aussage: Ich will später mal Autorin werden.

Zu dem Praktikum bin ich über ein paar Ecken gekommen: meine beste Freundin ist eine ehemalige Praktikantin von Katja und, wie es im Leben eben ist, mit Beziehungen kommt man weit. Meine Freundin nahm mich zu einem Schreibworkshop von Katja mit, dort lernte ich sie ‚live’ kennen. Wir mailten etwas, ich machte Testleserin von „Elefanten-Tempel“ und traute mich anzufragen, ob ich denn ein Praktikum bei ihr machen könne.

Mein Praktikum begann mit Verirren in Olching. Gleich am ersten Tag! Damit ist es wieder bewiesen, ich habe den Orientierungssinn eines Steins. Irgendwie fand ich dann doch meinen Weg zu Katjas Haus und bezog auch gleich mein eigenes Arbeitszimmer mit Blick auf den Kindergarten (der Ausblick wurde von Tag zu Tag weißer… leise rieselt der Schnee im März).
Ich muss sagen, Praktikantin von Katja zu sein, daran könnte ich mich gewöhnen – auch oder gerade weil ich ein bisschen Mädchen für alles war ;-). Doch so kann ich getrost behaupten: in diesen zwei Wochen wurde mir nie langweilig.
„Du, ich habe jetzt einen Spezialauftrag für dich: ich kann ohne Unterwasserkarte von Hawaii einfach nicht schreiben.“ Also wieder aufs Fahrrad, nach Olching – diesmal (fast) ohne Verfahren.
Doch irgendwann entdeckte ich die tolle Methode des Tagträumens: ich gewöhnte mir an, auf dem Fahrrad bereits die nächsten Szenen, die ich schreiben wollte, zu formulieren. So konnte ich bei meiner Ankunft gleich in die Tasten hauen und zog also auch aus dem Sport etwas positives. Jade und Marine, aus der Kurzgeschichte an der ich mich zurzeit versuche, wurden meine Weggefährten, ab und zu funkte auch Toto dazwischen. In meinem Kopf ließ ich sie reden, weinen, lachen – irgendwann fiel sogar ganz von selbst ein Telefon in die Badewanne. (…dafür kann ich aber wirklich nichts, Jade war schuld! Ich mein, warum will sie auch unbedingt in der Badewanne telefonieren?)
Ich gebe ganz ehrlich zu: ich bewundere Katja, sie hat nicht nur ihr Hobby zum Beruf gemacht, sie ist dabei auch einfach nur ein ganz normaler Mensch (wäre sie es nicht, säße sie jetzt nicht mit Augenentzündung da). Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, mit ihr zusammen Ideen zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen oder auch zu kochen. Denn ganz für mich gewinnen konnte ich sie nicht mit meinen Schreibkünsten, sondern erst mit meiner geglückte Béchamelsoße am Abschlussessen ;-).
Ich habe viel von ihr gelernt, wie kleine Merkmale Figuren lebendig machen oder wie man auch getrost Details aus dem wahren Leben klauen darf, um der Geschichte noch mal einen letzten Schliff zu verpassen. Auch meine zuvor sehr neblige Vorstellung eines Autorendasein besitzt mittlerweile klarere Umrisse!
Dazu wurde ich mit jedem Tag sicherer und jetzt, wo ich endlich behaupten kann, dass ich mich so schnell nicht mehr mit dem Fahrrad verfahre, sind die zwei Wochen vorbei. Ironie des Schicksals.
Alles in allem bin ich sehr froh die Möglichkeit besessen zu haben dieses Praktikum zu machen. In diesen zwei Wochen hat vor allem das Schreiben und Fantasieren meinen Alltag bestimmt, eine solche Erfahrung sammelt man nicht oft im Leben.
Ich freue mich schon darauf den neuen Roman von ihr zu lesen, es macht mich stolz mit ein paar Ideen daran mitgeholfen zu haben.

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